Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

Wie geht ihr, liebe Manafonistas und Blogleser*innen, eigentlich bei der ganz normalen (täglichen) Auswahl eurer Musik vor? Hat das irgend ein System? Welchen Impulsen folgt es? Hier ein kleiner Einblick in die seltsame Chaosstruktur meines Musikhörens der vergangenen Tage: So eher aus Zufall („andere Nutzer der Bibliothek interessierten sich auch für folgende Bücher…“) lieh ich mir aus der UB von Helmut Korte die „Einführung in die systematische Filmanalyse“ aus und fand im Kapitel über der Analyse von Antonionis „Zabriskie Point“ eine Tabelle mit dem Musikeinsatz und da hier Pink Floyd sehr präsent ist, legte ich „Ummagumma“ auf, das Livealbum. Gefangen von der Psychodelik erinnerte ich mich an eine Aufnahme von Can und suchte sie, fand sie in einer Box, wobei mir allerdings eine Aufnahme von Talk Talk aus dem Jahr 1986 in die Hände fiel, das Konzert von Montreux, das ich im Deutschlandfunk aufgenommen hatte, leider nur zum Teil. It´s My Life. Such A Shame. Give It Up. Auf der Rückseite der Kassette befindet sich Sufi-Musik, die sich Jürgen Wasim Frembgn als Gast bei den Zwischentönen gewünscht hat, vermutlich vor ungefähr acht Jahren. Die Nacht in der Wüste, heißt das erste Stück, Stimmung der Landschaft aus Nordost-Iran. Das passt zwar gar nicht zu Talk Talk (und ich hörte nur ein paar Sekunden rein), aber schon eher zu Jürgen Ploog, der Reisen in den Orient wie Träume beschreibt. Idee eines Shelfie, Musik zu den passenden Büchern und DVDs zu platzieren. Geoff Dyer schrieb in seinem grandiosen Essay über Tarkowskijs „Stalker“, er hätte  dannunddann eine Ambient-Phase eingelegt und „Stars of the Lid“ gehört, (um etwas herauszufinden, was ich vergessen habe?) und ich fand Tracks aus „And Their Refinement Of Decline“ aus Michaels Sendung vom April 2007 (ich bin keine Archivarin, aber teilweise ziemlich gut organisiert). Inzwischen kam die Rother Box an. Fernwärme. Mir fällt auf, dass ich ein paar Wochen lang nicht „Boards Of Canada“ gehört habe. That´s home.

2019 22 Mrz

Zeitensprung

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Es könnte auch 1971 sein,

und Cat Stevens läuft im Radio,

abends dann Tanzstunde.

 

Musik Produktion Schwarzwald (Teil 1)

 

Vorgestern war es soweit, endlich, ich hatte die Gelegenheit das legendäre MPS-Studio in Villingen (Schwarzwald) zu besichtigen. Schon im Flur begrüßte mich Robert Wyatt, ein frühes Bild aus Softmachine-Zeiten. Aber dann das Studio, unfasslich, wahrscheinlich eines der ganz wenigen bestens erhaltenen Analog-Studios in Deutschland. Inzwischen stehen Studio und Inventar zum Glück unter Denkmalschutz. Eigentlich fing alles mit meiner Liebe zu alten Röhrenradios an. SABA hat in den fünfziger Jahren unglaublich gute Geräte hergestellt, hatte damals schon jahrelange Erfahrung mit dem automatischen Sendersuchlauf, hatte das magische Auge erfunden, das erste tragbare Tonbandgerät im Programm und vieles mehr. Geführt wurde die Traditionsfirma in den 60 und 70er Jahren von Hermann Brunner-Schwer (kaufmännisch) und Hans Georg Brunner-Schwer (technisch) unter dem wunderschön klingendem Namen SABA (die Abkürzung, für die SABA steht, weckt allerdings weniger romantische Assoziationen: Schwarzwälder Apparate Bau Anstalt August Schwer und Söhne). SABA baute damals auch hochwertige Aufnahmegeräte. Erinnert sei nur an das legendäre SABA 600 SH von 1965. Hans Georg Brunner-Schwer richtete sich Ende der fünfziger Jahre sogar ein Tonstudio in seiner Villa ein, in die er gerne Jazzmusiker einlud, mit ihnen tafelte und eben auch deren Musik aufnahm. Wenig später errichtete er in unmittelbarer Nähe zu seinem Haus ein Studio, so groß, dass sogar Duke Ellington mit seinem Orchester dort Platz fand. Ein Ampex-Bandmaschine mit 24 Spuren und entsprechende Mischpulte wurden eingebaut, ein riesiger Bösendorfer Imperial Flügel eingeflogen und dann fing man an, zunächst noch unter der Flagge von SABA, dann aber unter dem eigenen Label MPS, Music Production Schwarzwald, unvergessliche Aufnahmen zu produzieren. Recht früh mit dabei: Joachim Ernst Berendt, der hier auch erste Weltmusik-Experimente durchführte.

