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Archives: Succession

2022 19 Jan

Ins Rom der Neuzeit

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Irgendwann fiel der Groschen, „klick“ machte die Münze und im Schubfach befand sich die Ahnung: die Charakterstrukturen im Milieu wohlhabender Familienunternehmen sind überall gleich. Es war der Moment, als Kendall Roy eine Geburtstagsparty feierte. Der erste Sohn aus zweiter Ehe war dem patriarchal-cholerischem Vater Logan inzwischen abtrünniger Gegenspieler geworden, ohne das hier der Ödipus-Komplex zum Tragen käme, nein, eher die Annahme, der Vater sei böse und er ein besserer Mensch. Schwester, Brüder, Anhang, der ganze Schlangen-Tross erscheint ungeladen auf seiner aufgemotzten Feier, die Schwester blickt sich enttäuscht um in der rammelvollen Bude: „Is anybody here?“ Nein, Schwesterlein, das Väterchen ist gerade abwesend, doch mit seinem Geld hat er euch Kinder längst korrumpiert, geopfert auf dem Altar seines Narzissmus: „I win!“. Keine der Serienfiguren ist sympathisch, aber alle sind interessant und auf tiefgreifende Weise miteinander verwoben. Das zu verfolgen, macht grossen Spass. Wer gerne bei Sigmund Freud in den neurotischen Symptomgeschichten stöberte, der wird hier fündig. Die Spannung liegt eigentlich in der permanent sich fortspulenden Gegenwart köstlich verdorbener Dialoge vor dem Hintergrund delikater Schauplätze. Der jüngste Filius pflegt eine leicht SM-gefärbte, uneindeutige Liaison zur Jahrzehnte älteren Generalkonsulin, könnte dabei doch jede junge Schöne haben. Der Vater raunzt ihn an: „Are you scared of Pussy?“ Zu diesem bilderprächtigen Feuerwerk einer Familien- und Firmenaufstellung wäre noch Vieles zu sagen. Vielleicht auch, weil es dann doch, trotz aller Klassenunterschiede, mit dem eigenen Leben zu tun hat. Sex, Brot und Videospiele – das Rom der global-medialen Neuzeit heisst New York und ist an jedem anderen Ort der Welt zu finden.

 

2021 10 Dez

A Ticket to Sky

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Es würfelte der Gong: wir vom Karl-Lauterbach-Fanclub schliessen uns tendenziell obenstehender Bewertung an und halten zu den Serienverweigerern ebenso diskret Abstand wie zu den Impfgegnern – in der Hoffnung, sie alle bleiben in der Minderheit. Evidenzbasiert und anglophil suchen wir unbeirrbar den flow, ahnen auch, dass die dritte Staffel von Succession so gut sein wird wie die ersten beiden. Wir freuen uns schon auf den altbewährten Soundtrack, auf dass er uns die kommenden Festtage bereichert: klassische Musik, passend übermalt vom geläufigen „f*cking“ oder „f*ck you“ in den zynischen Dialogen dieser durch und durch korrupten Medien-Bourgeoisie. Es grüsst Chabrol! Auch Harald Schmidt hätte sicherlich seine Freude daran. Davon unabhängig fassen wir eine zukünftig salzarme Ernährung ins Auge, weil diese den Knochen ebenso gut tut wie ausreichendes Vitamin D: damit wir auch im hohen Alter noch sorglos Netflix schauen können oder ein Ticket bekommen für Sky.

 

2020 4 Aug

A Praise

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Small wake-up call from the television-muezzin: „Succession!“ it sounds from the onion dome and praised is a highly acclaimed masterpiece: the portrayal of a patriarchal media mogul and his family-entourage. The heirs, his children, are four freaky, more or less troubled sibblings. Watching this is a must, according to Quawali-singer Nusrat Fateh Ali Khan actually a „Musst, Musst“. For me it is one of the few series I would even watch for a second time. The story is: my Netflix summer break alternative offered a ticket to Sky but did not provide subtitles, so I had to watch it „pure“, in the original version. First a bad surprise („Wow, is my English still that poor?“) it soon turned to be a win situation: you don’t get all dialogue details, maybe half of them, but on the other hand valences of attention become free for other things, like the faces, the venues, the film-cuts. The flow is guarantied, anyway. And brilliant acting transports a main part of the plot by itself. The rest do the episode-guides. Someday, if circumstances allow, on a second run the dialogue subtilities will certainly be re-adjusted. Already looking forward to that point. In the meantime I tune in with a reviewer hiding out somewhere in the widespread cotton fields of Rotten Tomatoes: „My regrets to all those who have missed this ambitious shakesperean show.“

 


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