Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2019 25 Jun

Floating

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Ladies and gentlemen, you‘re floating through space, always. This is not a mindset, this is sheer physics. Nevertheless, being a dog-loving pagean, I do have much love for all those bangers on the doors of perception who found their ways in, with meditation, acid, and the power of musics. So, the August edition of MOJO (Uwe will be happy) contains an interstellar list of so-called spiritual jazz. Part of the charts, on No. 2, is Don Cherry‘s „Brown Rice“ which I played extensively during my last radio night. Mojo says: „In the wake of John Coltrane’s passing, former collaborator and band member Cherry recorded a series of albums that continued his mentor’s legacy, crafting a chaotic, beautiful sound that blended African rhythms and Eastern gamelan percussion with free jazz improvisation. However, this mid-’70s recording, which utilises the framework of Miles Davis’s otherworldly spacejazz, is arguably the most satisfying place to start. Bookended by two eerie, motorik-funk incantations – Cherry’s hypnotic vocal whisper floating over squealing toy trumpet spirals and oily electric bass – the LP explores African, Indian, and Arabic polyrhythms, in trippy shamanic spells that pull you into a bubble of mysterious calm.“ Well said, guys. This is really a record that sends you places. Other „astral stuff“ comes from Joe Henderson, Alice Coltrane, Larry Young, Roland Kirk, Herbie Hancock a.o. Far away from being „historical“, this music is still crazy (and mind-bending) after all these years and will  never be losing its deep emotional impact, as long as you are open for a state of wonder. Ladies and gentlemen, you‘re floating through space. Al Reinert‘s documentary on the Apollo 9-mission,  „For All Mankind“, will be reissued before the end of month, and might be an ideal travel companion. A lot of drifting, and Brian‘s „Apollo“ part of the surround mix.

2019 24 Jun

Kunst in der Natur

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2019 24 Jun

„Capsule“

von | Kategorie: Blog | | 3 Comments

 
 

Mein schönstes Lied des Jahres, ohne Worte, es klingt so, als wäre „Sowiesoso“ von Cluster in Hamilton, Ontario, entstanden, mit Daniel Lanois an den Reglern und der Gitarre, es ist der „missing link“ zwischen der Ferne, in der man nur „surrender“ hauchen kann, und der Kneipe um die Ecke, in der die Jukebox alle Evergreens der näheren Zukunft hamstert.

 
 

Musik Produktion Schwarzwald (Teil 5)

 

Im September letzten Jahres wurde in Villingen richtig groß gefeiert, das MPS-Studio wurde 50 Jahre alt. Der Techník-Chef von SABA, Hans Georg Brunner-Schwer, hatte 1968 den Schritt gewagt vom Privat-Studio in seinem Wohnhaus hin zu einem großen professionellen Studio.

Zum Jubel-Fest am 7. September 2018 wurde eine fette Doppel-Langspielplatte herausgebracht: Junges Forum 65, Unreleased Tapes From The MPS Studio, mit dabei: Benny Baily, Rolf Kühn, Hans Koller, Stuff Smith, Jimmy Woode, Tubby Hayes, Roger Guérin, George Gruntz, Leo Wright, Erich Kleinschuster, Michael Hausser and others. Es handelt sich um Aufnahmen, die während des 40. NDR-Jazzworkshops am 1. und 2.Juli 1965 in der Vestlandhalle in Recklinghausen gemacht und bisher nicht veröffentlicht wurden (warum nicht? – das ist auch Michael Laages, der die Liner-Notes schrieb, ein Rätsel).

 
 

 
 

Angefangen hatte alles 1961 mit der Entwicklung des SABAmobils (siehe Foto), das 1963 als bahnbrechende Sensation auf dem Markt kam. Das SABAmobil war ein Vorläufer eines Kassettenrecorders, eigentlich eine Kombination aus Kassettengerät und Autoradio.

 
 

 
 

Für die speziell entwickelten Kassetten nahm H.G. Brunner-Schwer die Musik selbst auf. Das war streng genommen der Beginn der SABA-Musikproduktion. Von Beginn an mit dabei Wolfgang Dauner, Albert Mangelsdorf, Hans Koller, Horst Jankowski und bald auch – 1963 – Oscar Peterson. Aber erst 1968 kam es zur Gründung des MPS-Labels. Immerhin umfasste der SABA-Jazz-Katalog zu diesem Zeitpunkt bereits 80 Titel.

Dem Familienunternehmen SABA allerdings ging es damals gar nicht gut, nur große Firmen, wie etwa der Konkurrent GRUNDIG, hatten noch Chancen auf Selbstständigkeit. SABA war auf den Einstieg des amerikanischen GTE – Konzerns angewiesen, die Musikproduktion wurde allerdings ausgegliedert, sie war für GTE nicht von Interesse.

