Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2015 31 Mai

Supernatural, superserious! I got it. I´m a part of it.

von: Martina Weber Abgelegt unter: Blog | TB | Tags: , , | 10 Kommentare

Ich bin keine Sprinterin. War immer der Ausdauertyp. Ich habe mir schon seit sehr vielen Jahren vorgestellt, irgendwann nicht nur Rad zu fahren, sondern auch zu joggen. Du bist dann so drin im Laufen, du kannst nicht mehr aufhören. Sagte W. Sagen alle. Sind nicht die körpereigenen Drogen, all diese Endorphine und was da sonst noch ausgeschüttet wird, die verlockendsten? Vor ein paar Wochen erzählte mir L, er würde jeden Morgen einen Berg hinaufrennen. Er sei deshalb sogar in die Schweiz gezogen. Aber es ist nicht so einfach, vom Rad fahren aufs Joggen umzuschalten. Das ist eine andere Liga. Als erstes kaufte ich mir Joggingschuhe mit dicker Luftpolstersohle. Durchgehende fünf-(von fünf) Sterne-Bewertung. Ja, klar bin ich manipulierbar. C gab entscheidende Tipps. Ganz langsam anfangen. Sie hatte Kurse belegt. 30 Sekunden joggen, zwei Minuten gehen, 30 Sekunden joggen usw. Kein Leistungsdruck. Ich sollte langsamer joggen als ich gehen würde. Mit dem ganzen Fuß abrollen. Arme anwinkeln und eine Vorwärtsbewegung visualisieren. Ich packte mein Kurzzeitmessgerät ein, mit dem ich die Ziehzeit des Tees messe (4 Minuten, ich weiß, beim grünen Tee gibt es hier Gegner), und stellte es auf eine Minute ein. Eine Minute joggen, eine Minute gehen. Eine Minute joggen, eine Minute gehen. Usw. Zwei Minuten joggen. Eine Minute gehen. Zwei Minuten joggen. Ich hatte mir eine ganz bestimmte Strecke in einem freien Gelände vorgenommen. Ein paar Tage später das gleiche Spiel. Dann nochmal. Aber es fehlte dieses I could do it forever-Feeling. Dann kam der entscheidende Tipp. Pack dein iPod ein. Wie weit komme ich mit Brian Eno? Wie weit mit dem Köln Concert? Khmer? Letter From Home? Oder Path Prints? An Electric Storm? A Stable Reference? No way. Schon lange nicht mehr R.E.M. gehört. Accelerate! I started running, one minute, two, first song, Living Well is The Best Revenge. Second. Man Sized Wreath. I threw the timer in the open field. Third. Supernational superserious. Listened to the whole album. Didn´t stop. Wrote this while running. Can´t find the ESC. Fitting music recommendations welcome.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 31. Mai 2015 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

10 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    With LETTER FROM HOME, Neil Young’s phone booth recording, you’ll come till 1948. With NEROLI you’ll start walking slowly. Appropriate in the jungle.

  2. Jochen:

    „Two Minutes“ von Wire; „All The Best“ von R.E.M. … – nein, ich würde wohl eher was Ruhiges nehmen zum Laufen, Juju Music von King Sunny Ade beispielsweise.

  3. Lajla nizinski:

    In-A-Gadda-da-Vida, Martina, real hardrock, 17 Minuten lang.
    Oder zum Soundtrack von „Lola rennt“

  4. Lajla nizinski:

    Martina, vielleicht interessiert dich auch eine philosophische Abhandlung über das Laufen: „Der Läufer und der Wolf“ von Mark Rowlands bei R&B erschienen. The Guardian dazu: „Überzeugt auch den letzten ungläubigen Nichtläufer.“

    Ich bleibe Radfahrerin :)

  5. Michael Engelbrecht:

    Und ich Dünenschleicher :)

  6. Martina Weber:

    Danke für eure ermutigenden Anregungen. 17 Minuten sind natürlich zu kurz, Lajla. Die Musik muss vor allem zu meinem Rhythmus passen. Heute habe ich Pausetag gemacht und bin nur Fahrrad gefahren. Der Vorteil beim Laufen, Lajla, ist aber der, dass hier andere Muskeln trainiert werden. Die Euphorie nach einem guten Lauf ist eine andere als nach einer netten Radtour.

  7. Jochen:

    A very inspiring, affirmative and appetizing article, Martina. I´m going to look for a nice pair of jogging shoes these days and then start with Youssou N’dour and 7 Seconds …

  8. Uwe Meilchen:

    „No sports“ ist mein Motto; aber wenn ich es richtig verstanden habe, so braucht man beim Laufen etwas mit einem durchgehenden, „nachvollziehbaren“ Rhythmus.

    Was waere also naheliegender als sich fuer jegliche Art des Dauerlaufs ein Mixtape mit „german motoric“ anzufertigen: also CAN, NEU! et cetera.

    Also recommended: the „strawberries oceans ships forest“ Album by THE FIREMAN (aka Paul McCartney and Youth).

  9. Martina Weber:

    @ Jochen: Cheers :)

    And, wow, you´re really planing to follow this path? So maybe a jogging tour in Münster, at next mana´s meeting?

  10. Martina Weber:

    @ Uwe: That´s it. Der Rhythmus der Musik muss dich zum Laufen bringen und am Laufen halten. Deshalb geht es nicht mit etwas Ruhigem.

    Übrigens ist morgen der große Tag, an dem die Nachbarn einziehen. Sie haben schon eine ganze bedrohlich lange Parkreihe reserviert. Bin gespannt, ob dieses Horrormädchen mit einzieht. Hatte heute noch einen schönen sonnigen Nachmittag auf dem Balkon mit einem Gedichtband, über den ich evtl. hier berichten werde. Maybe the last pleasant summer day …


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