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2022 28 Jun

Nick Cave & The Bad Seeds in Köln

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | 5 Comments

 

Elke schoss das Foto. Das war gut, heute Abend, richtig gut, und anfangs wackelten die Wände in der Lanxess Hall ohne Unterlass. Wie Neil Young & Crazy Horse rührt die Bande mit dem wunderbaren Warren Ellis in der Ursuppe der Rockmusik, und auch wenn die Balladen da waren, fegte Cave, der Ekstatiker, mit zahlreichern Krachern durch die Manege, und wir dankten es ihm. Hinter meiner Maske musste ich anfangs schallend lachen, so überrumpelte er mich mit der rohen Gangart, hatte ich ihm zuletzt in der Höhle allein kammermusikalisch gelauscht oder als Cave, den Trauerarbeiter, erlebt. Was waren meine besten Rockkonzerte der letzten zehn Jahre, und fast auch die einzigen: The Flaming Lips, Neil Young, Wilco, Lucinda Williams – und Mr. Cave. Gute Gesellschaft, Underworld wären noch dazu gestossen, ganz sicher, aber im ersten Lockdown fiel Karl Hyde und seine Gang aus, wie so vieles. Aber heute Abend, heiliger Bimbam, Punkt 8 gings los, kalt erwischt und bang bang! Mehr ist dazu nicht zu sagen.

 

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5 Comments

  1. Jochen:

    Toller Konzerteindruck, super Foto.

    (wusste gar nicht, dass Nick Cave so bekannt ist)

  2. Michael Engelbrecht:

    Doch, doch, ziemlich bekannt :), das andere Mal, dass ich ihn live sah, war, huhh, Ende der Neunziger, Anfang der Nuller (?), auch mit den Bad Seeds, das erste Konzert ohne Blixa Bargeld. Damals war das Konzert elegisch, mehr aus einem Guss, aber auch sehr bewegend. Im Hammersmith Odeon, West London, eine historische Stätte. Damals sold out. Ich war auf den Schwarzmarkt angewiesen.

  3. Olaf Westfeld:

    Sehr atmosphärisches Foto – wäre ich auch gerne dabei gewesen. Nick Cave habe ich bislang immer verpasst.

  4. Martina Weber:

    Habe mich gleich an ein Audiomixtape erinnert, das mir eine Prosaautorin, die vom Theater her kam, geschenkt hat. Ich habe einen dreiseitigen, mit Füller geschriebenen Brief von ihr zur Kassette gelegt, mit der Beschriftung und ihren Kommentaren. Es ist vor allem Nick Cave drauf, aus dem Album „And the Ass saw the Angel“. Habe die Kassette gerade mal aufgelegt. Iris schrieb: „Vor allem habe ich das Gefühl, tatsächlich Theater zu hören.“ Später gibt es noch Leonard Cohen (Who by Fire?), Laurie Anderson (aus: Life on an String) und Goran Bregovic (Silence of the Balkans, 1997).

    Ich schätze, es ist roundabout 10 Jahre her, dass ich die Kassette bekam. Es ist mein letztes Mixtapegeschenk.

  5. Michael Engelbrecht:

    Der Aufritt hatte schon etwas sehr Existenzielles. Aber war es je anders bei Nick Cave?

    Von dem jüngsten Todesfall wusste ich nichts. Nachricht vom Mai 2022:

    Nick Caves Sohn Jethro ist tot. Er wurde 30 Jahre alt. Zwei Tage vor seinem Tod war er aus dem Gefängnis entlassen worden, wie die britische „Sun“ berichtet. „Mit großer Trauer kann ich bestätigen, dass mein Sohn Jethro verstorben ist“, wird Musiker Nick Cave (64) zitiert. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt.

    Der australische Sänger, der vor allem als Frontmann von „Nick Cave and the Bad Seeds“ bekannt ist, wurde im Juli 2015 bereits von einer Tragödie heimgesucht. Damals starb sein Sohn Arthur Cave (†15), nachdem er in Ovingdean in der Nähe von Brighton von einer 15 Meter hohen Klippe gestürzt war. Er hatte die halluzinogene Droge LSD genommen, wie eine spätere Untersuchung ergab. Obwohl sofort Hilfe am Unglücksort war, verstarb er zwei Tage später im Krankenhaus.

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