Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2020 14 Nov

The hour that the ship comes in

von: Lajla Nizinski Filed under: Blog | TB | 2 Comments

Ich saß unten vor der Hafenkneipe „Mar de las Calmas“. Ich hatte mir ein Dorada bestellt, ein gutes kanarisches Bier, und einen Peto. Meine Gedanken schweiften zu den letzten Klanghorizonten, wo Michael so schön „Wahoo“ aussprach. Wahoo ist ein Peto ist ein Thunfisch.

Hier meine Übersetzung des Gedichts, das Michael vorlas:

 
 

Südwärts zur Countrymusic

(von Will Burns für Greg Burns)

 

20 Meilen entfernt von der Forellenfarm gibt es nur Musik

und den grünen Volvo

und einen Himmel, der aufreißt,

nach schwerem Regen.

Könnten wir doch tagelang durch einen ganzen Kontinent fahren.

Bis wir zum Meer kommen, wo

wir die Namen von Grosswildfischen lernen:

Sockey  und Wahoo

Wo wir in ein Land kommen,

das uns am Rand der Mesa siedeln lässt

und wir mit unserer Erinnerung an unsere Kalkhügel glücklich sind .

Jetzt fahre ich mit dir stillem Bruder

schon eine halbe Stunde und

endlich fließt der Sound der Steelguitar in die Stille,

wie all deine besten Fische.

 
 

Die Stille wurde durch Sirenen und Blaulicht von Rote Kreuz Wagen durchschnitten  Ein Holzboot wurde in den kleinen Hafen von La Restinga geleitet. Ich nahm noch einen Schluck Bier und ging dann hoch auf die Kaimauer. Ich erschütterte. Ich sah über 100 Flüchtlinge auf dem Fischerboot, später erfuhr ich, es waren 159, darunter ein Toter. Alles Männer aus dem Senegal. Sie waren mit diesem Kahn über eine Woche auf dem stürmischen Atlantik unterwegs.

 
 


 
 

In den letzten drei Wochen sind 480 Flüchtlinge auf dieser gefährlichen Route ertrunken. Sie wagen die Flucht aus Verzweiflung über die leergefischte Hochsee und die Ausbreitung der Sahara, wo wegen Trockenheit nichts mehr anzubauen ist. Die Refugees sind hier willkommen. Sie werden in wegen Corona leerstehenden Hotels untergebracht, bis sie nach Spanien gebracht werden. Natürlich beutet auch eine kleine Rechte Gruppierung das Thema für sich aus.

Eine andere, engagierte Bewegung unterstützt und hilft bei der Bewältigung der Flüchtlingsarbeit – immerhin sind es allein 16000, die es bis zu den Kanaren in diesem Jahr geschafft haben.

Diese engagierte Gruppe kämpft noch gegen was anderes: Keine Verstrahlung durch G5.

Die Herreños sind durch ihre Geschichte hindurch stark. Venceremos!

This entry was posted on Samstag, 14. November 2020 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. You can leave a response here. Pinging is currently not allowed.

2 Comments

  1. Michael Engelbrecht:

    All die Schicksale hinter den Zahlen.
    „159, darunter ein Toter“.

    184000 Neuinfektionen in den USA heute. Hier werden die Zahlen im Lockdown light sicher nur wenig sinken. Die Österreicher planen vollen Lockdown ab Dienstag. Klug. Ich hoffe, hier wird das auch bald passieren. Wie gesagt, all die Ängste, hinter den Zahlen.

    Jetzt höre ich von immer mehr Menschen, die ich kenne, die es haben. Es gilt sehr bewusst zu leben. Manchmal bringt man Medikamente, stellt sie vor der Tür ab, sendet eine SMS.

    Aber zum bewussten Leben zählt auch das Atemholen, Kraft schöpfen. Gute Musik, Poesie. Ein schönes Gedicht von Mr. Burns, der den Blues kennt in der Countrymusik. Nur wer kleine Fluchten beherrscht, kann auch richtig DA sein, wenn es darauf ankommt. I know what good friends are for, Lajla.

  2. Lajla:

    Wer mehr zu einem vergnüglichen, komplativen Da-sein erfahren/ erfühlen will, lese das Buch von Wolfram Eilenberger: Feuer der Freiheit. Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten 1933-1943

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