Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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2024 16 Jan

Flow und Fleiss

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Die Bildende Kunst hat in ihren vielfältigen Ausdrucksformen eine grosse Spannbreite aufzuweisen. Die naturalistische Abbildung von Mensch und Natur in der Malerei war lange Zeit ihr Hauptmetier. Zunehmend wuchs der Drang nach expressiveren Ausdrucksformen, in der vermehrt die subjektive Erfahrung des Künstlers zur Geltung kam. Das begann mit den Impressionisten, gefolgt von den Expressionisten, setzte sich fort über die Kubisten hin zu den Surrealisten und Dadaisten. Es kamen die Neuen Wilden und schliesslich auch Konzeptkünstler zum Zuge, bei denen es teilweise kein „sichtbares“ Produkt mehr zu bewundern gab. Vom „Malschwein“ hin zum reinen Denker. Ein Porträtfilm über Anselm Kiefer, den ich kürzlich sah, hat nachhaltige Wirkung. Er zeigt den Künstler bei der Arbeit. Im Schaffen des Anselm Kiefer bricht sich das Monumentale Bahn, der feine Pinsel hat hier nichts zu suchen. Auch Konzeptkunst ist dies nicht, es geht ums Machen, Vorwärtskommen: Ameisenfleiss. Beeindruckend, wie er mit gehorsamen Gehilfen auf diesem riesigen Areal im südfranzösischen Barjac herumrödelt, mit Kränen und Baggern hantierend, Glasscherben zersplitternd (irre: Kiefer dabei barfuss in Sandalen), Blei giessend oder unterirdische Tunnel grabend. Ein Phönix aus Schutt und Asche. Dabei im Team agierend als Chef, der strikt, doch immer auch seltsam sanft seine Anweisungen gibt. Aus der Haut fahren ist selbst beim Gegenspruch nicht seine Sache: weiss er doch unbeirrbar, wo der Hammer hängt. Was also wirkt hier so nachhaltig? Es ist der Fingerzeig, mit Material und Körperlichem in Kontakt zu bleiben, dabei das Grosse nicht zu scheuen und Irrtümer zu akzeptieren. Wer Fussball liebt, der will beim Schauen selber spielen. Mit Kiefer will man bauen, Klötze kloppen und nach Herzenslust rumsauen. „Der Fehler fängt schon an, wenn einer sich anschickt, Keilrahmen und Leinwand zu kaufen …“ – dieses Manifest seines einstmaligen Lehrers Joseph Beuys muss Anselm Kiefer nicht beherzigen, denn er ist weit entfernt von jeglicher Attitüde des Klischees. Es scheint, als habe sich still und unheimlich eine Blockade gelöst: im Machen liegt der gelbe Ginster der Erleuchtung. Aufbau, Abriss, Neuanfang. Auf geht’s!

 

2024 13 Jan

„space drifter“

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d a y  o n e  _ | _  d a y  t w o

 
 

 

„Edward“

 

from the Album Nothing But the Green Willow. The Songs of Mary Sands and Jane Gentry

 

topicrecords.co.uk

 

 

