Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2021 24 Apr

My favourite poetry and music combinations (3)

von: Martina Weber Filed under: Blog | TB | 2 Comments

In den ersten Jahren meines Lebens wohnten wir so nah am Rhein, dass ich keine Erinnerung an die Räume unserer Wohnung habe, ich erinnere mich fast nur an den Rhein, den Blick aufs gemächlich fließende Wasser, die Uferwege im Park und wie ich dort fast mein Dreirad mit dem roten Sitz verlor, und es gab die großen Steine am Uferweg, auf denen ich herumsprang. Und doch blitzen Episoden aus der Wohnung auf. Manchmal zogen Straßenmusikanten oder Bettler durch die Gegend, sie riefen laut, klingelten mit großen Glocken. Meine Mutter wickelte einige Münzen in ein Papier und warf dieses Päckchen herunter, während mein Vater bemerkte, sie würde das Geld zum Fenster herauswerfen.

 

Für Folge drei meiner kleinen Serie braucht es etwas Fantasie. Es gibt nicht alles online, jedenfalls habe ich die Vertonung von Robert Lax´Gedicht „Question“ nicht gefunden, ich habe sie nur als analoge Aufnahme aus den Klanghorizonten im März 2012. Sie stammt aus dem Album wake up re:lax, Label: intermedium records 019. Hier ist ein Link zu einer Lesung des Gedichtes von Garrison Kailor.

 

Question

 

If you were an alley violinist

 

And they threw you money
from three windows

 

And the first note contained
a nickel and said:

 

“When you play, we dance and
sing” signed
A very poor family

 

And the second one contained
a dime and said:

 

“I like your playing
very much!” signed
A sick old lady

 

And the last one contained
a dollar and said:
“Beat it”

 

Would you

 

1   Stand there and play?
2   Beat it?
3   Walk away playing your fiddle?

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2 Comments

  1. Lajla Nizinski:

    Martina, deine privaten Erinnerungsbilder sind eine schöne Hinführung zu dem Gedicht. Mir fällt dazu die Novelle „Der arme Spielmann“ von Grillparzer ein. Er ist an Hunger und Kälte gestorben. Dieser Geiger in dem Gedicht hat da mehr Auswahl.

  2. Martina Weber:

    Erstaunlich, woran wir uns erinnern, wenn Auslöser etwas antriggern.

    „Das früheste und für die Traumgehalte entscheidende Haus muß seine Dämmerung behalten. Es untersteht der Literatur der Tiefe, also der Poesie, und nicht der redseligen Literatur, die den Roman der anderen braucht, um die Innerlichkeit von außen her zu analysieren.“ Gaston Bachelard, Poetik des Raums

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