 

 

 

 

Eine Zusammenarbeit von Hans Georg Brunner-Schwer und Joachim Ernst Berendt wurde erst 2016 von dem Label Resonance veröffentlicht: Bill Evans, Eddie Gomez und Jack DeJohnette: “Some Other Time – The Lost Session From The Black Forest“, aufgenommwn am 20.Juni 1968 im MPS-Studio in Villingen. Die Doppel-CD ist fantastisch und nur sehr zu empfehlen.

Die Liste der Musiker, die in Villingen im damals hochmodernem Studio aufgenommen haben oder Konzerte durch MPS haben aufnehmen lassen, ist lang, hier einige Namen: Dexter Gordon, Slide Hampton, Ack von Rooyen, Red Garland, Jimmy Heath, Egberto Gismonti, George Gruntz, Dave Holland, Daniel Humair, Kenny Drew, Bill Evans (gemeint ist der Pianist), Eddie Thompson, Oscar Peterson, Ray Brown, Friedrich Gulda, Joachim Kühn, Volker Kriegel, Toto Blanke, Palle Danielsson, Randy Brecker, Rolf Kühn, Pierre Favre, Phil Woods, Nana Vasconcelos, Peter Warren, Monty Alexander, Woody Shaw, Nathan Davis, Eugen Cicero, Charlie Antolini, Art van Damme, Joe Pass, Eberhard Weber, Wolfgang Dauner, Albert Mangelsdorf, Heinz Sauer, Ralf Hübner, Attila Zoller, Niels Henning Orsted Pedersen, Kenny Clarke, Hans Koller, Siegfried Schwab, Gunter Hampel, Manfred Schoof, Peter Brötzmann, Jackie Liebezeit, Peter Kowald, Tony Scott, Irene Schweizer, Fritz Pauer, Steve Kuhn, Joe Turner, Jan Hammer, Billy Taylor, Joe Nay, Jim Hall, Lee Konitz, Jimmy Knepper, Freddie Hubbard, Baden Powell, Michael Naura, Wolfgang Schlüter, Peter Trunk, George Russell, Don Cherry, Lester Bowie, Karin Krog, John Surman, John Taylor, Tony Levin, Jaspet van’t Hof, Charlie Mariano, Tomasz Stanko, SUN RA, Zoot Sims und viele andere. Diese außergewöhnlich lange Aufzählung zeigt die enorme Bedeutung, die dem MPS-Label damals zukam. Schließlich gab es in den sechziger Jahren kaum auf Jazz spezialisierte Plattenfirmen. ECM wurde erst 1969 gegründet, MPS wurde zwar nur ein Jahre früher,1968, ins Leben gerufen, davor wurden aber schon viele Aufnahmen unter dem Namen SABA gemacht und auch veröffentlicht.

Alles fing damit an, dass SABA-Firmenmitinhaber Hans Georg Brunner-Schwer Oscar Peterson 1963 in sein Privathaus lockte und dort im familiären Rahmen Petersons Spiel aufnahm. Aber wie? Vollkommen neuartig und ungewöhnlich, mit Neumann-Mikrophonen ganz nahe an den Klaviersaiten montiert. So entstand ein ungeheuer dichter, intensiver Sound. Oscar Peterson war begeistert und kam von nun an jedes Jahr zu Privataufnahmen in die Villa des SABA Technikchefs HGBS, wie man ihn gerne nannte. Peterson war bis 1968 noch bei Verve vertraglich gebunden und so konnten die im Zeitraum 1964 bis 1968 entstandenen Aufnahmen erst 1968 erscheinen und wurden kürzlich in einer 4CD-Box unter dem Titel “Exclusively for my friends“ wiederveröffentlicht.

