Manafonistas

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Archives: Inside Rhythmic Falls

Ich sitze in einem Raum mit Aruan Ortiz, Andrew Cyrille und Mauricio Herrera. Nach langer Zeit habe ich wieder Lust auf argentinischen Mate-Tee entwickelt, was leicht passieren kann, wenn sich ein Buch von Julio Cortazar – diesmal ist es „62/Modellbaukasten“ – auf meiner Couch von den Schaumstoffschwestern breitmacht. Es ist dunkel, nur eine Kerze brennt. Aruan ist Kubaner, komponiert, und spielt Klavier, Andrew gehört zu den zehn luftigsten Schlagzeugern der Jazzhistorie, manchmal glaubt man, er bediene eine Windmaschine, und Mauricio Herrera bearbeitet mit unverschämter Lässigkeit Marímbula, Changüi Bongoes, Catá – und Kuhglocken. Wenn ich die Namen dieser Instrumente in mir nachhallen lasse, fühle ich mich an mein germanistisches Proseminar über Konkrete Poesie im westfälischen Münster erinnert: warum hat Eugen Gomringer nie einen Gedichtband mit Kling und Klang herausgebracht – ein Klassiker wäre das geworden über die Auflösung de Musikkritik in puren Sounds und flüchtigen Bildern. „Inside Rhythmic Falls“ ist ein fantastisches Album, eine Zeitreise in die Räume der Kindheit, tief hinein in die Provinz Oriente im Osten Kubas. Es ist bei Intakt Records rausgekommen. Julio, der alte Jazzlover, hätte es übrigens geliebt.

 


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