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Archiv: Chan Marshall

 

Als ich vor Wochen die bevorstehenden Alben dieser vier Frauen listete, war das mit Spannung und Vorfreude verknüpft. Jetzt, nachdem ich dieses „Quartett“ komplett gehört habe, war mir rasch klar, dass alle am Ende des Jahres in meiner Liste des Außergewöhnlichen landen werden. Es fällt gar nicht so leicht, die Alben kurz und knackig mit „One-Linern“ zu bedienen – so unterschiedlich sie in Audruck und Stilistik sind, all diese Songzyklen kehren Innerstes nach aussen, ganz gleich, welche Masken sie verwenden, welche Zeitzonen sie betreten. Es ist verblüffend, wie nah einem Cat Power (Chan Marshall) mit spartanischen Liedern voller Einflüsse kommt, aus denen ein altes verlorenes Amerika grüsst. Es ist bewegend, wie ungefiltert Marianne Faithfull In ihren Versen wohnt („it‘s open-heart surgery, darling!“) , und selbst ein vermeintlich goldener Oldie wie „It‘s All Over Now, Baby Blue“ ganz neue Dunkelheiten auslotet. Es ist faszinierend, wie souverän Aby Vulliamy mit dem erst spät entdeckten Instrument ihrer Stimme ein so verzweigtes und ohrwurmgesättigtes Stück Musik abliefert. Es ist schon staunenswert, wie radikal Julia Holter eigenen Improvisationen und Fantasien folgt – und die mäandernde Besprechung in der Novemberausgabe von „Mojo“ vertraute Namen des Eigensinnigen ins Spiel bringt, von Alice Coltrane bis Robert Wyatt. Wenn alles klappt, treffe ich Julia H. vor ihrem Konzert in Bochum, im November. Gerne im Cafe Tucholsky. Das wird ein interessantes Interview, versprochen!

 


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