 

 

 

 

Eine letzte dringende Empfehlung aus dem Hause MPS: Eine Box, compiled by Hans Georg Brunner-Schwer “MPS Piano Highlights“. Hier sind Aufnahmen zu finden von Red Garland, Hank Jones, Cecil Taylor und vielen anderen.

 

The May Edition of Uncut pays tribute to Mark Hollis, his story is so much shorter than Neil Young‘s wild journeys with Crazy Horse (also featured), but no less glorious. Where others end with a bang, or a never-ending tour,  Mark Hollis‘ artistic career ended with a whisper. He became a family man, with no reason to return to music. He had done it all, and pushed the limits. I wish I‘d once been at White Hart Lane, watching a football game there when I was a teen, I might have met him long before everything started.  Just daydreaming. Being a listener all my life (without needing heroes when finally grown up), and not a player, I‘m so happy that his last three albums never stopped to share company. From the same breed as all that English soulfood of my life, from the Kinks to The Beatles, from Scott Walker to Talk Talk, from Robert Wyatt to Brian Eno. Yesterday I wrote to Brian that after the cancelling of my travels to the North Western Highlands in January („Laughing Stock“ would have been part of my final Land Rover CD collection) I’d hope  to come at least to London soon, for this and that, and a cup of decaffeinated green tea in his studio. „Please let me know when you’re here. I’ll have the kettle on!“, was part of the answer. He‘s curious, by the way, to listen to that album by Will and Hannah, and he will definitely have another special experience when getting lost in „24 Frames“ on BluRay. Today the colour of spring seems to return, and I‘m still sitting in a coffeehouse where they play that  awful parade of classical music evergreens. I‘m not the guy to shoot loudspeakers. Gentle does it.

 
 
 

 

Music set to poems, and vice versa, that‘s the program of Chalk Hill Blue. The album is a collaboration of Will Burns, Hannah Peel, and Erland Cooper. When I sent my questions to Will, I hadn’t heard a single note of the music, his poems were my starting point, and a fascinating one. I  let the  lines work on my mind, my unconscious, strolling, roaming, meandering, and  kept asking  myself how they all would sound when surrounded by music. Knowing Hannah Peel for some of her sensitive arrangements of other people’s music, and from her own solo work, especially the fantastic Mary Casio – Journey to Cassiopeia, my fantasies grew wild,  besides I was looking for some pictures of Will‘s surroundings in Derbyshire. Now that I got his answers (and one from Hannah), I‘m even more grateful for some translations of the poems by German and Austrian poets Martina Weber („February“) and Astrid Nischkauer (the other ones). Four poems will be part of my next radio night at the Deutschlandfunk on April 20. Meanwhile the music had arrived. In the evening I turned the lights down low, a glass of red wine, and then, some deep listening. What an aural delight, even in its darker moments – the whole thing a consciousness-jolting affair! This album, earthbound and elevating, will find its place on my shelf in the good neighbourhood of Darren Hayman‘s immersive hinterland journeys of „Thankful Villages“. Chalk Hill Blue will be released on Friday. 

 
 
 

 
 
 
 

Frühlingserwachen auf der meschuggenen Meile

 

Noch lässt sich der Tag nicht

nach dem Wetter bestimmen.

Keine Helligkeit oder kein struktureller

Schatten verrät

den Umriss oder Körper von etwas–

vom Wald, dem Fluss, dem Gästehaus.

Man könnte vom Vorhang

und dem Luftzug über den Rücken träumen,

vom Freien, der Hitze.

Oder vom Vogelgesang, der scheinbar

überall ist, und von einem Gefühl

des Unbekannten erzählt, mit welchem

diese Stunde allein beladen ist. Es breitet sich aus

wie ein Ausfließen, das zu einem Dröhnen wird.

