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Archives: My old flame

 

 

Aus der Zeit damals habe ich kein einziges Foto, bis jetzt. Einige von damals treffe ich in diesen Tagen wieder, einige nicht. Es waren tatsächlich, das wurde mir heute in den Gesprächen bewusst, Pionierjahre der Kognitiven Verhaltenstherapie in der Behandlung von Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Aufregend. Und ohne sentimental zu sein, kann ich sagen, dass diese Jahre zwischen dem Herbst 1980 und dem Herbst 1982 – trotz meines späteren Glückfalls in der Medienwelt – die prägendsten Berufserfahrungen meines Leben waren. Die Grenzen von Arbeit und Privatleben waren fliessend, von den Einheimischen konnte man kaum jemand kennenlernen, ohne eine Sprachkursus zu machen. Und ohne das es an alten Kamellen lag, ohne jeden Hang zur Übertreibung – an dieses Gefühl einer speziellen „community“ konnten wir heute, beim ersten Zusammenkommen, nahtlos anschliessen, nach einen Sprung über Jahrzehnte. Da war kein behutsames Abtasten nötig. Wir warn damals so verdammt jung. Einmal reisten einige von uns nach Berlin in die weite Welt, und liessen die Berge hinter sich. Es gab das hinreissende Filmfestival, mit einem Thriller von Christopher Petit (unvergessen), es gab amouröse Verwicklungen, es gab, in politisch recht dunkler Zeit, gute Widerständigkeit, die Grünen nahmen Kontur an und Fahrt auf. 1982 war Höhenflug, Bruchlandung, Aufbruch. Keine Platte spielte ich öfter als „Remain In Light“. Selbst die alte Wirtin im Einödhof stellte die „Popsession“ im Radio an, wenn ich zum Abendtisch in ihr Wirtshaus kam. Ich hatte meinen ersten luziden Traum, und nahm mir sofort mein Ticket nach London. Alle sind auf diesem Bild versammelt, das einmal, vor Ewigkeiten, reine Gegenwart war.

 


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