Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

Von 15. bis 19. Mai finden die diesjährigen Heidelberger Literaturtage statt. Am Freitag, den 17. Mai, um 16.15 Uhr, werden Geraldine Gutiérrez-Wienken und ich im Spiegelzelt auf dem Universitätsplatz unsere Übersetzungsarbeit präsentieren. Im Zentrum steht dabei der zweisprachige Gedichtband Wörterbücher / Diccionarios mit Gedichten von Trinidad Gan, die für die Veranstaltung aus Granada anreist. Ich bin sehr gespannt darauf, ihre Stimme zu hören und wie sie liest. Wie kann es gelingen, in einer Übersetzung neue Denk- und Ausdrucksweisen in die Zielsprache zu integrieren? Und woher kommt die Vorliebe für die Farbe Grün in der spanischen Lyrik? Trinidad Gan hat in ihrem Gedicht „El Viaje“ (Unterwegs sein) mit verschiedensten Nuancen von Grüntönen gearbeitet, aber worum geht es unter der Sprachoberfläche? # 18 der österreichischen Ausgabe der Triëdere (Zeitschrift für Theorie, Literatur und Kunst) hat das Thema (Gedichte) übersetzen. Ich hatte Geraldine vorgeschlagen, einen gemeinsamen Beitrag zu schreiben. Lass uns einfach jede ein paar Statements zum Übersetzen machen und wir stellen uns vor, wir sind zwei Schauspielerinnen auf einer kargen Bühne und jede erzählt ein Stück ihrer Geschichte. Betreten wir den Theatersaal. „Ein Gedicht ist für mich dann gelungen, wenn es nicht nach einer Übersetzung klingt. Im Idealfall ist die Übersetzung ein Text, den ich selbst gern geschrieben hätte.“ „Durch das Übersetzen bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass ich mich immer selbst übersetzt habe, seit meinem ersten Murmeln in meinem eigenen Sprachuniversum.“

2019 15 Mai

From a session in march

von | Kategorie: Blog | | 7 Comments

 

a u d i o

 

Karsten – soprano saxophone

Jochen – electric guitar, looping

 

 

Der Landrat hatte es sich nicht nehmen lassen, die Rede selbst zu halten, obwohl er doch kein Freund oder gar Kenner des Theaters war. Erfreut entnahm er den Begrüßungsworten des Bürgermeisters, dass natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt sei. Die Handvoll zu integrierender behinderter Laienschauspieler machten sich im Wahljahr gut und bildeten am Buffett keine Gefahr, wenn er gleich zu Beginn des Applauses dorthin eilte. In diese existenziellen Gedanken war er versunken, als er gerade noch rechtzeitig seine Ankündigung bemerkte. Von den einleitenden Worten des Theaterpädagogen hatte er nicht viel mitbekommen, aber er konnte – in zahlreichen Debatten geschult – improvisieren. Den Titel des Stückes hatte er ganz vergessen, und er versäumte es auch noch, das Stichwort „Gesamtkunstwerk“ zu benutzen, aber der Begriff „Käse“ eignete sich gleichwohl für einen Einstieg in die Materie, zumal ihm aus dem Unbewussten weitere rettende Worte entgegenkamen: „Bembel“ und „Handkäs mit Musik“. Hier wird die Anekdote zu einem „moment musical“ und der Abend zu einem gelungenen: „Ich wünsche allen Anwesenden einen schönen Abend mit dem Theaterstück DER HANDKÄS-KASCHPER!“

 

(Nach einer wahren Begebenheit, erlebt und festgehalten von Prof.music.)

 

 

 
 
 

Mit Wolfram beim 3. Manatreffen bei Ritter Sport in Waldenbuch

 

Friends of Karl Hyde and Underworld do have Christmas every week or so, cause regularly the band releases new material for free. A fascinating modus operandi, full of surprises, like the jam sessions with The Necks, for example. I still haven‘t followed it deep enough to have a clear opinion about the artistic success. But, yesterday, I heard this on, their new installment of the „Heart, ep. three“, and its slow motion soul vibe entranced me. I love it, I really like the way Karl Hyde is singing, murmuring, speaking. (m.e.)