 
 
 

Michael Engelbrecht: The modus operandi seems to be that Hannah Peel used your poems as inspiration for the music. But at the very beginning Hannah had some music that suggested a poem to you. Is „Spring Dawn on Mad Mile“ such a piece – some motives from the „aural field“ at least suggest that. Whatever, can you tell something about the relation of sounds and words here?

 

Will Burns: Well I think with that piece, Hannah and Erland had started to create some sounds, I think they had a synthesiser going, and there was just something about the mood that suggested that poem to me – an oppressive quality, maybe. That was how we started with a few of the recordings. But after that, we would try reading the poem over the top of the synth or drum machine or whatever it was, and figure out how the music of the poem itself could work with or against the compositions that Hannah was creating. Were there moments of harmony? Moments of tension? Did they make sense? That was the process really – and also how the words and music established a relationship.

 

Is the cover of the album a kind of „signifier“ for the landscapes that inspired the album, and can you describe your personal relationship to that special landscape – I don‘t know if England‘s famous literary wanderer, Robert MacFarlane, ever crossed this area?

 

Yes the cover is very much a representation of that place, but also of the slightly blurred or murky quality the place has. It’s not a wild place, it’s not urban, it’s not really suburban either. There are aspects of the place that feel very rural – the farming, the forestry, but you can feel the commuter-ness of it all as well. There are people around my village with proper old Bucks accents (like my Grandad), but also lots of London overspill and that kind of placeless Southern Englandness to it as well. That’s the tension that keeps pulling me into the place, I suppose, in the work. I think Robert walked the Ridgeway a couple of years ago and was in the area. I’d be surprised if he hadn’t been there a number of times.

 
 
 

 
 
 

How did Hannah Peel approach the landscape, primarily through your poems – or did you two take some free time for wandering around. You might have memories about common walks, the exchange of stories, the sharing of silence …

 

Hannah and Erland both came out to visit, along with Chris Turner, who shot the artwork imagery, and we walked a section of the Ridgeway. It was the start of that hot summer last year, and we’d recorded some stuff already but I think having all three of us in the landscape focused what we were doing somewhat. I think Hannah saw the hills, the pub, the woods and maybe it gave the stories and poems some extra colour somehow. A good walk is never a bad thing, I don’t think.

 

You mention some „echo spaces“ of the music, sort of distant cousins, for example Roedelius „kosmische reverie“. Do you have favourite albums by Roedelius or Cluster who indeed, were good examples for going back to nature in the mid-70‘s celebrating a more meditative lifestyle …

 

Well I think Hannah might be best placed to talk about that. For me, I’ve liked lots of electronic music and certainly Neu! and Kraftwerk and bits of Can, but I think I was most excited about the Daphne Oram and Delia Derbyshire references really. And when Hannah first sent me the mixes they’d done with the bits of woodwind on, that took me back to listening to Peter and the Wolf as a child. My Dad played the David Bowie version a lot and the flutes sort of stuck with me.

 
 
 

Februar

 

An Abenden wie diesem könnte ich alles vergessen –

Namen, Adressen, sogar die Art, wie wir zueinander standen.

All das könnte aufgenommen werden

von den Lichtern der Stadt bei diesem Wetter.

Der Vorgang hat etwas mit den Gebäuden zu tun,

ihrer Bauweise aus Quarz und Ziegelgestein,

aber es geht auch um die Belange der Menschen.

Wie viele es sind … können wir´s wissen? Den Daten trauen?

Die Grenzhunde, die es auflecken,

sie werden ihre Gründe haben.

Und es gibt überall Hunde, wo eine Linie gezogen wird.

Die Anzeige auf meinem Smartphone sagt mir  (nicht nur, wo ich bin,)

sondern dass ich in 15 Minuten anfangen kann mit meinem ersten Drink.

Und das sind alle Neuigkeiten, mit denen ich umgehen kann.

 
 
 

„February“ catches up a special evening atmosphere. On the one hand reflecting borders, on the other a more immersive experience with that funny line about the drink at the end. Was there a special inspiration for the poem, or is it more a condensation of a certain mood?

