Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

You are currently browsing the blog archives for the tag ‘David Bowie’.

Archives: David Bowie

 
ZiggyStardust
 
 
 

My Mama said: „To get things done, you’d better not mess with Major Tom.“

(DB, „Ashes to Ashes“)

 

Die persona eines Musikers, sein Werk, ein spezielles Album, ein einzelner Song oder eine einzige Strophe daraus, ja selbst das Fragment eines seltsamen Akkordwechsels – das alles kann lohnenswerter Gegenstand des Interesses sein. Wo die Liebe hinfällt und vor allem: wann. In diesen genannten Teilaspekten gibt David Bowie sehr viel her – auch wenn meine Haltung zu seiner Musik genau von jener fremdartigen, kühlen Distanz geprägt ist, die ja gerade sein Oevre auszeichnen. Eins ist gewiss: wer über die engen Tellerränder von Klassik oder Volksmusik hinausblickt, kommt an Erscheinungen dieses Karats nicht vorbei. Zu allen Zeiten haben Künstler der modernen westlichen Welt, die wir in diesen islamistisch-verhangenen Tagen erst recht zu schätzen wissen, neue Horizonte erschlossen.

Ihre Kreativität, die performative Kraft, ihr Mut wirkten sich befreiend auf gesellschaftliche Entwicklungen aus – sie waren role models, Vorbilder, zuweilen mit Kultstatus. Deshalb fällt einem zu Bowie auch gleich etwas ein. Zu Beginn dieses neuen Jahrtausend nun, so etwa um das Jahr 2002, gab es ein Livekonzert, das mich aufhören liess – mit einer phantastischen Band, einem gereiften und doch juvenilem Bowie, einer charismatischen Bassistin (sie spielte barfuss auf der Bühne) und einem abgeklärten, professionellen, homogenen Gesamtsound. Lag es daran, dass da Jemand zu jener Zeit ganz schwer verliebt war („I´m deranged“) und vom Lebensgefühl her Paris von der Seine in eine niedersächsische Landeshauptstadt an der Leine verfrachtete und auch sonst den Wind der zweiten Jugend erfuhr? Man sagt ja, die Vierziger seien die besten Jahre.

Ein Stück von Bowie nicht nur funktionsharmonisch zu verstehen, sondern auch irgendwie präsentationsfähig auf die Gitarre zu übertragen, hat seine Tücken, zumindest for a simple guy like me, der niemals Partituren lesen konnte und für den die Notenschrift eine permanente, mühsame Herausforderung ist: Arbeit am Widerstand, dem Studium eines sperrigen Computerprogramms oder dem Lesen einer komplizierten Gebrauchsanweisung eines technischen Gerätes durchaus vergleichbar. Und doch: Musik notieren, in Form zu bringen, festzuhalten, das ist lohnenswert und wenn man konstatierte, nur notierte Musik sei ernst zu nehmen: in a way that would make sense to me.

And so we take this as a playground – ein ewiges Übungsfeld. Never I had been a Bowie fan nor one of Dylan – oder der anderer in Stein gemeisselter grosser Namen der Pophistorie. Aber wenn ich erstmal von einer Fassung affiziert bin, dann höre ich ein Stück gut und gerne bis zu hundertmal hintereinander weg. Es ist ein Sog, der darin besteht, die Essenz eines solchen Songs mir selbst anzueignen. Wer da an Patrick Süsskinds Roman Das Parfüm denkt, in dem der Protagonist betörende Düfte aus einbalsamierten Jungfrauen kreiert, um sie sich einzuverleiben, liegt nicht ganz falsch.

An die erste Begegnung mit dem androgynen Gesangs- und Performancehalbgott erinnere ich mich noch genau. Es war auf der Konfirmandenfreizeit in Südtirol, ein wunderbarer Ort, die Pension lag direkt an der Strasse, mit Swimmingpool. Dort gegenüber ein Fussballplatz, der an einen Wildbach mit grossem Kieselbett angrenzte, an Baden war nicht zu denken, denn trotz Bullenhitze: das Wasser war gefühlte zwei Grad über Null kalt. Mit dabei waren zwei Amerikaner, Austauschschüler, one was a blond and tought countryboy, always jogging straight ahead the crests. The other one was David, a jewish guy from Brooklyn, some years older than me, but we soon became friends. Schwarze lange Locken, feine Manieren, immer leicht ironisch. Er nannte mich Robbie, angeblich sähe ich einem gewissen Redfort aus jungen Jahren ähnlich.

