Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2019 28 Okt

Dann war Stille und

von | Kategorie: Blog | | No Comments

 

Auf Fixpoetry.com gibt es jeden Tag einen „Text des Tages“, meist ein Gedicht. Heute war es eine Arbeit von Sudabeh Mohafez, die auch die Autorin des wunderbaren Poetryletters # 316 ist, hier anzusehen.

 

2019 28 Okt

Ein konstruktiver Ausblick

von | Kategorie: Blog | Tags: , | Comments off


 
 
 
Writing on the blog has always been a give and take. I always enjoyed the small and big stories, experiences from near and far away. Manafonistas is like a breathing echo system, a choir of voices. Now the system may repair itself. It is not possible in the classic set-up. I will surely not open up another blog.

Michael Engelbrecht, Manafonistas

Natürlich wünsche ich mir einen konstruktiven Ausgang für uns alle. Beim letzten Manatreffen zeigte sich, dass wir eine starke Gruppe sind. Ich habe auch jetzt nicht den Eindruck, dass das „Manahaus“ wackelt. Machen wir weiter mit dem, was uns hier zusammenbringt: schreiben.

Lajla Nizinski, Manafonistas

In essence, The Necks make a humbling, transcendent racket, organic and living, but intense and machine-like at the same time. To say that the Necks are a jazz outfit that rocks approaches the point, but fails to nail it. These three players operate on the cusp of genre, a space that could be easily over-intellectualised. Is it ambient jazz systems music? Free improv modern classical? But the emotional wallop of their output puts paid to all that over-thinking. Key to it all is that the Necks play spontaneously, improvising every night. Going to see them requires a suspension of disbelief, a parking of the salutary cynicism that gets most of us through our days. The experience is enhanced by listening hard to the microscopic evolutions in everyone’s playing: mindfulness for noiseniks, perhaps. Or you can just zone out: the Necks can get very psychedelic, drawing on eastern forms, drones and devotional music.“

(Kitty Empire, The Guardian)


 
 

Saw an extraordinary concert last night with Tigran Hamayasan and Areni Agbabian. Tigran played a beautiful solo piano set comprised of pieces off several of his more recent Nonesuch recordings including things from his latest solo album For Gyumri, the village in Armenia where he grew up – then he brought vocalist Areni Agbabian to the stage. Rather than perform her music, they performed more of Tigran’s music interspersed with free pieces, one of which was built on layered synth drone loops created on the fly by Hamyasan. This impromptu piece turned out to be one of the most powerful and transcendent moments of the evening. Most of the pieces presented were meditative and slow, although the closer, a piece off one of his Nonesuch records (they all sort of blend together for me-could’ve been off Shadow Theater,) was a powerhouse, a mind- blowing epic that had Tigran playing two fisted grooves in a long odd beat cycle (15) while Areni sang high-wire instrumental lines over it with surgical precision.

Areni Agbabian possesses one of the sweetest non-operatic soprano voices around and has a very refined if understated vocal technique. The pristine purity of her voice really has to be heard live to be appreciated. While I love her performances on Tigran’s non-ECM projects, I am really enjoying her ECM album Bloom. Although she’s a capable accompanist for herself, Tigran’s inspired playing elevated her performance to an entirely different orbit. She improvised along with him several times – although she seemed a bit shy at first, her melodic sensibility was virtually infallible.

Sometimes the two sang together, voices blending effortlessly. At one point during the closing piece, Tigran took a “beatbox” solo, but that is too shallow a description for what he actually does. Besides exploring his Armenian roots, it appears Tigran has studied the Indian rhythm system known as Konecol. His polyrhymic beatboxing is so complex, his mastery of the subdivision of the beat so prodigious, that drummers on youtube are learning his solos from posted videos, playing along with them and posting videos of their own. There were so many lightening-in-a-bottle moments filled with ephemeral beauty, I lay awake late into the night still feeling the impact – a profound journey through modal worlds filled with forest magic from another time and space – yet at the same time imbued with the sort of subtle dissonance associated with composers such as Bela Bartok and (early) Stravinsky. Tigran expertly crafts a harmonic language that doesn’t eschew tonality – instead he chooses augment it with beautiful yet dark dissonance.

Sadly, the hall was only slightly more than half full, yet by the end those of us who had stayed (surprisingly, a number of people had walked out,) and surrendered to the music were treated to three encores, including a stunning arrangement of a piece by the great musicologist monk, Komitas.

