Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2021 22 Mai

Viel Glyk!

von: Jochen Siemer Filed under: Blog | TB | Tags: , | 3 Comments

 

Gestern zog es mich von dannen. „Immersion“ ist das Stichwort, sie hat viele Facetten und kann beispielsweise durch hochauflösendes, grossformatiges Fernsehen indiziert sein: man wähnt sich mitten im Geschehen. Kombiniert mit akustischem High-End ist ein grandioses Konzerterlebnis selbst im hauseigenen Wohnzimmer garantiert. Manche nennen das „Electric Cinema“. Aber noch zwei weitere Elemente kommen hinzu: Unverfügbarkeit, die besagt, dass Interesse und Appetit sich nicht von aussen steuern lassen, sondern selbstbestimmt sind und authentisch. „Was weiss denn ich schon, was ich will und mag? Der Zufall wird es zeigen!“ Manchmal beginnt dann eine regelrechte Abfahrt, wer mal Skifahren war, etwa die Piste hinab in den Schweizer Alpen, der weiss, wovon die Rede ist. Per Algorithmus wird mir Kinga Glyk bekannt gemacht, die Hasenohren stellen sich hoch auf. Das Konzert vom 36. Kemtener Jazzfrühling weckt Assoziationen. Zum einen ist es eine Wonne, dieses virtuose Bassspiel, an Jaco und andere erinnernd, zu hören. Aber auch diese, man muss es einfach sagen: hochattraktive Erscheinung. Und dann eben auch das, was ich full body performance nenne: wenn Musik, Instrument und Musiker eine Einheit eingehen, die an Tanz erinnert. Solches zu sehen, in dieser Frische, wirkt wie heilsame Musiktherapie. Unweigerlich greift man hernach selbst zum Instrument, ist angestachelt. Soll mir ein Musiker sagen, er würde nicht zuweilen scharf gemacht durch andere. Die Intimität und Perfektion von Kinga und ihren Mannen (der Bruder sitzt am Mischpult) lässt einen fast wünschen, Corona möge bleiben. Musikalische Anklänge bot das Konzert auch an Hellmut Hattler (Kraan) und Nik Bärtsch (Ronin). Der Gruppensound bildete die verwobene Grundierung, auf die der Bass seine bezaubernden Linien zeichnete.

 

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3 Comments

  1. Jochen:

     

    „New“

     

    Kinga Głyk – bass (daughter) Irek Głyk – drums (father) Andrzej Gondek – guitar (reminds me to brazilian guitar player Toninho Horta, a long time companion of Maria Bethania, sister of Caetano Veloso) Paweł Tomaszewski – piano Kuba Gwardecki- keyboards | mix: Patryk Głyk (brother) recordings: Patryk Głyk / Mirek Stępień cameras: Rafał Rufio Wieczorek, Samuel Pawlas, Kamil Klimuszko film editing: Samuel Pawlas color correction: Rafał Rufio Wieczorek

     

    „Donna Lee“

     

    Kinga Głyk – uke bass Irek Głyk – drums Piotr Matusik – piano | cameras: Samuel Pawlas, Patryk Głyk, Tina Rzyczniok film edition: Patryk Głyk & Samuel Palwas mix: Patryk Głyk mastering: Patryk Głyk recording: Patryk Głyk

     

     Kinga Glyk Website

     

    „Bass, wir brauchen Bass!“ (Spiegel Kultur)

    „Das neue Wunder am Jazzbass“ (Deutschlandfunk Kultur)

     

  2. Lajla:

    Es ist die Spielfreude der drei Musiker, die einen so in Bann zieht. Ich habe mir beide Stücke angehört – jaaa, man will da mitspielen!

    Ansteckend. Gibt keinen Impfstoff dagegen.

  3. Michael Engelbrecht:

    Die Jeans hat aber auch was 🤣


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