David sang merkwürdige Songs mit komischen Melodien und gepresster Stimme, „Spiders from Mars“ kam drin vor und „Major Tom“. Wer das sei? Nun hör mal, David Bowie kennst du nicht! Unser tranceartiges gemeinsames Projekt bestand neben meiner Neugier an Stories aus Amerika darin, dass wir auf den Fussballplatz gingen, ein Tor von etwa sieben, manchmal fünf Metern absteckten und er dann vom Siebenmeterpunkt schoss. Er wartete immer, bis ich mich bewegte und schoss dann in die andere Ecke. Im Laufe der gemeinsamen drei Wochen hielt ich nicht einen einzigen Ball. Und da man selbst ja nicht nur Songs in jeder Körperzelle abgespeichert lebenslänglich in sich trägt, sondern in diesen Songs auch eigene Geschichten abgespeichert sind wie ein Fossil in einem Bernstein, muss ich also nun beim Üben eines Bowiesongs und beim Recherchieren über diesen Künstler ständig an diesen heissen Sommer in jenem norditalienischen Alpental denken.

Der Film The Man Who Fell To Earth kann als eine gnostische Parabel gelten und zeigt Bowie mit beeinduckender schauspielerischer Leistung in der Rolle eines von seiner Familie Getrennten und auf die Erde Gefallenen, der dort das dringend benötigte Wasser des Lebens (whiskey) sucht, um es in seine Heimat zu bringen. Er verfällt aber nicht nur der Liebe auf diesem Planeten Erde, sondern auch den kapitalistischen, gierdynamischen Trieben, die ihm eine Rückkehr nach Hause unmöglich machen. Bowies Musik lebt von Sprüngen, die sich auf dreierlei Weise bemerkbar machen: da ist das kaleidoskopische Vexierspiel mit den Gender-Rollen, da ist die grosse Vielfalt an Stilmitteln und Genrekategorien und da ist eine merkwürdig zerklüftete Akkordlandschaft in den Songs zu finden – als interessantes Forschungsobjekt für einen notentechnisch Unvollkommenen.

2015 20 Nov

Der Bowie mal wieder

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags:  1 Comment

 

 
 
Hier ist das Video zu „Blackstar“.
 

Überzeugt mich leider ebensowenig wie das Musikstück selbst. Der Rest wird hoffentlich besser sein.
 

Title: „David Bowie“

Year: 1967

Notes: Fucking bonkers. Fucking hilarious. Fucking genius. A drawer filled with Schneekugeln. Miniature universes with their own weather systems. Pick them up and shake them. But watch out, some of these ornaments contain heavy water, and plutonium snowflakes.

Standout tracks: All of them, really. Sell Me A Coat in particular.
 
 
Title: „Space Oddity“

Year: 1969

Notes: Remarkable development from the previous record. Much more first-person p.o.v. Oddly folky but not in a Pentagle kind of way. Production is wonderful – it’s like a hymn to magnetic tape and expressively deficient microphonics.

Standout tracks: Letter to Hermione, God Knows I’m Good.
 
 
Title: „The Man Who Sold The World“

Year: 1970

Notes: Another big leap – but is it a leap forward? The vocal personae are largely adenoidal. The band sounds trendy. Led Zeppelin III wasn’t Led Zeppelin’s best moment (not even their second- or third-best moment). But to my ears, this is something that aims for the same approximate space as III, and doesn’t really get there, or anywhere, much.

Standout tracks: none. The first 15 to 18 seconds of Saviour Machine are quite good.
 
 
Title: „Hunky Dory“

Year: 1971

Notes: The cover art is total shit. Music: a bit plinky-plonky. Entire LP sounds like a demo from an alternate universe where you can just dream the music in your sleep into the A&R brain rather than hand a recording of it in to the A&R department (or get a motorcycle courier to do so on your behalf). Hunky Dory sounds to me like it was recorded, produced, released and consumed in an era well before Space Oddity. Maybe creative time isn’t linear. I don’t like this record.