 

One of those rare things that comes to you out of nowhere, almost in one go… I was walking through London at the time in fact, and almost certainly felt a mood descend that seemed to want to be dealt with, however one attempts to try and deal with that sort of thing. Sometimes it’s by writing. I suppose I’d been thinking a lot about borders – who hasn’t the last few years? – and what they mean, how they work imaginatively, on maps or in our psyche. The phone, the map itself is a kind of border too I suppose. They both mediate our experience of place.

 

What was the special role and contribution of musician and producer Erland Cooper for the album? Was he suggesting a certain sound, did he add musical colours, ideas, or was his role like more defined by shaping the tracks into a coherent whole?

 

I think Erland added a real urgency to the pace of the work, he got things recorded quickly, didn’t allow us to worry unduly about things until we needed to, so that the project evolved rather than being set out in too prescriptive a way at the outset. He had musical ideas, definitely … he and Hannah would be in dialogue about the sounds and layers. And then he’d agree about a poem if I thought one might work, or the opposite of course. And then sequencing, mixing, mastering. He was a vital part of the process.

 

„The Night Life“ sounds quite surreal, one of the poems here I think have to use a dictionary to get closer to the gist. Can you shed some light on this one?

 

That’s definitely one where Hannah made some music first, which we sort of worked out of. I think it’s a drum machine she used to create that unrelenting, slightly frightening rhythm. It just sounded instantly to me like the poem I had tried to write. It’s about that sense you have at certain times in your life that things are getting out of hand. And most of the time when you look at what’s going on in those periods, perhaps try and analyse what’s happening a bit, you see that things had got out of hand a while ago in fact but you somehow missed the signs.

 
 


 
 

Looking back on the album, what can you say about Hannah Peel‘s contribution: did she offer new insights from a reader‘s / musician‘s perspective, did she enhance certain moods? From my point of view, as someone who has been reading the lyrics, but not heard any of the tracks, I imagine she has worked in a more ambient mood, with a very ascetic use of rhythm or groove.

 

That’s spot on, rhythm is quite a difficult aspect of the music in this kind of project because language has such a strong rhythm of its own when being spoken rather than sung. So the music had to sit alongside the syllabic rhythm of the poems, which I think pushes it towards the ambient, or the textural. Hannah would have the language to talk about it more accurately I’m sure, but for my part, I felt that she just had a very astute understanding of the poems on a musical level, she almost worked with them as if they were an instrument, which of course is one way that poems do their work. And yet she’s also got a very keen ear for poetry conceptually as well, she might only have said a few words about it after hearing a poem for the first time, but those words always suggested to me that she’d read the poem in interesting ways.

 

„A Summer Blues“ is one that appeals to me on first sight. It‘s a bit like a short story disguised as a poem. Such lines as „… and guitar strings that might rust to blue or ring forever …“ create a mood that is really a bit blues-like, but even in these night moods some magic seems to be hidden, in spite of „youtube clips“.

 

That’s very kind, thank you. I suppose it belongs in the same family as „The Night Life“ in some ways. An appraisal of where one is at a certain time. What kind of a mess one’s made of things …

 

Do you have favorite spoken word albums that may once upon a time had, or still have, a deep impact on you? The Books, Brian Eno, Laurie Anderson, Jan Bang and Erik Honoré, quite some artists have worked in this area in recent years …

 

Well I’ve mentioned Peter and the Wolf. I suppose I should also say that I grew up listening to lots of what are now called audio books. At the time they were just tapes that I loved as much as music. BBC radio adaptions – obviously the Hitchhikers Guide to the Galaxy, but also PG Wodehouse and Tolkien – loads of other stuff. I think that’s meant I’ve always carried the idea that literature is something that lives on the breath as well as the page. I have a huge admiration for Alice Oswald, whose work in some ways seems to refute the tyranny of print – posits the idea of the poem as something spoken and heard at least as much as something read on paper. She’s a fantastic poet. But in terms of recordings, I’m not sure I’ve got any favourite records that are similar really, which is one of the reasons I was so excited to make the recordings with Hannah and Erland. It felt as if I was living on my nerves creatively and completely free from what can sometimes become comfortable reference points.

