Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2019 1 Sep

Welten in der Nussschale

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | No Comments

 

Im September, auf Reisen nach Norwegen, vielleicht Sussex, vielleicht Provence, vielleicht Griechenland, leistet das E-Book beste Dienste. Und da ich meine Lieblingsautoren gut kenne, ist die Liste der Bücher zum Sich-Drin-Finden und -Verlieren in jeder Hinsicht leicht zu händeln. Ich bin ja jüngst im Kieser-Training angekommen, und erlebe jedesmal aufs Neue den meditativen flow beim Muskelaufbauprogramm meines Vertrauens; da muss ich nicht noch literarische und gewichtstechnische Hochkaräter wie Greg Iles‘ Verrratenes Land täglich stemmen – sowas liegt nun schwebend in den Händen. Und das ist seit langem so – in jeder Umgebung eine andere Welt (oder mehrere) bei sich zu führen, in Nussschalenform gleichsam, das gibt der Idee von Parallelwelten eine sympathisch im Alltag verankerte Präsenz. Linus Reichlins aberwitziger Roman ist dabei, als einziges „richtiges Buch“, und trifft die Sache mit Parallelwelten noch in einem ganz anderen, gewitzten, Sinn. Und natürlich begleitet mich, wie jeden Sommer, der neue Adrian McKinty, Cold Water – seine Geschichten eines katholischen Bullen zur Zeit der Troubles und danach, humorvoll garniert mit trefflichen Kommentaren zur Musik. Phil Collins und U2 kriegen ihr Fett weg, mir aus der Seele gesprochen, und Richard Wagners „romantische Dudelmusik“ auch. Und immer noch gespannt bin ich auf die Autobiografie von Jeff Tweedy. Vor dem Flug nach Kristiansand jage ich hier noch von  Termin zu Termin, schreibe und produziere die JazzLive-Ausgabe zu Loe Lovanos Auftritt in Bonn, in der Röhre wird meine HWS gecheckt, ich lerne die Atemtechnik des „Ice Man“, um hellwach zu sein, eine Art Yoga für Frühaufsteher und glückliches Kaltduschen. Später dann magische Trüffel in den Niederlanden, vollkommen legal natürlich. – Hey, Alter, du bist so busy, solltest du nicht mal eine Auszeit nehmen, und dich um deine Wehwehchen kümmern. – Klar, Schwester, wenn du ins Heim gehst, nehm ich die Auszeit. Und les dir Jack London vor. Kleiner Spass, hier kommt die manafonistische Auszeit. Mindestens bis Südnorwegen (s. punktfestival 2019 im blogroll). Muss mich sowieso erst von dem Schock erholen, dass der BVB sich gestern als Meisterschaftskandidat verabschiedet hat. Keine dummen Kommentare jetzt, Weihnachten werde ich mir die Scheisstabelle mit Bayern und Leipzig ganz oben sicher nicht in den Tannenbaum hängen. So, gleich wird ein neuer Ventilator im „Tiny House“ angebracht, ein interessanter Gast kommt heute, aus Kanada, in den Achtzigern war er dort Musikjournalist, meine Altersklasse, bin gespannt. Jetzt aber, Honigkuchenpferdegrinsen inklusive, AUSZEIT! Und sie beginnt unter Kopfhörern, Playing The Room, Avishai Cohen und Yonathan Avishai im Duo, in Lugano. Produced by Manfred Eicher.

 

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