Standout tracks: None, again. The stammered, repeated voiceless palato-alveolar affricate consonant in ch-ch-ch-changes is great though. Fuh-fuh-fuh-fucking genius! Do I hate this record? Of course not. That would involve having to listen to it more than like twice.
 
 
Title: Ziggy Stardust etc.

Year: 1972

Notes: Some of the better elements of the artist’s earlier work come back into play, like right back to the first LP, (albeit without the smell of Edwardian-era carpets and wallpaper). Whole thing still too honky-tonky and plinky-plonky for me.

Standout tracks: Still none. But the intro to Starman (ie the first 18.5 seconds of the track) is definitely an off-cut from Space Oddity (or time travel). It’s like a green screen blanket made out of pure cosmos. Total genius. Another chroma key world.
 
 
Title: Aladdin Sane

Year: 1973

Notes: That weird squeal that Robert Plant does at the start of Immigrant Song? Sonic puke. You can hear it on Block Buster! by The Sweet, you can hear it on Rubber Bullets by 10CC. And you can hear it here. To be fair to Bowie, though, there is some forward motion here. One of Bowie’s most genius attributes is that there are stylistic echoes going forward and back between works that are otherwise discrete. It’s not like X sounding a bit like Y. It’s like X and Y come from the same place, the same iration, but different simultaneous iterations of the iration.

Standout tracks: Black Dog, Rock and Roll, Misty Mountain Hop, Going to California. Oops, wrong fucking LP.
 
 
Title: Pin Ups

Year: Fuck knows

Notes: I’ve never listened to this one.

Standout tracks: silence
 
 
Title: Diamond Dogs

Year: 1974

Notes: The opening seconds sound like the Immigrant Song screech being pitch-shifted down and echoing, briefly, around the base of a garbage can. It’s a great 3 seconds. The rest of the record – when compared to the previous half-decade’s output by the artist – is like fresh air. At last. The title track even references an oxygen tent – as well as the Immigrant Song screech. It’s like meta-commentary stand-up comedy.

Standout tracks: Bowie’s cover version of the Generation X song „Rebel Rebel“ is prescient. How did he know they’d sound like that a half-decade later? It’s a mystery. „1984“ tries the same prescient trick, doing an Isaac Hayes except that hook was well in the past by then. The „Twilight Zone“ sample at the end ain’t fooling anyone.
 
 
Title: Young Americans

Year: 1975

Notes: More prescience. Young Dave foresaw Donald Trump’s hairstyle and nicked it for the cover art. Largely, the music is nicotinised soul. You imagine a lot of coughing and phlegm in the smoking zone. Although there may not have been a smoking ban in 1975? The smokers are all dead, so no-one can check. (Marlboro Red please. And a double espresso. Danke.)

Standout tracks: Young Americans, Fame, Right.
 
 
Title: Station to Station

Year: 1976

Notes: Lyrical genius. „It’s not the side effects of the cocaine. I’m thinking that it must be love. It’s too late to be grateful … I won’t let the day pass without her.“

Standout tracks: Station to Station, Wild is the Wind.
 
 
Title: Low

Year: 1977

Notes: If Station to Station was like plate tectonics – plate to plate, stationary-stationary – then Low is the place it hinted at trying to get to but never quite found the coordinates for. It may feel like there has been an eternity since the last truly great David Bowie record in this post, but a quick look at the above text, the calendar and some magical arithmetic on a Casio calculator puts the distance at ten years. 1967 is the debut LP year, 1977 is Low. I’ve checked twice with the Casio and it does compute. Only 10 years passed between 1967 and 1977. The weave of time and space must have a central fuck up, or crack up, or a whole book of crack ups. How did we get here? Via Sell Me A Coat and the Immigrant Song high-register honk? Maybe. By the way, I saw a Blood Transfusion Service van driving up the street on Friday. Ordinarily this would be unremarkable, of course, but then I saw a horde of vampires running after it. The blood van stopped at the red light, and the vampires sprinted close, within kicking distance of its number plate. Saliva dripping from their fangs. A blood frenzy. Then the lights changed to amber and the transfusion service van was off at 30 miles per hour into that generalised granular dark concrete greyness that is typical of your usual UK street. A literal disappearance, an unplayful camouflage. The vampires ran on in vain, in the drizzle.