maschinenhaus bremen: TRAIN. BILLY COPHAM. twistringen nähe bahnhof: RELEASE MUSIC ORCHESTRA. römer ostertorviertel bremen: TRI ATMA. JOHN RENBOURN GROUP. aula gymnasium syke: HANNES WADER. BOTHY BAND. LEO KOTTGE. OUGENWEIDE. WERNER LÄMMERHIRT. KLAUS WEILAND. MIKE SILVER. DE DANNAN. KEVIN COYNE. CLANNAD. gasthaus heiligenfelde: HERMANN BROD. stadthalle bremen: FRANK ZAPPA. GENESIS. postaula horn-lehe bremen: AL JARREAU. DAVE LIEBMANS LOOKOUT FARM (feat. RICHIE BEIRACH & JOHN ABERCROMBIE). bremen marktplatz: DAVE HOLLAND QUINTET. quasimodo berlin: DON CHERRY & ORNETTE COLEMAN SEXTET. fabrik hamburg: GILBERTO GIL (feat. NANA VASCONCELOS). rockfestival bruchhausen-vilsen: RORY GALLAGER. aladin bremen hemelingen: BAP. INGA RUMPF. capitol hannover: NINA HAGEN. PACO DE LUCIA. raschplatz pavillon hannover: RADIO TARIFA. HAVANA. IRAKERE. JAN GARBAREK / DAVID TORN / BILLY HART / EBERHARD WEBER. TOSHINORI KONDO. MARGARETH MENEZES. DAVID TORN / BILL BRUFORD / MICK KARN / MARC ISHAM. YOUSSOU N’DOUR. ARTO LINDSAY (feat. VINICIUS CANTUARIA & MARC RIBOT). JOAO BOSCO. HEINER GOEBBELS & ALFRED HARTH. NEY MATTOGROSSO. MARIA JOAO & MARIO LAGINHA. MARISA MONTE. DON CHERRY (feat. NANA VASCONCELOS). WOLF BIERMANN. TON STEINE SCHERBEN. REBEKKA BAKKEN. CARLA BEY & STEVE SWALLOW. KENNY WHEELER QUINTET (feat. JOHN TAYLOR & JOHN ABERCROMBIE). jazzclub minden: GONZALO RUBALCABA TRIO. sasel-haus hamburg: INTI ILLIMANI. dortmund westfalenstadion (katakomben): MERCEDES SOSA. modernes bremen buntentor: DAVID SYLVIAN. irgendwo in berlin: JOHN MARTYN & DANNY THOMSON. irgendwo in hamburg: JOHN MARTYN & GROUP unimensa bremen & marktplatz hildesheim: PAT METHENY GROUP. zelt in gweedore/donegal & bremen glocke & stadthalle göttingen: CLANNAD. kuppelsaal hannover: SUN RA ARCHESTRA. hildesheim 4 linden: AKI TAKASE & MARIA JOAO. LINDSAY COOPER & ALFRED HARTH. ROBBEN FORD & THE BLUE LINE. irgendwo in berlin: DAVID THOMAS w. LINDSAY COOPER & CHRIS CUTLER. jazzclub hannover: JAMES BLOOD ULMER. laeiszhalle hamburg: VIJAY IYER. kulturzentrum faust hannover linden: GUNTER HAMPEL NEXT GENERATION. palo palo hannover: DIETER ILG / CHRISTOF LAUER / WOLFGANG HAFFNER / MARC COPLAND. kesselhaus hannover hainholz: ALEXANDER VON SCHLIPPENBACH QUINTET. hamburg elbphilharmonie: JOHN ZORN. NIK BÄRTSCH RONIN. VIJAY IYER SEXTET. AVISHAI COHEN QUARTET (feat. ZIV RAVITZ). EGBERTO GISMONTI. JULIAN LAGE TRIO.

 

2023 31 Dez

Mein Serienjahr

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10/10

Succession – Final Season Four (wow) 

 

9/10

1883 – Limited Series (paramount+)

1923 – Limited Series (paramount+)

Weissensee – All Four Seasons (netflix / ard+)

 

8/10

Ted Lasso – Season Three (apple tv+)

Beef – Season One (netflix) 

The Marvelous Mrs. Maisel – Final Season Five (amazon prime)

The Americans – Season Two (amazon prime)

 

7/10

The White Lotus – Season Two (wow) 

Transatlantic – Miniserie (netflix) 

Last Exit Schinkenstrasse (amazon prime)

Luden – Miniserie (amazon prime) 

Tulsa King – Season One (paramount+)

Tage, die es nicht gab – Limited Series (ard) 

Slow Horses – Season Two (apple+) 

 

6/10

Shrinking – Season One (apple tv+)

The Last of Us – Season One Ep 1-7 (wow) 

Justified – Season Three (freevee)

 

5/10

Yellowjackets -Season One Ep 1-8 (wow)

Poker Face – Season One Ep 1-6 (wow) 

 