 

„A mesmerizing drift into springtime; a journey across miles of open sands into tight city streets where neon blurs past the windscreen as night turns to day, this HEART beats to the sound of gorgeous hyperspace soul, metropolitan electro, scratched up ghostly radio transmissions and rumbling ultra heavy percussive techno.“

 

Underworld – „Dune“ (#DRIFT Ep.3 Pt.1)

 

2019 8 Mai

Facing the Unknown

von | Kategorie: Blog | | No Comments

As for movies Harry Dean Stanton was the classical sideman. He played supporting roles amongst others in films directed by David Lynch, such as Wild at Heart, The Straight Story and Inland Empire. He played only two lead roles, one in Wim Wenders´ Paris, Texas, the other in Lucky, directed by John Carroll Lynch, who is not related to David Lynch. Lucky could also have been a documentary. It´s about an old man, 90 (give or take), living alone on the edge of a tiny town in the desert, high cacti in the front garden. Every day he starts with yoga exercises, he´s in good shape, lives his day with rituals. But he´s confronted with his mortality and seems helpless in dealing with it. You could call this the plot. Yep, it´s slow tempo, almost meditative, like the 100 years old tortoise Roosevelt walks somewhere around. It´s a film about letting things go (not to expect the tortoise returning) and looking at the danger with a smile. John Carroll Lynch talked about a moment when he and Harry just sat together in silence between two film shots and when the movie was finished (Harry didn´t experience the release of the film any more), someone gave Lynch a poster roll. It was the photo of that moment.

2019 7 Mai

1987

von | Kategorie: Blog | | 1 Comment

 

I made this new and entertaining video about 1987.

 

 

2019 6 Mai

Nourishment

von | Kategorie: Blog | | No Comments

 

I often think we’ve got Sunn O))) wrong. For all the talk of records about hidden civilisations, the robes, the notorious if occasionally exaggerated anecdotes about the physical impact of their gigs on unsuspecting audiences, the odd onstage fight, the intensity of their heaviosity that inspires writers and fans alike to perplexed rapture with words like “crepuscular”, rarely do we see them described for what they are – masters of the ecstatic. The aesthetics – black metal warped via contemporary design – and presence of Attila Csihar might once have promoted a newly initiate broadsheet journalist to whisper ask me „are they Satanists?“ but Sunn O))) really, have always been about the light. Most times I’ve seen them play live the experience has been one of reflective or joyous endorphin release, more akin to a cathedral evensong or standing under the ice-cold waterfall of a mountain stream than an unpleasant sonic assault. As Stephen O’Malley told me in 2017, „This isn’t a violent thing. It’s powerful, but our intention is not to be destructive. It’s nourishment.“

(Luke Turner on „Life Metal“)

 

 
 
 

Ich dachte es wäre nicht verkehrt, wenn ich in diesen Tagen mit den Olivetti Chronicles herumlaufe. John Peel war ein begeisterter FC Liverpool Anhänger. Wenn er jetzt leider vom Himmel aus seinen Club gegen Barca verlieren sieht, kann er doch wenigstens unbekümmerter als Jürgen Klopp die geniale Technik von Messi beklatschen.

Ich hatte das Buch – immerhin „Three Decades of Life and Music“ – auch letzte Woche dabei, als ich in einem Sportheim mit einem Freund das Spiel Barcelona gegen Liverpool ansah. In der Pause blätterte er in dem John Peel Buch, sprang plötzlich hoch und jauchzte: Das muss ich mir kopieren,  wo kann man denn sonst noch unter den Musikjournalistenfuzzis was über Captain Beefheart (Peel Meets The Captain, 1972) lesen.

Gestern traf ich mich mit einer Freundin in der Düsseldorfer Altstadt. Sie fragte mich, warum ich so ein dickes Buch herumschleppe. Zugegeben, ich bin abergläubisch. Ich erklärte ihr, dass ich bis zum Rückspiel am Dienstag mit dem Wackerstein herumliefe.

I put a spell on you … Ich fragte sie nach Klaus Schulze, Ah ja der, sie hätte vorwiegend Tangerine Dream gehört, weniger Kraut und Kraftwerk. Ich zeigte ihr das Kapitel „Kosmische Musik 1973“Ich kopiere.

Als ich heute morgen am Rhein saß, dachte ich, dass ich John gerne getroffen hätte. Ich finde ihn lustig, intelligent und leidenschaftlich. Ich hätte ihm dafür gedankt, dass er die PSYCHODELIC FURS auf Radio 1 nicht nur vorgestellt, sondern auch oft aufgelegt hatte. The Furs gehören mit dem Song „Fall“ in meine Ausnahmemusikkiste:

 
 

See the wall the wall is black

We will have a heart attack

We will be alone and we’ll fall  we’ll fall

 
 

Soweit ich weiß, ist er an einem Herzanfall gestorben. 

Letztes Jahr sah ich den Kinofilm I call you by your name. Darin geht es um eine Männerliebe. In einer emotional erhitzten Szene lief plötzlich der Fur Song „Love my way“Grossartig.