Standout tracks: Art Decade, Warszawa, Sound and Vision
 
 
Title: Heroes

Year:1977

Notes: Lighter than low, less listlessness. Production almost dubby by comparison. Funny cover art.

Standout tracks: V-2 Schneider, Sense of Doubt

Title: Lodger

Year: 1979

Notes: Unbelievably influential – most of UK pop for the whole of the 80s intertextualised (copied) this record. Stylistically a masterpiece but emotionally it’s kind of empty. It’s like Hollywoodisation as a statement. Really, really fucking weird.

Standout track: Red Sails
 
 
Title: Scary Monsters etc.

Year: 1980

Notes: This has the absolute worst cover art. (Actually Pin Ups is equally bad.) Fucking Pierrot? Fuck off! Musically I like this one a lot. It’s Dave back in full-on pop music mode after a ling time in avant-garde mode. Some real classics here. Ashes to Ashes is a piece of art so successful that it actually enters the limbic system the first time you hear it, and never lets go.

Standout tracks, the above-mentioned, plus Up the Hill Backwards, Fashion, Teenage Wildlife
 
 
Title: Let’s Dance

Year: 1983

Notes: More shit cover art. C’mon Dave, wtf? But God, I love this record. So, so much. Modern Love is so great that I almost puke with joy when I hear it. China Girl reprises the ersatz orientalisms of Red Money. But I forgive it because it’s a great song, and brilliantly song. Great song follows great song. Then about halfway it begins to run out of steam. I love populist stuff and Let’s Dance does populism well . There’s no millionaire’s guilt here – no „I can see those fighter planes“. It works for me.

Standout tracks: the first 4 or 5
 
 
Title: Tonight

Year: 1984

Notes: The cover art is quite good. The music is all very pleasant. Should come with a health warning though for the awful cover version of God Only Knows. Jesus, the original is depressing enough. Listen tothis one and you may find yourself on the phone to fucking Dignitas.

Standout tracks: Don’t Look Down, Neighborhood Threat
 
 
Title: Never Let Me Down

Year: 1987

Notes: Some good songs (Time Will Crawl, Glass Spider, Shining Star). 80s production is at its high watermark here. But this record is remarkable for its sense of absence. It’s like Dave’s true self has moved on but a kind of Dave shell has stayed behind on microphone duties. Terrible, awful, crap cover art. None of the music is awful.

Standout tracks: the above-mentioned
 
 
Title: Tin Machine

Year: 1989

Notes: Tit machine, morelike.

Standout tracks: nil
 
 
Title: Tin Machine 2

Year: Fuck knows

Notes: never heard this LP. Any good?
 
 
Title: Black Tie etc.

Year: 1993

Notes: Crap title imho. Musically no real surprises. Plenty of good tunes. A very good recorded – but was it marketed well? Some of the songwriting here is worthy of a Légion d’honneur.

Standout tracks: Jump They Say, Looking for Lester
 
 
Title: Outside

Year: 1995

Notes: Mystifying. Occasionally truly great.

Standout track: Algeria Touchshriek, Strangers When We Meet
 
 
Title: Earthling, Hours, Heathen, Reality

Year: 1997 – 2003

Notes: Reality is the most comfortable of these – but all have their moments

Standout tracks: Days, Thursday’s Child, The Dreamers, Everyone Says ‚Hi‘
 
 
Title: The Next Day

Year: 2013

Notes: Where Are We Now? Is a classic, no question.