2023 29 Dez

Haiku-Songs

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Oft, wenn ich nach einer perfekten Radtour, die einer in die Landschaft skizzierten Zeichnung gleicht, in den heimatlichen Hafen zurückkehre, fällt mir ein Fragment aus einem Song von David Sylvian ein: „Circle through the room.“ Der Song heisst „Alphabet Angels“ und entstammt dem Album Dead Bees on a Cake. In ihm wohnt das taoistische Prinzip: eine freie, doch ebenso lyrisch ansprechende Fährte, ohne Wiederholung, ohne Symmetrie. Man fühlt sich erinnert an den nicht reproduzierbaren Pinselstrich chinesischer Malerei. Wie gerne hätte ich mir noch viel mehr gewünscht von dieser Machart (es folgte dann auf Manafon mit „125 Spheres“ – etwas rabiater – eine Komposition von ähnlicher Natur). Liegt nicht auch im Mangel der gelbe Ginster der Erleuchtung, wie es der Neurologe Detlef Linke einmal schrieb? Gerade in Zeiten digitaler Vervielfältigung wünscht man sich ja Selbst-Begrenzungen zurück. Diese eine Linie, this fine line. Eine Synthesizer-Melodie folgt dem gesanglich vorgetragenen Vers, umrahmt von Donnerschlag und feinen Explosionen. Buchstaben-Engel oder das scheue Reh auf der Lichtung: gelungene Metaphern für flüchtige Inspirationen, die es gilt, am Schopfe zu packen. Dichterinnen und Autoren wissen, wovon ich spreche: von dem, was sich der Kontingenz entzieht. Das Einmalige ist nämlich nicht beliebig.

 

2023 26 Dez

the picasso loop

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„ichsuchenichtichfinde“

 
 

[… warum der etwas hochtrabende titel? kurz erklärt: der basisloop war ein versehen, ein vertippen auf dem ditto looper. wollte es löschen, doch: halt stop – da wird was draus! es gibt dinge, die kann man nicht „planen“, man muss sie aufgreifen. catching faults like butterflies …]

 

2023 25 Dez

anHAIMgefallen

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Seit langem höre ich kaum noch Jazz, das soll sich im nächsten Jahr ändern. Stattdessen laufen in Dauerschleife, allerdings mit Gitarre auf dem Schoss und über Kopfhörer ganz nah dran, viele Songs von Taylor Swift (meine Songreiterin des Jahres). Angetan hat es mir auch Haim, bestehend aus den drei Girls aus Los Angeles, die schon mit ihren Eltern zusammen eine Band hatten und die auch im Film Licorice Pizza zu bewundern sind (mein Filmvergnügen des Jahres). Im Wohnzimmer stand ein riesiges Drumset und im Haus herrschte Fernsehverbot. Denn was für Tennisstars gilt, ist ebenso für Musikerinnen angesagt: wer nicht übt, der wird auch nichts und die Glotze raubt kostbare Lebenszeit. Man hört es bei Haim am Gesang: dass ist so trickreich aufeinander abgestimmt, wie es wohl nur Schwestern können. So musste ich bislang bei „Falling“, meinem Lieblingssong der Gruppe, der live rüberkommt wie eine groovende Dampfwalze, bislang passen. Um den rhythmischen Stakkato-Refrain nachspielen zu können, müsste ich wohl so einige Fernsehabende ausfallen lassen und mittels des raffinierten Tools Best Practice, das Songs quasi im Zeitlupeneffekt langsamer abspielen kann, ohne dabei die originale Tonhöhe zu verändern – und auch Dauerschleifen zum Üben schwieriger Stellen ermöglicht – ein paar intensive Studien-Stunden einlegen. Das war in letzter Zeit schwer möglich, da in einer Dauerschleife in zwei Staffeln der Spionage-Serie The Americans eingebunden. Aber ich bleibe dran. Ein akustisches Vorab-Cover muss reichen. Wiederentdeckung des Jahres war übrigens Wandermüde von David Sylvian und Stephan Mathieu. But that’s another story.

 

2023 15 Dez

Hippocampus-Training

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Bedeutet dies für Kant, dass die Mündigkeit nur den Gelehrten vorbehalten ist oder jenen, die man heutzutage als „Experten“ bezeichnen würde? Im Gegenteil. Möglichst alle sollen sich ihrer eigenen Urteilskraft bedienen lernen und auf diese Weise mehrheitlich die Mündigkeit erreichen.

