Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2023 7 Nov.

Psychedelia Of The Day

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v i d e o

 
 

Eins der vielen Bilder vom diesjährigen Jazzfest Berlin / One of the many pictures of this year’s Berlin Jazzfest edition

 
 

 
 

PAAL NILSSEN-LOVE in Interaktion mit einer Gruppe Berliner Jugendlichen im Musikcamp des Festivals / Paal Nilssen-Love in interaction with a group adolescents during the music camp of the festival

 
PAAL NILSSEN-LOVE hat mit seiner Gruppe CIRCUS auf dem Festival ein donnerendes Konzert gegeben. Paal Nilssen-Love gave a thundering concert with his group CIRCUS.More about it later.

 

2023 7 Nov.

Berlin2023 Berlin Jazzfest /1 – Aki Takase hocherfreut

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Eins der vielen Bilder vom diesjährigen Jazzfest Berlin / One of the many pictures of this year’s Berlin Jazzfest edition

 
 

 
 

AKI TAKASE in Interaktion mit einer Gruppe Berliner Jugendlichen, die am Musikcamp des Festivals teilgenommen haben / Aki Takase in interaction with a group adolescents that participated in music camp of the festival

 
AKI TAKASE hat zusammen mit ihrem Lebenspartner ALEXANDER VON SCHLIPPENBACH ein eindrucksvolles Duo-Konzert gespielt. Dazu später mehr / AKI TAKASE played in a duo with her husband ALEXANDER VON SCHLIPPENBACH an impressive duo concert. More about it later.

 

 

Nachdem ich am 24.10. schon Brian Eno in der Philharmonie erleben durfte, verschlug es mich am 04.11. wieder nach Berlin, dieses Mal zu Mike Reed/Separatist Party, Bitchin Bajas und der Natural Information Society, die zusammen unter dem Motto Sonic Dreams: Chicago in dem Haus der Berliner Festspiele auftraten.

Mein ICE kam pünktlich um kurz vor sieben am Hauptbahnhof ein, so dass ich um 19:30 in einem sehr empfehlenswerten chinesischen Restaurant in der Nähe des Konzertorts eintraf, wo ich mich mit vier Freunden (von denen nur zwei den Konzertabend bis zum Ende mitmachten) verabredet hatte. Nach einem wirklich leckeren Essen sind wir über die Straße in das wunderschöne Theatergebäude (Nachkriegsmoderne) gegangen. Dort die erste Überraschung: das Konzert fand auf der Bühne statt. Das tun Konzerte natürlich immer, aber der gesamte Bühnenraum war für das Publikum geöffnet – also auch die Seiten- und Hinterbühne, wo normalerweise Kulissen stehen, Schauspieler*innen auf Einsätze warten, etc. Das Publikum stand also in diesem riesigen Raum, dort waren drei Bühnen aufgebaut, wo die Musiker auftraten. Die Formation um den Schlagzeuger Mike Reed spielte bereits, als wir den Bühnenraum betraten. Rauer, energetischer Jazz mit elektronischen Elementen und einem Spoken Word Artist – ein wirklich gutes Konzert.

Als die Band fertig war ging Mike Reed ein kleines Schlaginstrument spielend durch die Halle, wo in einer Ecke zwei Musiker der Natural Information Society (Joshua Abrams und Ari Brown, Bass und Saxophon) auf ihn warteten. Nach einem ca. 10 minütigen Jam – das ganze hatte atmosphärisch etwas von Straßenmusik, natürlich auf höchstem Niveau – ging es direkt im Anschluss auf der nächsten Bühne weiter. Bitchin Bajas spielten auf elektronischem Instrumentarium feinste sphärische Schleifen und Schnörkel, erinnerten mich an Mouse on Mars oder Tortoise oder Telectu – Musik für Klanghorizonte und mein Favorit des Abends. Ich fand die Musik sehr körperlich, tanzbar, zwei Freunde setzten sich aber an die Seite und ließen dort die Klänge auf sich wirken.

Nach dem Bitchin Bajas Set ging es gegenüber weiter, wo wieder drei Musiker 10 Minuten gemeinsam improvisierten, bis dann auf der dritten Bühne Natural Information Society begannen. Spiritual Jazz. Deep (Deep!) Trance. Sehr gut, aber wenn man sich nicht auf die Induktionen einlassen konnte, wirkte die Musik vielleicht etwas gleichförmig und monoton. Hypnotisch halt. Ein Teich im Sommer, Frösche quaken, Vögel zwitschern, Wasser plätschert, Laub wispert – an so einen Ort wurde ich hintransportiert. Ich stand ziemlich weit vorne und hatte als ich mich nach dem Konzert umdrehte den Eindruck, dass doch einige früher gegangen sind – u.a. zwei meiner Freunde.

Anschließend wollten wir noch einen Absacker nehmen und sind in der Bar Fasen 47 gelandet, wo die Zeit stehen geblieben scheint. Der Laden wurde schätzungsweise in den 90er Jahren eingerichtet – damals aber wohl eher konservativ – seitdem ist dort nicht viel passiert. Die Bedienung war überaus aufmerksam und sehr freundlich, das Publikum bürgerlich bunt gemischt, die Drinks lecker, die Musikauswahl fein – kurz: aus dem schnellen Bierchen wurden zwei Cocktails, die wir langsam und selig tranken.

