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2013 8 Feb

Gregor öffnet seinen Plattenschrank (35)

von: Gregor Mundt Filed under: Blog | TB | Tags:  | 5 Comments

David Bowie

 
 
Big Bang überschrieb Jochen seinen Artikel vom 06.02.2013. Es ging ums Älterwerden und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten etc, aber eben auch um David Bowie und Jochens Freude auf dessen Neuveröffentlichung im März. Für mich war dieser Artikel der Auslöser, nach vielen Jahren endlich mal wieder sämtliche Schallplatten und CDs von David Bowie aus meinem Plattenschrank zu kramen und sie einmal wieder zu hören. Acht Titel hatten es mir besonders angetan:
 
 
 

 
 
 
1. Memory of a free festival von der Langspielplatte Space Oddity. Mit dieser Platte, erschienen 1969 begann meine Geschichte mit David Robert Jones, der seinen Namen 1966 bereits zu David Bowie verwandelt hatte. Space Oddity war längst nicht sein erstes Werk auf Schallplatte, er trat bereits seit 1963 mit verschiedenen Bands auf, aber es war seine erste einigermaßen erfolgreiche Veröffentlichung. Ein Jahr vor der Veröffentlichung dieser Scheibe, hatte sich Bowie übrigens vergeblich bei Apple Records beworben. Memory of a free festival ist ein gänzlich außergewöhnliches Werk. Während der ersten Hälfte des 7:09 Minuten langen Stückes singt Bowie höchst eindringlich, nur von einem Instrument begleitet, während der zweiten Hälfte geht es dem Hörer wie bei einem Werk der Beatles, ich meine Hey Jude. Auch hier stellt man sich einen Tonmeister vor, der sein fast geleertes Bierglas auf den Hauptaufnahmeregler stellt, der dann unendlich langsam die immer gleiche Musik und den immer gleichen Text ausblendet. Trotzdem: ein tolles Stück.
 
2. Nicht jede Platte von Bowie gefiel mir, nur insgesamt neun schafften es in meinen Plattenschrank. Dazu gehört natürlich die 1970 erschienene Platte The man who sold the world. Ein raues Album, im Gegensatz zu Space Oddity eher eine Hard-Rock-Platte. Das Titelstück hat es mir besonders angetan.
 
3. The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars kam dann 1972 heraus und Starman war mein absolutes Lieblingsstück auf dieser Scheibe.
 
 
 

 
 
 
4.1973 habe ich mir dann eine Single-Platte von Bowie gekauft und auf ihr findet sich der damalige Partyknüller Rebel Rebel.
 
 
 

 
 
 
5. Bowie lebte von 1976 bis 1978 in West Berlin, wo er meines Wissens nach zwei eigene Alben aufnahm: Low (unter Mitwirkung von Brian Eno) und …
 
6. Heroes, auch dieses Platte habe ich mir natürlich anschaffen müssen. In Bowies Berliner Zeit gab dann aber auch noch Aufnahmen mit Iggy Pop.
 
7. In den späten siebziger und vor allem in den achtziger Jahren verlor ich Bowie aus dem Blick. Erinnert sein hier lediglich an China Girl, ein wunderschönes Stück aus dem Sommer 1983.
 
8. Die vorerst letzte Platte von BowieOutside – kaufte ich mir auf Empfehlung von Michael Engelbrecht, der diese Scheibe 1996 in seinen Klanghorizonten im Deutschlandfunk vorstellte und besonders auf die Mitwirkung von Brian Eno (einmal mehr) hinwies. Mein Lieblingsstück No Control!
 