Standout tracks: the above-mentioned, plus If You Can See Me and The Stars Are Out Tonight

David Bowie

 
 
Big Bang überschrieb Jochen seinen Artikel vom 06.02.2013. Es ging ums Älterwerden und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten etc, aber eben auch um David Bowie und Jochens Freude auf dessen Neuveröffentlichung im März. Für mich war dieser Artikel der Auslöser, nach vielen Jahren endlich mal wieder sämtliche Schallplatten und CDs von David Bowie aus meinem Plattenschrank zu kramen und sie einmal wieder zu hören. Acht Titel hatten es mir besonders angetan:
 
 
 

 
 
 
1. Memory of a free festival von der Langspielplatte Space Oddity. Mit dieser Platte, erschienen 1969 begann meine Geschichte mit David Robert Jones, der seinen Namen 1966 bereits zu David Bowie verwandelt hatte. Space Oddity war längst nicht sein erstes Werk auf Schallplatte, er trat bereits seit 1963 mit verschiedenen Bands auf, aber es war seine erste einigermaßen erfolgreiche Veröffentlichung. Ein Jahr vor der Veröffentlichung dieser Scheibe, hatte sich Bowie übrigens vergeblich bei Apple Records beworben. Memory of a free festival ist ein gänzlich außergewöhnliches Werk. Während der ersten Hälfte des 7:09 Minuten langen Stückes singt Bowie höchst eindringlich, nur von einem Instrument begleitet, während der zweiten Hälfte geht es dem Hörer wie bei einem Werk der Beatles, ich meine Hey Jude. Auch hier stellt man sich einen Tonmeister vor, der sein fast geleertes Bierglas auf den Hauptaufnahmeregler stellt, der dann unendlich langsam die immer gleiche Musik und den immer gleichen Text ausblendet. Trotzdem: ein tolles Stück.
 
2. Nicht jede Platte von Bowie gefiel mir, nur insgesamt neun schafften es in meinen Plattenschrank. Dazu gehört natürlich die 1970 erschienene Platte The man who sold the world. Ein raues Album, im Gegensatz zu Space Oddity eher eine Hard-Rock-Platte. Das Titelstück hat es mir besonders angetan.
 
3. The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars kam dann 1972 heraus und Starman war mein absolutes Lieblingsstück auf dieser Scheibe.
 
 
 

 
 
 
4.1973 habe ich mir dann eine Single-Platte von Bowie gekauft und auf ihr findet sich der damalige Partyknüller Rebel Rebel.
 
 
 

 
 
 
5. Bowie lebte von 1976 bis 1978 in West Berlin, wo er meines Wissens nach zwei eigene Alben aufnahm: Low (unter Mitwirkung von Brian Eno) und …
 
6. Heroes, auch dieses Platte habe ich mir natürlich anschaffen müssen. In Bowies Berliner Zeit gab dann aber auch noch Aufnahmen mit Iggy Pop.
 
7. In den späten siebziger und vor allem in den achtziger Jahren verlor ich Bowie aus dem Blick. Erinnert sein hier lediglich an China Girl, ein wunderschönes Stück aus dem Sommer 1983.
 
8. Die vorerst letzte Platte von BowieOutside – kaufte ich mir auf Empfehlung von Michael Engelbrecht, der diese Scheibe 1996 in seinen Klanghorizonten im Deutschlandfunk vorstellte und besonders auf die Mitwirkung von Brian Eno (einmal mehr) hinwies. Mein Lieblingsstück No Control!
 
 
 

 

Sie leben noch. Aber das Paar schaut reichlich verwittert drein. Illusionen sind verflogen. Der Mann nimmt den Zug vom Potsdamer Platz, Bilder eines alten Berlins mischen sich mit dem Wohnzimmer voller Schnickschnack und Erinnerungsstücke. Die Szenerie wirkt maskenhaft, die Zeit bröckelnder Fassaden. Wäre der Raum nicht so vollgestopft, man könnte an Becketts „Endspiel“ denken. Wie dem verbleibenden Leben noch Gutes abtrotzen: alle Emphase ist aus Bowies Stimme gewichen, und dennoch beschwört er mit seltsamer Hingabe jeden Funken Leben. Die Feier des Lebens als pure Melancholie, das ist grosse Kunst. Aber vielleicht ist das nur eine seiner üblichen Maskeraden, und auf den anderen Songs seines neuen, Im März erscheinenden Albums, begegnen wir vielleicht auch wieder dem Dandy, der Diva und dem Tanzbär. Wenn nicht, könnte es ein grosses Spätwerk werden.

 
„Where are we now?“
 


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz