Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2021 19 Jun

The Mix #2

von: Manafonistas Filed under: Blog | TB | 1 Comment

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Angeregt von Martinas und Olafs launigem Dialog, sind diese beiden Mixe mein kleiner Beitrag zur Verwirbelung von Klang und Welt. Die Urgeschichte dazu, und zur Idee der Ambient Music, erzählt Brian Eno zum ca. 320. Mal (classic good repertoire story with Welsh harp music)  im Gespräch mit Rick Rubin – hier in den letzten Tagen gepostet. Auch in diesem Mix wird die schönste Musik, die ich je im Leben gehört habe, etwas wahrnehmbarer. So ein Superlativ scheint übertrieben, und es sollte übertrieben klingen. Tatsächlich ist das Album, das dort zu all dem Gerausch der Welt ertönte, so reich – und bei jedem Hören berührt mich die Musik ganz tief, lapidar gesagt. Tiefer geht kaum noch.

Einmal lud mich  Brian in eine seiner alten Londoner Wohnungen ein, und zeigte mir (in den Neunzigern) den Raum, in dem Roxy Music einst wie die Verrückten geprobt und geübt haben, für ihr erstes Album. Für manche Roxy Fans wäre das der Heilige Gral gewesen, und es ist halt witzig, dass ich die ersten zwei Roxy Music Alben nie so prickelnd fand, und das dritte viel besser, ohne Eno, haha. Im ganzen Haus war die Heizung hochgedreht – eine Geburt stand bevor. In seinem Arbeitsraum zeigte er mir, wie er an dem Material arbeitete. Es war wohl weitestgehend mit dem DX 7 entstanden, ein Instrument, das Brian Eno, der sich gerne als Nicht-Musiker bezeichnet, virtuos beherrschte. Typisch, dass er es später verkaufte, um nicht in Muster zu verfallen. Aber das alles hat mich erst so richtig umgehauen, als ich später, und  am liebsten immer im Dunkeln, The Shutov Assembly auflegte.

Und die Idee, die mir kam bei Mix #1: dieses Album darf natürlich nicht fehlen in meiner letzten Ausgabe der Klanghorizonte, und es wird einfach eine ausgeflippte Jukebox sein, eine tollkühne playlist, auf der, reine Träumerei und praktisch eingetütet, ein Track wie Brians Alhondiga gefolgt  wird von einer Version von The windmills of your mind (Barbara Streisand oder Terry Hall), von einem Evergreen von Roy Budd, dem Intro von Twin Peaks, einer alten Moondog-Nummer, meinem Hammerklavierlieblingsstück von Herrn Schiff von Beethoven,  a field recording of  an old locomotive on a Welsh morning, Ascension Day von Talk Talk, dem Gitarrenfeuer von  Steve Tibbetts aus seinem wildesten Album, Count Ossies after midnight drumming, Sunny Afternoon, Pauline Oliveros in der Zisterne, Vitamin C, einem Solo von Nik Bärtsch usw usw – sämtliche Sequenzen dürfen allein der Logik der Träume und dem Sog kleiner Geschichten gehorchen…

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1 Comment

  1. Olaf Westfeld:

    Das Vermischen von samstäglichen Kleinstadtgeräuschen mit den Sounds von Nova Materia hatte völlig unerwartet halluzinatorische Qualitäten. Gestern nach dem Spiel noch 30km Fahrrad aus der Stadt hinaus über Felder und durch Waldstücke nach Hause gefahren, gegen 23:00 dort angekommen – es wurde immer dunkler, die Schatten länger, Geräusche weniger, Hasen und Glühwürmchen kamen heraus – ein ganz ähnlicher Effekt wie am Vormittag, sehr angenehm.

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