Bernard Stiegler, Logik der Sorge. Verlust der Aufklärung

 

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Der Aufbau einer Versuchsanordnung beinhaltet immer auch deren Scheitern, wobei selbst Scheitern ja ein Gewinn von Erkenntnis wäre, die den nächsten Schritt einleitet: die Fortsetzungsordnung. Es kommt die Frage auf, ob und wieweit unter dem Druck einer Notlage bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs auf einen Grossteil der Versuchsanordnungen verzichtet wurde. Es gibt die in der Geschichte der Medizin bahnbrechende Etablierung der Doppelblindstudie. Hierbei wird einer Gruppe der Wirkstoff verabreicht, einer zweiten ein Placebo. Weder die Probanden noch die Forscher wissen, wer zu welcher Gruppe gehört. Man beobachtet, wertet aus. Das kostet Zeit. Dann wird „entblindet“ und ein Ergebnis wird sichtbar, völlig unabhängig von Erwartungen und Vorstellungen. Zeigt sich dann bei der Wirkstoffgruppe eine signifikante Verbesserung der Symptome, spricht man von Wirksamkeit. Auch Nebenwirkungen werden über einen langen Zeitraum untersucht. Dies alles ist aufwendig, kostspielig und nicht unbedingt im Interesse profitorientierter Pharmakonzerne. Man möchte den Prozess beschleunigen. Inwieweit spielten während der heissen Corona-Phase nicht nur Unwissenheit, sondern auch die Ungeduld hinsichtlich langwieriger Forschungsergebnisse eine Rolle? Es kommt ein Verdacht auf, es zeichnet sich ein Schatten ab, der auf das Impfen fällt. Wurden Geheimverträge abgehandelt, Firmen wie Pfizer jeglicher Verantwortung entbunden? Der Bestsellerautor Michael Nehls beschreibt skandalöse Zusammenhänge. Wenn man seinen Namen aber mit „Verschwörungstheorie“ googelt, findet man nichts. Wie denn auch: dieser Mann steckt mit seiner Expertise den verschrobenen Karl Lauterbach locker in die Tasche. Vor Jahren wurde ich mal auf sein Buch „Das Methusalem-Projekt“ aufmerksam, ging dem aber nicht weiter nach. Nun wurden mir per Algorithmus, wahrscheinlich aufgrund meiner Frage, ob das Internet ein Storykiller sei, seine aktuellen Bücher „Das erschöpfte Gehirn“ und „Das indoktrinierte Gehirn“ empfohlen. Sie zeichnen sich aus durch Wissenschaftskompetenz, philosophische und kulturelle Bezüge, persönliche Einblicke und kritisch aufklärerisches Denken. Alles in allem ein grundsympathischer Typ, der dazu noch bei einem Fahrradrennen quer durch Amerika (4800 km in 11 Tagen) einen der vorderen Plätze belegte. Jules Verne lässt grüssen. Neben der Wichtigkeit von sozialen Kontakten, Bewegung und ständigem Lernen (was auch die Fähigkeit zur Veränderung eingefahrener Muster beinhaltet) empfiehlt er für die adulte hippocampale Neurogenese (also die lebenslange Erneuerung von Gehirnzellen und die Aufrechterhaltung biografischer Gedächtnisinhalte) auch reichlich Omega-3-Fettsäuren und einen hohen Vitamin-D-Spiegel. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, dass niemand mit hier ausreichendem Status an Corona verstorben sei. Wollten Lauterbach, Pfizer und die Pharmalobby das nicht wissen, denn das hätte ja den Impfstoff und all die Restriktionen obsolet gemacht? Fragen über Fragen, wir gehen dem weiterhin nach. Dies sei hier mal frei offeriert und stachelt gegebenenfalls zur kritischen Gegenmeinung an. Vielleicht hilft es ja zumindest dem Hippocampus dabei, auf Trab zu bleiben – denn Bewegung ist bekanntlich alles. Mir scheint in diesem Kontext auch das biografische Schreiben nützlich zu sein, wie es beispielsweise auf diesem Blog zu finden ist. Erinnerungen werden wachgerufen, in eine ansprechende und strukturierte textliche Form gebracht (nicht nur palaver palaver) und frisch gehalten. Mich zumindest spornt das an: ist es doch soviel mehr als reine Nabelschau.

 

2023 18 Nov

song of the day

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The National – „Laugh Track“ (feat. Phoebe Bridgers)

 
 


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