 
 
 

Im Freien

 

Wir kannten den Sonnenaufgang als Gelsenzeit,

die sich selbst erschöpft

im dampfigen Wald,

und den tatsächlichen Wahnsinn

eines aufgenommenen Morgenchors.

Wir machten unsere Feldaufnahmen

um nichts davon zu verlieren.

Später, als ich sein Haus ausräumte,

fand ich das Aufnahmegerät.

Ich drückte auf den Startknopf und sah zu,

wie sich das Magnetband durch die Rollen spulte,

das Band straff am Tonkopf,

der Bandantrieb funktionierte immer noch,

war perfekt im Takt.

Wöchentlich eine Stunde verbringe ich

nun damit, die sich verändernden Grüntöne

im Garten seines Pflegeheimes zu beobachten.

Er versteht nicht mehr, was es ist,

das ich ihm da vorspiele,

wie die Aufnahme des Vogelgesangs

sich in den Räumen ausbreitet,

die sich zwischen uns auftun, während wir

dasitzen in diesem, seinem letzten erleuchteten Raum.

 
 
 

 
 
 

Looking back at the project, Hannah Peel wrote these lines: „A thrill from coming to make art together with no preconceptions, just a pure admiration for another artist‘s work and sensing a deep urge to create something to compliment that. There wasn’t many challenges when making the album, under the watchful hands and ears of producer Erland Cooper he was able to capture exactly the mood of the room, the poetry, the synths, drum machines and atmospheres I was turning to instinctively and embellished them with added tape loops, delays and his own processes. As the album was made so reactively towards each other in the room, the biggest challenge has been to take that live on stage and how to re-create that magic, impulses and connection so an audience can feel like they are in the room with us observing the process!“

 

 

Will and Hannah will be performing „Chalk Hill Blue“ live:

 

30.03.19 – Caught By The River Calder at The Trades Club – HEBDEN BRIDGE

04.04.19 – Cecil Sharp House – LONDON

05.05.19 – Cathedral Quarter Arts Festival – BELFAST

11.05.19 – Queens Hall – EDINBURGH

24.05.19 – Sea Change Festival – TOTNES

28.07.19 – Port Eliot Festival – ST GERMANS

01.11.19 – The Civic, Assembly Room – BARNSLEY

 

 

 

 

 

Ridgeway 

 

It could be the dogs announce

       your visit. It could be her birds.

       However it happens, she knows—

       understanding that has come unmoored.

       She opens red wine, puts out a bowl.

       Outside in the fields the second 

       hay crop is cut and turned again, 

       a faded day, dirt that might have been

       yours to own. An inheritance, like so much

       taken on faith, held in seed.

 

2019 19 Mrz

Aldous‘ Dance

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A wonderful conclusion of MOJO‘s review of Lambchop‘s new album, out on Friday.

 

MHQ: Bist du der „Drogenbeauftragte“ der Manafonisten?

 

ME: Scheinbar. Obwohl da leicht falsche Eindrücke entstehen. Auf jeden Fall habe ich mich in den letzten Monaten mit Kratom, und mit Psychedelika befasst – eine Hauptquelle war das grossartige Buch von Michael Pollan, das jetzt im Kunstmann-Verlag erschienen ist.

 

Und du hast praktische Erfahrungen gesammelt, wie Michael Pollan?

 

Eine mexikanische Expertin hat mich vor Wochen in Regensburg mit der KRÖTE bekannt gemacht, und eine Reise initiiert. Es war sehr, sehr seltsam. (A psychic rollercoaster with ego dissolution and extremely fearful moments, I confess.) Michael Pollan  lebt an der Quelle. In Kalifornien ist es für einen bekannten Autoren sehr viel leichter, eine ganze Reihe von Psychonauten zu finden, also geschulte Fachleute, die einen auf einem Trip begleiten, und die Zugang zu den Substanzen haben, ihre einwandfreie Qualität sichern. Und Kalifornien ist eine Hochburg der LSD-Forschung. Lies mal Ayelet Waldmans Buch über das „micro-dosing“ von LSD. Father John Misty hat es bei seiner letzten oder vorletzten Arbeit als kreatives Stimulanz eingesetzt. Wenn du hierzulande nach LSD suchst, und nicht ins Dark Web willst, kommst du nur, legal, an Ersatz-LSD, oder synthetische „mushrooms“. Dem traue ich nicht sonderlich. Über Kratom möchte  ich hier nicht reden, das fehlt mir noch einiges an Wissen, das wäre zu laienhaft.