John Peel möchte ich das letzte Wort geben:

 

I’m more concerned about what Liverpool do next ‚Tuesday‘, than what they’ve done in the past. Their past history…isn’t of particular interest to me…It’s the same with music, when I say I’m more concerned about those records that I have in the back of my car, that I’ll still listen to this weekend than I am really even in the ones I’ve played in this week’s programmes.

Auch eine schöne Vorstellung: Einmal unerreichbar sein, ganz für sich. Nur der Turm und das Meer. Leichtturmwärter, das wär´s doch!

 

Natürlich bot die Laterne einen großartigen Blick aufs Meer, den jene Wärter genossen, deren Sinn für die Schönheit des Ozeans noch nicht abgestumpft war. Isolation ist das augenfälligste Merkmal von Leuchttürmen. So wurde etwa der mehr als 30 Kilometer vom Land entfernte Leuchtturm Stannard Rock (1883) im Lake Superior als  „einsamster Ort der Welt“ bezeichnet. (S.124).

 

Diesen Hinweis auf einen radikalen Rückzugsort entnahm ich dem kürzlich im DuMont-Verlag erschienenem Buch “WÄCHTER der SEE“, ein herrliches, ein wunderbares Buch, das mir viele ganz spezielle Abende beschert hat. “WÄCHTER der SEE“ ist ein Buch von R.G.Grant, es geht um die “Geschichte der Leuchttürme“. Dieses großformatige, ungeheuer liebevoll gestaltete Buch, in dem nicht nur Fotos und Baupläne der wichtigsten Leuchttürme der Welt und deren Geschichte zu finden sind, sondern auch Querschnitte der Türme, Zeichnungen, die Geschichte der Leuchtmittel, Leuchtturm-Zubehör und vieles mehr.

 
 
 

 
 
 

Das Buch gliedert sich in vier Kapitel, sowie einen Prolog und einen Epilog. Im Prolog erfährt der Leser alles über den abenteuerlichen Bau des EDDYSTONE-TURMS – die Arbeiten begannen 1696 . Im Epilog, wer hätte es anders erwartet, geht es um DAS ENDE EINER ÄRA; ein eher trauriges Kapitel.

Im ersten Kapitel wird uns die Geschichte des Leuchtturms erzählt, “WUNDER DER TECHNIK“, im zweiten das gefährliche Metier des Leuchtturmbaus “IM KAMPF MIT DEN ELEMENTEN “, im dritten die Entwicklung von Lampen und Linsen “EIN LICHT IN DER DUNKELHEIT“, und im vierten, menschlich sehr bewegenden Kapitel, die Höhen und Tiefen im Leben der Leuchtturmwärter, „DIE HÜTER DES LICHTS“.

Ein Buch mit 160 Seiten, 250 farbige Abbildungen, 100 s/w Abbildungen, erschienen im Originalverlag: Thames & Hudson Ltd, London 2018, Originaltitel: Sentinels of the Sea. A Miscellany of Lighthouses Past.

Das Buch ist dermaßen schön gestaltet, dass es eigentlich mit Preisen überhäuft werden müsste, aber, wer liest schon ein Buch über Leuchttürme?!

Der Verlag schreibt u.a.: „Wächter der See erzählt von den Anstrengungen und technischen Meisterleistungen, die es möglich machten, selbst auf den kleinsten Felsvorsprüngen und sogar mitten im Meer Bauwerke von enormer Größe und Stabilität zu errichten. Es beschreibt das wichtigste Element der Türme – das Licht – und seine Entwicklung vom schwachen Kerzenschein hin zu weitreichenden gebündelten Strahlen. Es berichtet von Schiffbrüchen und heldenhaften Seenotrettungen und nicht zuletzt von der großen Verantwortung und dem isolierten Leben der Leuchtfeuerwärter.“

 
 
 

 
 
 

Und natürlich braucht es die richtige Musik, die den Leser begleitet. Ich habe mich für die Musik von James Yorkston entschieden. Yorkston, ein schottische Singer/Songwriter lebt am Meer, in einem kleinem Fischernest nördlich von Edinburgh. Meine Lieblingsplatte von ihm begleitete mich durch das Buch: Moving Up Country. Übrigens soll Philip Selway über den Musiker gesagt haben:

 

„James Yorkstons Musik zu hören, ist für mich in etwa so, als wenn man am Rand einer Party auf eine interessant aussehende Person trifft. Bevor man sich versieht, hat man den ganzen Abend damit verbracht, sich von ihren Geschichten fesseln zu lassen.“


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