Mit Secret Defense (1998) griff Jacque Rivette das Genre des Thrillers auf und interpretiert es auf faszinierende Weise auf seine eigene Art. Der Motor der Geschichte ist eine Variation der altgriechischen Orestie. In der klassischen Orestie rächen die Geschwister Orest und Elektra den Tod ihres Vaters Agamemnon. Im Jahr 1937 veröffentlichte Giraudoux eine wenig bekannte Version der Orestie, von der Rivette sich inspirieren ließ. An sich waren die Akten über den Tod des Vaters, der aus einem fahrenden Zug stürzte, seit fünf Jahren geschlossen. Eine Fotografie, die der Sohn Paul von einem Bekannten erhalten hat, bringt neue Umstände ans Licht. Pauls ältere Schwester Sylvie, erfolgreiche Biologin in der Krebsforschung, will ihren Bruder davon abhalten, unüberlegt zu reagieren. Sylvie, brillant gespielt von Sandrine Bonnaire, ist die zentrale Figur des Films. Sie bestimmt die Erzählstruktur, die sich nach einem entscheidenden Ereignis komplett verändert, vom zielgerichteten Handeln zur Erstarrung, einem Geschehenlassen, einer Wahrnehmung nur noch im ungefähren und vagen. Frühstück mit Kaffee, Rührei und Rotwein. Wie unscharf und überbelichtet nun die Kinder der Hausangestellten im Garten herumtollen. Wie bei Merry-Go-Round spielt das Vaterhaus eine große, symbolische Rolle: Hier ist es ein traditionsreiches Gebäude aus dem 17. oder 18. Jahrhundert mit einer großen Bibliothek, echten Gemälden, repräsentativen riesigen Räumen und einer großzügigen gewundenen Treppe. Das Anwesen liegt abgelegen in Chagny, südlich von Dijon, und es gehört der Familie nicht mehr. Wie Sylvie mit dem Zug von Paris zum Landhaus in Chagny gelangt, zeigt der Film sehr genau, in einer legendären Sequenz, die ungefähr 20 Minuten dauert und in der fast kein Wort gesprochen wird. Die Reise als Persönlichkeitsverwandlung. Sylvie ist nicht geschickt darin, sich unauffällig zu verhalten. In Paris hat sie noch schnell zwei billige Sonnenbrillen gekauft, die sie erst auf der Toilette des TGV anprobiert. Sie blafft einen Fahrgast im Bistro an, der sie anschaut, wie sie Wodka auf Eis aus einem Plastikbecher trinkt. Am Bahnhof von Chagny – es ist inzwischen dunkel – vermeidet sie es, mit dem Bus zu fahren, dreht sich aber ins Scheinwerferlicht, als der Bus sie überholt. Den Vater haben wir nur auf dem Foto gesehen, die Schwester auch. Die Mutter lebt in der Nähe des Landhauses und fertigt Skulpturen weiblicher Körper an. Immer wieder werden in Secret Defense Pistolen verlagert: aus einer Schublade, in eine Reisetasche, aus einer Reisetasche, in eine andere Schublade. Und es gibt das Motiv der Doppelgängerin und des Wiederholungszwangs, ähnlich wie in Hitchcocks Vertigo. Jacque Rivette versteht es, durch diskrete, aber entscheidende Andeutungen eindringliche Bilder und Szenerien im Zuschauer zu erzeugen, die umso stärker wirken, weil sie nicht gezeigt wurden. Da genügt nur ein Satz oder ein paar benutzte Gummistiefel auf der Treppe. Secret Defense (Geheimsache / Top Secret) ist ein ruhiger Film und aus meiner Sicht einer der besten von Rivette. Am Ende sitzen wir sprachlos da und können nachdenken über Gerechtigkeit, Familie und Freiheit, Widersprüche und offene Fragen.

 

Der Dokumentarfilmer Ken Burns hat wieder zugeschlagen. Country Music ist der schlichte Titel, der exakt beschreibt, worum es geht: Die Geschichte der Country Music in (und zwar, wie bei allen PBS-Produktionen, so gut wie ausschließlich) den USA. Die Autoren der Serie sind Ken Burns und Dayton Duncan; letzterer war bereits Co-Autor von Burns‘ früherer Serie Jazz.