 
 
 

 

 

Wie bist du denn auf Kratom gekommen, Michael Pollan verliert darüber kein Wort.

 

Bei einem der letzten Festivals in Kristiansand, bot mir ein Journalist aus dem ehemaligen Ostblock – 😂 – Kratompulver an, zum Kaffee. Es würde einen leicht euphorisieren. Aber ich hatte schon gute Laune, und würde nie irgendwelche  psychoaktive Substanzen zu mir nehmen, ohne mich grundlegend über sie infomiert zu haben. Der Typ war aber sehr nett und vertrauenswürdig. In Prag würden wir sicher öfter in einem dieser alten Kaffeehäuser zusammensitzen und norwegische Jazzplatten diskutieren 🤣.

 

Du willst doch nicht erzählen, dass du zuletzt diesem Kratom nachgegangen bist, allein, um seine stimmungshebenden Qualitäten zu prüfen.

 

Jede Droge wirkt komplex, und wer Kratom nach genauen Anleitungen nimmt, sollte anfangs einen Eimer neben sich stehen haben – 🤣. Die meisten empfehlen es auf nüchternen Magen, aber so oder so kann da schon mal das grosse Kotzen kommen.

 

Das Pulver wird jetzt keine neuen Freunde gewinnen.

 

Es gibt Kratom in verschiedenen Formen, die ein sehr unterschiedliches Wirkungsspektrum haben, das auch von der Dosierung abhängig ist. Ich habe es zweimal genommen, um seine Wirkung zu prüfen, „Borneo Red“, und was passierte? Ich fühlte mich, ähem, heiter und beschwingt, leicht schwebend. Aber es gibt ein viel tieferes Interesse, bestimmte Sorten sollen eine schmerzlindernde Wirkung haben, weil gewisse Elemente von Kratom Opioid-Verbindungen enthalten. Und ich habe seit einem guten Jahr, alle vier Wochen im Schnitt, eine einseitig Nackenneuralgie rund um den Trapezmuskel, vier bis fünf Stunden im Land des allerunlustigsten Schmerzes.

Und Tramal Retard, auch nach Absprache mit dem Arzt höher dosiert, wirkt bei mir nicht. Ich habe darum gebeten, mit ein stärkeres Opium zu geben, aber das bekam ich nicht. Nun ist mit dem Zeug nicht zu spassen, aber dieses Scheisstramal macht nicht mal ein High, der Schmerz bleibt unangefochten, und das Zeig geht anders als andere Opiate, die ich mal bekam,  bei zwei anderen Geschichten, auch noch auf den Kreislauf. Erst machten mich die Schmerzen fertig, und dan das Tramal. Da denkt man schon an Alternativen.

 

Und nun?

 

Neuralgien sind fiese Sachen. Früher hat man den Schmerz und sich mit Laudanum abgeschossen, und rasch war man in der Sucht gelandet. Nun weiss ich, dass dieses Spannungsfeld von Neuralgie und massiver Verspannung des Trapezmuskels Diverse Aspekte hat. Es läuft zum Teil auf eine Fehlstellung der Wirbelsäule hinaus, und da kommen Osteopathie und Pilates-Training ins Spiel. Aber wenn der Schmerz mal sein Fünf-Stunden-Fenster geöffnet hat, dann ist das hammerbrutal. Und ich will da das adäquate Mittel. Die WHO staffelt die Vergabe der Stärke von Opioiden nach der Befundlage, und das, was ich vorschlug, wird nur bei starken Tumorschmerzen verbabreicht. Alles schön und gut, aber ich brauche etwas, das wirkt, vielleicht Oxikodon der Tillidin, weiss der Kuckuck. Oder eben ein bestimmes Kratom. 

 

Erzählst du jetzt mal, was passierte, als der Pilzforscher auf den Baum stieg?

 

Beim nächsten Mal. Ehrlich, das ist dann auch das Finale dieser kleinen Serie. Aber, ähem, stattdessen möchte ich dir einen der Träume von heute Nacht erzählen. Ich habe mich nämlich entschlossen, mich von nun an wieder intensiv der Praxis der luziden Träume zuzuwenden.

Und alles beginnt damit, dass man ein Traumjournal führt, Traumerinnerungen stärkt, wiederkehrende Traumzeichen identifiziert, um dann einige dieser wiedekehrenden Zeichen, Menschen oder Umgebungen als Trigger für  das Anknipsen des Bewusstseins im Traum zu verwenden.

Ich war mit meinen alten Klassenkameraden in einem grossen Raum, der dem ehemaligen Zeichensaal des Max Planck-Gymnasiums sehr ähnlich sah. Wir waren aber alle in dem Alter, in dem wir gerade angekommen sind, es war also keine Zeitreise. Neben mir sassen Randolf, Lothar und Harald, und wir flachsten und erzählten Stories. Plötzlich ging die Tür auf, und unser Klassenlehrer, von einigen liebevoll „Egon“ genannt, betrat den Raum. Wie in alten Zeiten, standen wir alle auf, Egon legte grossen Wert auf Disziplin, er war die seltene Mischung aus stockkonservativ, Existenzialist, und literarischem Freigeist. Ich habe ihm viel zu verdanken, andere arbeiten sich noch heute an ihm ab. Mir traten fast Tränen der Rührung aus den Augen, trotzdem merkte ich nicht, dass dies ein Traum war. Zuerst ging er zu Michael H., und erinnerte sich an den Tag, an dem sie sich an der französischen Atlantikküste begegnet seien. Er ging von einem zum nächsten, um gemeinsame Erfahrungen in Erinnerung zu rufen. Er kam bald auch zu mir, und sagte sinngemäss: „Michael, ich erinnere mich gut an den Tag, als du deinen Krimikurzgeschichte auf dem Seminar in Southampton vorgetragen hast – fehlerfrei“, fügte er mit einem Schmunzeln hinzu.

 

Es geht also los.

 

Yep. And I still have to write that story 😇. Clare R. Johnson‘s Buch Llewellyn‘s Complete Book of Lucid Dreaming is my dear companion for the next months, and since I had my first lucid dream in December 1982, thanks to Paul Tholey, I know that lucid dreaming is one of the most powerful tools of the human consciousness. It goes back to ancient traditions of Tibetan Yoga, and has now been scientifically researched for decades.

2019 16 Mrz

In his own writing

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By Sun Ra, seen at Carnegie Museum of Art, Pittsburgh, as part of the „57th Carnegie International“.

By the way, mirrored in the lower photo one of the custom-built instruments of Harry Partch can be seen.

 

 

Change

 

A few feathers on the riverpath by the copse

betray the corpse.

Nothing more sinister

than unseasonal cold weather –

the egrets and light have returned to the river

the same week as a storm from Russia.

The big drifts take their time, lie

unthawed on the far banks for days,

discoloured by a topsoil

that has blown off the fields.

The wild birds fly, awkward, away

upriver. Always away.

And I move, a violence all my own

shape, back through the town

alone and shamed,

a man on his worn out, empty way.

 

Umkehr

 

Ein paar Federn auf dem Uferweg neben dem Buschwerk

lassen den Kadaver erkennen.

Nichts ist unheimlicher

als außergewöhnliche Kälte –

die Reiher und das Licht sind zum Fluss zurückgekehrt,

in der gleichen Woche wie ein Sturm aus Russland.

Die starken Strömungen nehmen sich Zeit, sie liegen

tagelang unaufgetaut an entlegenen Ufern,

verfärbt durch einen Oberboden,

der von den Feldern weggeblasen wurde.

Die wilden Vögel fliegen, ungeschickt, davon,

flussaufwärts und immer davon.

Und ich, eine Gewalt in meiner eigenen Gestalt,

bewege mich zurück und durch die Stadt,

allein, beschämt,

ein Mann auf seinem ausgetretenen, inhaltsleeren Pfad.

 


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