 

 

 


 

 
Harald Mönkedieck hat für Bremen Zwei einen dreiteiligen Musiktrip durch die USA unternommen, insbesondere durch den Süden. Hat mir außerordentlich gut gefallen, und deshalb hier der Tipp: Alle drei Teile sind hier nachzuhören — ein Jahr lang.
 

2023 30 Okt.

Die Farbe Gelb

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Ein Tag im Jahr 2100, mitten in Deutschland, wie könnte das sein? Von uns wird es niemand mehr erleben. WDR 5 und das Literaturbüro NRW haben einen Wettbewerb ausgerufen, an dem 367 Autorinnen und Autoren teilgenommen haben. Das Thema lautete: „Ein Tag irgendwo in NRW im Jahr 2100“. Die drei Gewinnertexte wurden von zwei Sprecherinnen und einem Sprecher gelesen und finden sich unter diesem Link. Vor jeder Lesung steht ein Statement der jeweiligen Autorin bzw. Person. Tief beeindruckt hat mich die Erzählung „Die Farbe Gelb“ von Iris Antonia Kogler. Die Lesung beginnt bei Minute 24:18 und endet bei 37:03, dauert also etwa 13 Minuten. Der Link ist verfügbar bis 31.10.2024. Der Sprecher des Textes hat eine ausgezeichnete Performance hingelegt.

 

2023 29 Okt.

flüchtig notiert

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Weiß ist die Farbe der Neutralität und vielleicht auch der Hoffnung. Weiß gestrichene LKWs stehen am Grenzübergang von Rafah und warten auf die Einfahrt nach Gaza, um überlebensnotwendige Hilfsgüter zu bringen. 2015 lieferte aber auch Rußland das entscheidende militärische Material in weißen LKWs in die Grenzregion des Donbass vorgebend humanitäre Hilfsgüter zu liefern. Doch diese Geschichte spielt viele Jahre früher, in den letzten Monaten des 2. Weltkrieges und hat bisher nur wenig Beachtung gefunden. Die Einsicht, dass der Krieg für Deutschland nicht zu gewinnen war, machte sich zunehmend auch in den Köpfen führender deutscher Politiker breit und so gab es auch Bestrebungen die Konzentrationslager aufzulösen, damit sie nicht in die Hände der Siegermächte fielen und so die Verbrechen und das Grauen nach Möglichkeit nicht nachweisbar werden sollte. In dieser brisanten Phase machte der Vizepräsident des schwedischen Roten Kreuzes Graf Folke Bernadotte den Versuch Kontakt zu Walter Schellenberg und Heinrich Himmler aufzunehmen, um mit ihnen über eine Rückführung von überwiegend dänischen und norwegischen KZ-Häftlingen nach Skandinavien zu verhandeln. Er war mit seiner Mission sehr erfolgreich und so konnten in mehreren konzertierten Aktionen etwa 20000 inhaftierte Menschen, darunter auch viele Juden, mit eilends weiß gestrichenen Bussen des schwedischen Roten Kreuzes durch das ausgebombte und weitgehend zerstörte Deutschland gerettet und aus der Einflusszone des zerfallenden Nationalsozialismus gebracht werden. Später wurden die Berichte über das in den Konzentrationslagern Erlebte und über die Evakuierung in den teilweise sehr schnell organisierten Aktionen sorgfältig dokumentiert.

Eigene Interviews mit noch lebenden Zeitzeugen dienten dem dänischen Saxophonisten und Komponisten Benjamin Koppel als Ausgangspunkt für ein fast cineastisches Werk, das sich um einzelne Zitate rankt, die schmerzhaft unter die Haut gehen und dem Vergessen entgegenwirken. Beklemmend in ihrer Einfachheit und durch den einfachen Trick das muttersprachliche Originalzitat von einer Wiederholung in Englisch folgen zu lassen geben die Worte der Überlebenden den Rahmen für die Kompositionen, die mit ihren Spannungsbögen und ihrer akustischen Bildgewalt einen wirkmächtigen inneren Film entfalten zwischen unfassbarer Grausamkeit, einem initiatischen Weg in die Freiheit und den finalen Willkommensgesten, die für die Befreiten ein kaum fassbares Wunder gewesen sein müssen. Ein beklemmendes Album, das in seiner Intensität und Direktheit den Hörer in seinen Bann zieht. Dazu beigetragen haben in überragender Weise die Jazzsängerin Thana Alexa, der Schlagzeuger Antonio Sanchez, der Bassist Scott Colley, der Pianist Uri Caine, Søren Møller an den Keyboards und der Solocellist des Dänischen Nationalen Symphonieorchesters Henrik Dam Thomsen.

 

 

 

 

Das Deutsche Jazzfestival Frankfurt wird 70 und feiert dies mit dem John Scofield Trio, Jakob Bro & Joe Lovano, Terri Lyne Carrington mit der hr-Bigband, Torsten de Winkel, Anke Helfrich, Structucture und vielen anderen. Auf ARTE findet sich am 28.10. ab 14:30 Uhr aus diesem Anlass ein neunstündiger Livestream. Danke, Lajla, für den Hinweis.

 


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