 
 

 

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5 Comments

  1. Michael Engelbrecht:

    Outside habe ich dir empfohlen, Gregor? Interessant, denn so sehr ich mich auf das Album gefreut hatte (Brian Eno hatte mir lang und breit davon vorgeschwärmt, zumindest von der Produktion, bei der Verleihung des 1. Frankfurter Messepreises für Musik (1996?), so enttäuscht war ich von dem Album. Alles zu fett. Grausame Gitarren- und Keyboardklänge. Im Mix ohne Eno muss vieles ruiniert worden sein. Ich hatte damals die Gelegenheit, Bowie in Los Angeles zu interviewen, zu diesem Opus. Nachdem ich das Album gehört hatte – der von dir genannte Song No Control gehört zu den zwei rühmlichen Ausnahmen – habe ich die Einladung nach Hollywood zurückgegeben. Dieses Werk erhält von mir 2 lausige Sterne.

    Hier meine 3 Lieblingsalben des Herrn Bowie:

    1) Low
    2) Heroes
    3) Scary Monsters

  2. Gregor:

    Okay, okay, Michael, das kann schon sein, dass wir vielleicht im Vorfeld über das Album gesprochen, und uns darauf gefreut haben. Wenn du es in den KH denn doch nicht den Hörern empfohlen hast, dann nehme ich das gerne zurück. Die Macht der Erinnerung. Jedenfalls habe ich mir nach vielen, vielen Jahren wg Eno und unserer Gespräche dieses Album gekauft, so könnte man vielleicht sagen. Und trotz großer Planungen blieb es ja bei Outside, oder?

  3. Michael Engelbrecht:

    Genau, OUTSIDE 2 erblickte nie das Licht der Welt, obwohl es stundenlanges Material gab. Übrigens: man gibt nicht so leicht eine Einladung zum Bowie-Interview im Edel-Luxus-Hotel von L.A. zurück. Aber a) wäre der Aufenthalt in der Stadt der Engel viel zu kurz gewesen, b) mochte ich die Platte nicht und c) 5 Std nach der Landung hätte ich bei HR 2 eine 3-stündige Livesendung gehabt (mit Jetlag!) – das schien mir doch zu stressig :)

  4. Michael Engelbrecht:

    Und, ah ja, noch ein Lieblings-Bowie-Album, das sich mit Den ERSCHRECKENDEN MONSTERN den Platz teilen muss: STATION TO STATION. In feinem Remastering und Luxusausgaben neu aufgelegt.

  5. Michael Engelbrecht:

    Luke Haines‘ Bowie preferences:

    I had an older cousin who was a Bowie freak and I gradually worked through all the albums. I think you could put any album of that run. The first I bought was Scary Monsters, but I’ve heard them so many times I don’t listen to them for five years. Haha. I’m the sort of fucking Bowie head to the point that I have everything, apart from Tin Machine II. I’ve even got the one where he narrates Peter & The Wolf, more for my son, I say, than for completion’s sake… I chose Space Oddity because out of all those albums it’s the one that, up until the late 80s, I hadn’t played that much. It always strikes me how it’s misrepresented in a lot of ways. The first copy I had was vinyl and it had the Ziggy Stardust photo on the sleeve. But you put it on and it’s doesn’t sound like the Ziggy period. It was always bastardised. It was only when you start hearing it for what it is, and the CDs come out and on the picture he’s got the ‚fro that it starts to make sense. I love the sprawling epics on that. ‚Wild Eyed Boy From Freecloud‘ is one of my favourite Bowie songs. It’s all quite whimsical, and I like that, and when on tracks like ‚Cygnet Committee‘ it doesn’t quite work; I like that too. I like flawed stuff, it’s always more interesting than the perfection of Low, or something like that. Space Oddity is almost Bowie’s first 70s album a year too early. Things like ‚Janine‘ on that album would fit on Aladdin Sane. I love ‚Memory Of A Free Festival‘. You know the story about that, there was this free festival he organised in Beckenham or somewhere, and 30 people turned up, and at the end of it when he’s singing „the sun machine is coming down, we’re going to have a party“, apparently he punched someone and burst into tears. I love that when you read books about Bowie in the 70s there’s a lot of bursting into tears and storming off.


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