Wer sich für die wunderbaren SABA-Geräte aus dieser Zeit interessiert, der mag das Franziskaner-Museum in Villingen aufsuchen – hier findet man eine kleine Auswahl sehr schöner SABA-Geräte – oder besser gleich ins nahe Villingen gelegene St. Georgen reisen und das Deutsche Phono-Museum aufsuchen. Hier findet man nicht nur alles über die Erfindung und Ursprünge der mechanischen Schallaufzeichnung – man kann etwa ein Modell des mechanisch zu betätigenden Edison-Phonographen (1880) bewundern, sondern kann auch die Blütezeit des Grammophons in all seinen Ausprägungen nachvollziehen, die Geburt des Radios und des Plattenspielers erleben (Perpetuum Ebner / DUAL), die Entwicklung der ersten Tonbandgeräte verfolgen –  von SABA bis REVOX – hin zu High-Fidelity und HIGH END.

 
 

 
 

Es gilt die ersten „Disco-Lichtspiele“ über Grammophon (1920!) zu bewundern, man kann Jukeboxen, SABA-Geräte, die ganze DUAL- und PE-Entwicklung bestaunen, bis hin zur Gegenwart und dem erfreulichen Neustart der Plattenspielerproduktion von PE und THORENS in St.Georgen.

 

Zurück in Villingen:

 

2010 erhielt das MPS-Studio vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg den Titel „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“. Der Förderverein MPS-Studio Villingen e.V. bemüht sich um die Erhaltung des Studios und führt auch wieder Tonaufnahmen durch. Das sind doch mal gute Nachrichten!

Und hier kann man die Lichtmaschine aus dem Jahre 1920 in Aktion erleben:  DSCN7905

 

Nordic Noir ist ja so eine Hülse, auf CASE *** trifft sie vollumfänglich zu, man könnte auch von Nordic Slow sprechen. Gute Schauspieler, vollkommen deprimierende Geschichte. Kann Island so runterziehen? In einem ähnlichen Terrain des Lebensalters angesiedelt, Jugendliche am Rande des Erwachsenseins (und gefährdet), spielt sich QUICKSAND **** ab, und erzählt fesselnd und einfühlsam von einem grausamen Verbrechen. Sechs Folgen, kein Gramm Fett. Wer alter Agatha Christie-Romantik nachhängt, sollte mal die spanische Serie HIGH SEAS * testen, oder besser doch nicht: bleibt alles seifenopernhaft, mit passend schlechtem Soundtrack. Ein Schlafmittel. Bin auch nicht bescheuert, und habe nach zwei Folgen abgebrochen. Hundefreunde wie ich könnten bei IT‘S BRUNO ** auf ihre Kosten kommen, dieser no-brainer ist dann aber doch ein bisschen zu blöd. „Everything changes, and nothing really changes. People die, new people are born, and we exist in between.“ Sagt JESSICA JONES, sie ist eine Superheldin mit diversen Defiziten, hat den lakonischen Humor eines Sam Spade, und ich finde die SEASON 3 **** herrlich abgefahren. Bei der fünften Staffel von BLACK MIRROR kann man ja stets einsteigen, weil jede Science Fiction / Virtual Reality – Story in sich abgeschlossen ist. Die dritte **** und vierte Episode sind umwerfend gut. Auch witzig übrigens. Okay, die vierte Episode *** ist nur gut. Der Burner ist natürlich Martin Scorseses Filmtrip mit Bob Dylan und seiner ROLLING THUNDER REVUE *****. Ein über zwei Stunden währender Rausch, mit allen Nebenwirkungen, die Zeitreisen haben können! Habe ich was vergessen, Joey?

 

 

„Also“, sprach Plinius, „hier ist nun das Ende der Welt. Möge Platon zufrieden sein, dass ich den Null Meridian durch seine elysischen Gefilde lege. Ob er „Atlantis“ hier vermuten will, bleibe sein Geheimnis.“

 

Wahrhaftig wurde ein achtes Eiland Ende des 19. Jahrhunderts von drei Herreńos gesichtet. Sie waren über goldene Ilix Wiesen und durch bis zu 15 Meter hohe Baumheiden gewandert, vorbei an riesigen Gagelbäumen und genossen die Melodie der Stille. Von unbekümmerter Sorglosigkeit getragen, gingen sie in den friedvollen Pinienwälder hinein.

 
 
 


 
 
 

Als sie auf die öden Lavafelder trafen, erfasste sie ein Rausch, hervorgerufen von der Urgewalt und plutonischen Inferiorität des erstarrten Magmas. Die reine, weiche Luft des Passatwindes, vermischt mit den radioaktiven Strahlen der Mineralien, versetzte die drei Wanderer in eine traumhafte Benommenheit, die sie vorübergehend zu einer unsicheren Fröhlichkeit veranlasste. Der eine Wanderer zeigte in Richtung Leuchtturm und machte die beiden Anderen auf die „Wunderinsel“ San Borondón aufmerksam. Die Männer spähten mit den Händen über den zusammen gekniffenen Augen hinaus auf den Atlantik. Der Eine begann zu zittern und bat darum, den Rückweg anzutreten. Sicher zuhause eingetroffen, setzten sich die Männer noch auf ein Glas Elysar-Wein zusammen und hörten der fernen Stimme von Dona Valentina la de Sabinosa (1889-1976) zu.

 
 
 


 

2019 19 Jun

In The Castle Of My Skin

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Sons of Kemet: In The Castle Of My Skin

Excellent video

 

 

 
 
 

Stets eine Lieblingsplatte gewesen aus dem Haus MPS. Gepflegter Hippie-Langhaar-Look, und vielleicht die aufregendste Platte des Flötisten Chris Hinze. Gar nicht mal im berühmten Schwarzwald-Studio aufgenommen, gelang auch in Köln ein Kunstwerk der fusion music, das sich vor den lebenden Legenden des Genres nicht zu verstecken brauchte. Es gab auf MPS eine ganze Reihe mitreissender Jazz-Rock-Scheiben, von Joachim Kühn oder Association P.C. – und auch George Duke legte mit „Faces In Reflection“ ein kleines  Meisterstück hin. Meine meistgespielten Platten von der Musik Produktion Schwarzwald aber waren, in der ersten Hälfte der Siebziger, Don Sugarcane Harris mit „Fiddler On The Rock“ (mit der einzigen Version von „Eleanor Rigby“, die wir gelten liessen, neben dem Original der besten Band der Welt), Volker Kriegels „Face Lift“ (oder doch „Missing Link“), und, keine Frage, Chris Hinze mit seiner „Mission Suite“ – auch das Cover empfand ich als ziemlich cool. Und ganz sicher ist mir der eine und andere Schatz entfallen.

 

Also, ist ja bekannt, dass wir in der DDR große Probleme hatten, an Schallplatten aus dem Westen ran zu kommen. Wobei, was Popmusik betraf, besserte sich ab den frühen Achtzigern die Lage, da es von manchen Künstlern und Bands Lizenzplatten gab. Natürlich nicht in Massen, aber mit Beziehungen war einiges möglich.

Ich hatte seit den frühen 70ern, neben der Musik, auch noch bei der Post als Zusteller gearbeitet, damals war das ein absoluter Knochenjob, im alten Prenzlauer Berg etwa gab es noch Häuser mit drei Hinterhöfen, sechs Seitenflügen und Quergebäuden – das alles bei Wind und Wetter, voll bepackt treppauf, treppab! Geld umd Rente wurden noch an der Wohnungstür ausgezahlt. Das hatte ich fast 25 Jahre gemacht, für Musiker war das fast ideal, von den Arbeitszeiten betrachet.

Dann hatte ich mich dort, um etwas Kraft zu schöpfen, drei Jahre als Pförtner betätigt, allerdings im Drei-Schicht-System; das hiess, ich konnte viele Bücher lesen, für die Musik arbeiten usw. Ich hatte in meiner Pförtnerbude ein Radio, und hörte nachts oft Rias (Walter Bachauer) DLF, SFB, oder auch Radio DDR 2, was unser Kultursender war, und da gab es durchaus viel Jazz und Zeitgenössische Musik.

Jedenfalls wurde in einer Nacht Brian Enos „Music for Airports“ im Westradio vorgestellt – die Platte war gerade erschienen, und ich glaube, eine Woche später gab es die Rückseite zu hören. Ich war absolut begeistert von Enos erster Ambient-Platte, völlig hin und weg!

Im gleichen Zeitraum sah ich bei einem Bekannten das auch gerade erschienene Buch von Joachim Ernst Berendt, „Nada Brahma“, was mich sehr verblüffte! Vieles, was ich dort nur kurz sah und las, das wusste und fühlte ich schon immer, doch hier wurde es mir nochmals dargeboten, schwarz auf weiss. Beides wollte ich mir besorgen (übrigens auch die LP, die du neulich erwähntest, mit dem „Gesang der Buckelwale“).

Damals war ich noch verheiratet und hatte zwei Kinder, und die Oma meiner Ex-Frau lebte in Westberlin in Schöneberg. Wenn sie uns besuchte, schenkte sie mir stets ein 5 DM-Münze, und genau so sparte ich mir Enos Platte und Berendts Buch zusammen.

Nun hatte ich als Pförtner eine Kollegin, die schon Rentnerin war und oft nach Westberlin fuhr zu ihrer Schwester. Also fragte ich sie, ob sie mir beides mitbringen könnte – beides stand in der DDR damals nicht auf dem Index. Sie hatte auch beides mitgebracht! Und als ich ihr dann mein gespartes Westgeld geben wollte,war es verschwunden! Da konnte nur ein Mensch dran kommen, aber lassen wir das…

Naja, Micha, du kannst dir ja denken, wie peinlich mir das war, dass ich die Sachen nun nicht bezahlen konnte, also habe ich Enos LP und das Buch dann 1:5 in Ostwährung hinblättern müssen. Das waren dann so 150 Ostmark, bei einem monatl. Verdienst von ca. 350 Mark haut das schon ins Kontor.

Und das blöde war auch noch, diese „Music for Airports“ war eine Fehlpressung, auf einem Stück ist ein richtiger Vinyl-Huckel, nun heißt die Platte ja auch „Musik for Airports“, und an der Stelle hebt die Nadel voll ab!

Aber dennoch, die Musik und Buch waren es mir letztlich wert, und ich liebe beides heute noch! Und auch sehr begeistert bin ich bis heute von der Ambient 2-Aufnahme, „Plataux of Mirror“! Ich liebe alle Ambient-Sachen von Eno, es ist stets aufs neue eine Überraschung, seine Musik zu hören, zu erleben – neulich war es die „Lux“ und dann „Plateaux“, es war, als wehte ein leichter Windhauch durch mein Studio.

 

Herzliche Grüße

Fred M

Als ich das Foyer aus Glas und Stein meines Agenten betrete – jeder hat ja heute meist sogar mehrere Agenten: Versicherungsagenten, Kulturagenten, Finanzagenten, Gesundheitsagenten, Zeitagenten, Freizeitagenten, Geheimagenten, Entsorgungsagenten etc. – fällt mein Blick auf einen neuen FreeCard-Ständer in dem sonst puristisch leeren Raum. Zwischen den üblichen Sprüchekarten – „Streng mal die Synapsen an!“ – eine kleine bunte Karte auf der ein paar ungelenke Fußballer einer alten Zeichnung in geometrische Felder übergehen: eine Werbekarte für ein extraordinäres Technoalbum von Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick: Echo. Diese drei klassisch ausgebildeten Multiinstrumentalisten und Ausnahmemusiker fragten sich irgendwann einmal, ob es nicht möglich wäre mit akustischen Instrumenten ihrem gemeinsamen Faible für Technomusik Ausdruck zu verleihen und gleichzeitig, dank ihrer Schulung, etwas zu schaffen, was sich nicht immer gleich anhört. Ein paar Samples, Four to the floor, ein Laptop und nun ja, scheißegal wer dahinter steht, das konnte es ja nicht gewesen sein. Also klassische Instrumente samplen, einen alten Moog dazuholen, einen scharfen Groove im 17/4-Takt anstimmen und schon ist der kulturbeflissene Bildungsbürger ähnlich verwirrt wie der maximal rauschbetrancete Clubgänger gegen Sonnenaufgang. Das war 2010: You Make Me Real. Echt! Bop.

Fünf Alben später sind sie nun wieder nahe an ihren Ursprung zurückgekehrt und liefern mit Echo ein minimalistisches, humorvoll verspieltes, groovig-tanzbares und höchst originelles „Technoset“ ab, das sicherlich zu den spannendsten Veröffentlichungen dieses Jahres gerechnet werden muss. Gleich am Anfang kriegt man hier schon den Rest (soll wahrscheinlich eher Rast bedeuten, wäre dann aber als professioneller Hochstart das glatte Gegenteil) und arbeitet sich – Steve Reich lässt grüßen – über ein atmospärisch dichtes Stück nach dem anderen zum Titelsong Echoes (kein erkennbares Zitat an Pink Floyd!) bei dem Anna Wappel in ganz eigener Weise zu dem sich komplex rhythmisch verdichtenden Stück singt. Dazwischen kleine Chamber-Miniaturen, die zu Encore mit der französisch singenden Catherine Ringer überleiten und einen schließlich recht unvermittelt auf dem Mont Blanc absetzen. Mein Tanzagent und mein Kulturagent entspannten imperativ ihre Synapsen und empfehlen ausnahmsweise einmal spontan einstimmig diese intensiv minimalistische emotional vermenschlichte maschinelle Körpermusik; Echt: Echo

 
 
 

 


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