Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2020 20 Mai

„The Inland Sea“

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | 2 Comments

 
 

Die Bilder des Films, und wie Lucille Carra sie verwendet, dienen in hervorragender Weise dem Donald Richie-Subtext, der besagt, dass alles, was wir sehen, nicht mehr existiert (als wäre es der Sternenhimmel) und hier wie anderswo von den Bedürfnissen einer anderen Welt verschlungen wird. Der Ton ist jedoch nicht mürrisch. Er ist sachlich und von Zeit zu Zeit überschwänglich. Oder wie der Erzähler auf seinem Weg von einer Insel zur nächsten sagt:

 

„Ich bin glücklich, weil ich plötzlich ganz bin und weiß, wer ich bin. Ich bin ein Mann, der in einem Boot sitzt und eine Landschaft betrachtet“.

Es gibt allerdings die wiederkehrende Abschweifung. Nichts ist weniger exotisch als die landläufigen Orte von Sylt zu durchwandern, es sei denn, so gut wie alle Menschen sind aus dem Bild verschwunden. Da findet ein Verwundern statt, ein Erschauern. Auch nostalgisches Flattern aus der Jugendzeit. Da mischen sich Ebenen. Wunderbar etwa in Lucille Carras Film, wie die Sounds von Toru Takemitsu, die Zeilen von Frank Sinatra, die Wallungen einer Arie, eine zweite, dritte Schicht über die Bilder legen. Seltsamerweise passt dazu auch das, was Ulrike Haage mir schrieb, bevor sie meine Fragen zu ihrem Solopianoalbum „Himmelsbaum“ beantwortete:

 

„Es ist wie ein nächtliches Selbstgespräch mit einem fernen Menschen, eine Rückkehr nach Island, ein Sich Erinnern mit Worten, Bildern, Geschichten, die sich mit der digitalen  Verständigung aus dem Off und dem Klima und der Pandemie vermischen.“

This entry was posted on Mittwoch, 20. Mai 2020 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. You can leave a response here. Pinging is currently not allowed.

2 Comments

  1. Michael Engelbrecht:

    CRITERION TEXT on BLU RAY EDITION:

    In 1971, author and film scholar Donald Richie published a poetic travelogue about his explorations of the islands of Japan’s Inland Sea, recording his search for traces of a traditional way of life as well as his own journey of self-discovery.

    Twenty years later, filmmaker Lucille Carra undertook a parallel trip inspired by Richie’s by-then-classic book, capturing images of hushed beauty and meeting people who still carried on the fading customs that Richie had observed.

    Interspersed with surprising detours—visits to a Frank Sinatra–loving monk, a leper colony, an ersatz temple of plywood and plaster—and woven together by Richie’s narration as well as a score by celebrated composer Toru Takemitsu, The Inland Sea is an eye-opening voyage and a profound meditation on what it means to be a foreigner.

    And, who wants to go deeper:

    criterion.com / the-inland-sea-invitation-to-the-voyage …

  2. Martina Weber:

    Zur gleichen Zeit (in den vergangenen beiden Tagen) war auch ich auf einer virtuellen filmischen Reise abgetaucht. Ein Traum, der sich verwandelt, und bleibt. I´m gonna write about it.

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