Die Serie besteht aus acht Teilen, die zwischen 1:45 und 2:15 Stunden dauern und chronologisch der Geschichte der Country Music nebst einigen Nebenzweigen, etwa dem Bluegrass, aber auch dem Country Rock) folgen. Countrymusik ist ganz sicher nicht jedermanns Tasse Tee, aber sie ist doch ein eigenständiger Musikzweig der beiden nördlichen Amerikas, der, im Zeitablauf betrachtet, viel über die Denkweise und das Selbstverständnis der (weißen) Amerikaner verrät — und das macht die Sache interessant, selbst dann, wenn man der Musik nicht allzuviel abgewinnen kann. Wer sich noch an Ken Burns‘ zwölfteilige Serie Jazz von 2001 erinnert, kann erahnen, wie Country Music gestrickt ist: Viele kurze Musikbeispiele sind zu hören, die großen (das heißt in diesem Fall meist: die kommerziell erfolgreichen) Stars werden ausführlich portraitiert, viele kleinere Sterne und Sternchen werden beiläufig erwähnt, diverse Musiker, Radio-, Plattenfirmen- und Studioleute sowie ein Historiker kommen zu Wort. Über dem Ganzen liegt ein Kommentar, mit rustikaler Stimme gesprochen von dem Schauspieler Peter Coyote:

1. The Rub — die Story bis 1933, Southern Gospel, Uncle Dave Macon, Fiddlin‘ John Carson, die Radiostation WSM und ihre Sendung „Grand Ole Opry“ aus dem Ryman-Auditorium, die ersten Genrestars: Carter Family und Jimmie Rodgers.

2. Hard Times (1933-1945) — Roy Acuff, Gene Autrey, „dustbowl refugee acts“ wie Woody Guthrie, die wachsende Bedeutung von Nashville, der ASCAP-Boykott, der zur Gründung der BMI führte, und natürlich der Zweite Weltkrieg und die Position der Countryszene.

3. The Hillbilly Shakespeare (1945-53) — Bluegrass und Honky-Tonk fließen zusammen, Hank Williams wird einer der größten Stars (obwohl sich mir aus dem Film nicht recht erschließt, weshalb).

4. I Can’t Stop Loving You (1953-63) — Rockabilly entsteht, die Karrieren von Elvis Presley und Johnny Cash starten, es bildet sich ein typischer „Nashville-Sound“ heraus, hier exemplifiziert am Beispiel Patsy Cline. In diesem Zusammenhang wird auch der Produzent Owen Bradley kurz vorgestellt, der als erster auch mit den Mitteln der Studiotechnik arbeitet.

5. The Sons And Daughters Of America (1964-68) — Der Bakersfield Sound mit Buck Owens entsteht, Loretta Lynn startet mit sehr lebensnahen Songs (ihre enge Freundschaft zu Patsy Cline wird seltsamerweise mit keiner Silbe erwähnt), Merle Haggard wird zum wichtigen Songschreiber, Johnny Cash kommt nach einer Phase der Selbstzerstörung triumphal zurück.

6. Will The Circle Be Unbroken? (1968-72) — Die Countryszene reagiert auf 1968, etwa in Gestalt von Merle Haggards galligem „Okie from Muskogee“ (das aber immer noch freundlicher ist als sein Gegenstück, Freddy Quinns „Wir“), George Jones und Tammy Wynette steigen auf, Singer-Songwriter wie Kris Kristofferson tauchen in Nashville auf und lenken die „klassische“ Countrymusik in neue Richtungen. Neue Produzenten werden aktiv, Studios werden eröffnet, die nicht mehr im Zugriff der Major-Plattenfirmen sind.

7. Are You Sure Hank Done It This Way? (1973-83) — „Outlaws“ wie Waylon Jennings, Emmylou Harris, Gram Parsons, Townes Van Zandt und der wunderbare Willie Nelson (ich kann mich noch heute darüber ärgern, dass ich sein Konzert letztes Jahr in Pittsburgh verpasst habe) erscheinen auf der Szene und formen sie in Teilen um, während auf der anderen Seite die Countrymusik in eine Nostalgiephase auf ihre alten Stars kippt und gleichzeitig immer mehr zur Hitparadenware wird, exemplifiziert am Beispiel Dolly Parton. Johnny Cash wird mehr und mehr zu seiner eigenen Legende, während gleichzeitig seine Plattenverkäufe einbrechen — bis ihn Columbia feuert.

8. Don’t Get Above Your Raisin'“ (1984-96) — Das Genre wandelt sich von „Country“ zu „Americana“. Leute wie Ricky Skaggs oder Dwight Yoakam führen zurück zu den Wurzeln, andererseits erscheinen Superstars wie Garth Brooks, die gleichzeitig in den Country- und Pop-Charts an der Spitze stehen und Stadien füllen. Die Serie endet außerordentlich tränenreich mit dem Tod Johnny Cashs und seinen letzten, von Rick Rubin produzierten „American Recordings“.

Es ist kennzeichnend für die weitere Entwicklung des Genres, dass die Serie im Jahr 1996 endet — es zerfällt danach. Die Folgen sind streckenweise sehr länglich, manche der Zeitzeugen-Kommentare sind nichtssagend. Auf der anderen Seite gibt es Schlüsselszenen und — manchmal — Sternstunden: Wenn etwa in der Radiosendung „Grand Ole Opry“ der durch Schallplatten bereits recht beliebte Sänger Charlie Pride angekündigt wird, bricht das Publikum in Begeisterungsstürme aus — die dann innerhalb weniger Sekunden ersterben, als der Sänger auf der Bühne erscheint und klar wird, dass der Mann schwarz ist. Das ist Amerika. Es ist aber ebenso Amerika, dass Charlie Pride das Publikum dann letztlich doch überzeugt. (Mit solchen Widersprüchen lernt man hier als Zugezogener zu leben.) In einer anderen Folge wird auf den Start des Autors und späteren Radioshow-Hosts Garrison Keillor („A Prairie Home Companion“) hingewiesen, jedoch seltsamerweise nie auf seine hocherfolgreiche, politisch durchweg eher liberale Sendung.

Ken Burns‘ Sicht auf die Dinge ist stets latent konservativ, wie man das auch schon in Jazz feststellen konnte. Emmylou Harris etwa kommt hier zwar recht ausführlich zu Wort, wird aber weitgehend auf ihre Anfänge im Country reduziert. Dass sie dieses Feld irgendwann hinter sich gelassen hat, nicht zuletzt durch ihre Zusammenarbeit mit Daniel Lanois, kommt nicht vor. Auch eine Sängerin wie k.d. lang, die das Country-Genre gleichermaßen liebt wie hochnimmt, wird nur kurz erwähnt. Im Zusammenhang mit Gram Parsons werden auch The Byrds erwähnt (Sweetheart of the Rodeo), bis zur Marshall Tucker Band oder den Eagles traut man sich dann aber doch nicht vor. Von einer durchaus countryaffinen Band wie der Creedence Clearwater Revival mal nicht zu reden, obwohl selbst Willie Nelson CCR-Songs gecovert hat. Die Qualität eines Songs wird oft mit seiner Chartsplazierung gleichgesetzt, das zumeist sehr konservative Welt- und Familienbild der Countrysongs (und ihrer Gemeinde) wird nicht hinterfragt.

Viel, viel Arbeit. Man mag sich kaum vorstellen, wieviele Stunden die Macher in den Archiven verbracht haben und wieviele Meilen sie zwecks Interviews durch die Lande gereist sind. Das Ganze gibt es als DVD-Box, auf Blue-ray, es gibt begleitend zur Serie eine 5-CD-Box und ein Buch, als Gesamtpaket für 170 Dollar. Bisschen viel für meinen Geschmack, das muss man nicht alles haben, aber wenn Country Music im Fernsehen läuft: Ansehen lohnt sich.

2019 24 Okt

„Arthur“

von | Kategorie: Blog | | 1 Comment

 

“I was traumatised by Rene’s death,” he said. “When I was a kid if you had an issue you kept quiet about it. There was shame. So I didn’t sit down and say I am going to write a melancholy theme. I was sensitive and couldn’t express myself. Then I found music and the outpouring began. I’ll never stop writing because I think of tunes incessantly – it bugs me. They come into my head – literally voices in my head.”  

(Ray Davies – the anniversary edition of The Kinks‘ 1969 concept album is out now)

2019 23 Okt

Pilzköpfe

von | Kategorie: Blog | | No Comments


 
 
when the men on the chessboard get up and tell you where to go and you’ve just had some kind of mushrooms and your mind is moving low

 

Go ask Alice

 

As I was walking down Abbey Road I got a phone call from Lucy.

„How are you?“, she asked.

„I’m fine – collected some mushrooms today.“

„Alice, you won’t swallow them …“

„Oh no, I will prepare them, here ’s the recipe, Lucy, try them out …“

 

500gr porcini mushroom

1 shallot

30gr bacon

200ml cream

6 stems parsley

salt and pepper 2 spoons butter

1 spoon oil

200gr Tagliatelle

 

mix everything, then add the porcini for 5 min.

Enjoy the meal and Gardez la dame!

 

2019 22 Okt

Years and Years (HBO)

von | Kategorie: Blog | | 2 Comments

 
 

Years and Years is the kind of show that I had hoped Black Mirror would be but never could deliver because much as I tried to like it, BM comes across to this viewer as The Twilight Zone without heart. The creator of Black Mirror seems to revel in torturing his protagonists with the futuristic technologies he conceives. There are rarely happy endings in the dystopian worlds he creates. After a while, I just couldn’t hang with it.

Not so with the new HBO miniseries Years and Years. While dealing with big ideas and imagined (but entirely plausible) new technologies, Years and Years retains its humanity. And in contrast with Black Mirror’s obsession with tech gone awry, Years and Years has far bigger fish to fry.

It’s hard to write about the series without giving away any spoilers. Suffice it to say Years starts out in the year 2024 and spans nearly a decade. The world is in a shambles of course. With climate change getting worse and economic meltdowns on the horizon in the UK, Emma Thompson, cast against type, plays the rising new political star, a monster just as clueless and dangerous as Trump. Thompson seems to relish the role (she produced the series,) and her character stokes the dark corners of the collective British psyche much as the Orange One has done in the US.

It’s a sprawling story: Besides functioning as a caveat for the perils of technology and its negative effects on privacy, health and it’s potential for inflicting massive human abuses with the kind of efficiency the Nazis could never have dreamed of, it’s main focus is on climate change migration and the logical conclusions of the current virus of nationalism and xenophobia which seems to be infecting the globe. In short, it takes what’s happening today and extrapolates where we might end up if humankind keeps going on its current trajectory.

The writing is smart in that the series gets its larger ideas across by keeping its focus on just one family. Thus through the lens of individual struggles and conflicts, the show succeeds in humanizing the larger issues by illustrating how they affect real people we grow to care about deeply.

Years and Years can be looked upon as both an allegory for what’s happening today and as a warning of the real possibility of a much darker future if we humans don’t start to become active as individuals (and collectively) and do our part to prevent looming catastrophe. Rather than merely preach, the show’s creators chose instead to involve the viewer on an emotional level, delivering their messages through the actions of the characters. There is one powerful summarizing monologue delivered by an unlikely character towards the end, but when it comes, delivered with a walloping performance by Muriel Deacon, the show has more than earned it.

There’s wry humor here, high drama and devastating tragedy, but behind it all lies a higher, transcendent purpose. To say more would be giving away too much. Highly recommended.

2019 22 Okt

Eine alte (neue) Affäre

von | Kategorie: Blog | Tags:  | 1 Comment

 
 

Da ist dieser Überraschungseffekt des unbekannten Neuen, der in gewissem Sinne auch ein Wiedererkennungseffekt sein kann: in uns wirkt eine Sehnsucht nach dem, was wesensnah ist und dennoch oftmals ungelebt bleibt. Man kann es dann in Identifikationsfiguren finden und in Geschichten, die andere erzählen. So geschah es mir oftmals mit den Fernsehserien, vor allem in der Pionierzeit, als alles unverbraucht war: wow und flow zugleich und Netflix war noch nicht in aller Munde. Eine solche Serie war The Affair. Zu Beginn ein Vorbehalt: Beziehungssülze, Seitensprünge, oh Gott! Doch dann diese Anfangssequenz: eine New Yorker Intellektuellenfamilie samt Kinderschar ist am Packen und auf dem Sprung in die grossen Ferien. Sogleich das Drama: der Sohn simuliert, er habe sich im Bad erhängt, nur um den Vater zu schocken. Nein, ganz anders: die erste Szene war eine üppig-muskulöse Beischlafszene, ich erinnere mich genau und wollte schon abschalten. Wie dem auch sei, die Quintessenz aus vier Staffeln: ein existenziell-erdiger Realismus auf der Höhe der heutigen Zeit, voller Eros, Spannung, Tiefgang, Herzblut. In der vierten Staffel beispielsweise eine tolle Darstellung davon, was Traumatherapie eigentlich ist, dann auch die Charakterskizze eines soziopathischen Lovers – als Variation der des emphatischen gegenübergestellt. Eine gesamte Staffel sah ich zum zweitenmal, weil mich schlichtweg die Sehnsucht packte, zu den Orten und Figuren zurückzukehren. Der Clou der Serie ist, dass die gleichen Vorkommnisse aus verschiedenen Sichtweisen erzählt verblüffend zeigen: jede Wirklichkeit ist variabel. War das nicht auch schon damals im Roman Stiller so, bei Max Frisch? Apropos: mag sein, dass die Attraktivität der Schauplätze New York und Montauk eine Rolle spielten, gewiss aber die der weiblichen Darstellerinnen: die zickig pubertäre Tochtergöre beispielsweise, gespielt von einer jungen Brasilianerin. Nun ja, ich könnte noch viel erzählen, das ist hier ja nur locker hinskizziert mit dem Ziel, das Beste nun schlussendlich zu promoten: die finale fünfte Staffel wartet, von mir bislang ungesehen. Wer die vorab bewertet oder was davon erzählt, dem drohe ich mit einer Festrede auf Peter Handke. 

 


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