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2019 9 Aug

CCR: Live at Woodstock

von: Jan Reetze Abgelegt unter: Blog | TB | Tags: , 1 Kommentar

 
 
Mit (offiziellen) Live-Alben ihrer Band waren die CCR-Fans bislang nicht allzu üppig gesegnet. Das Royal Albert Hall Concert wurde 1980 veröffentlicht und entpuppte sich als Aufnahme aus Oakland, California, von 1970. Spätere Neuaflagen hießen dann einfach The Concert. Dann gab es da noch das Doppelalbum (mit 52 Minuten Gesamtspielzeit!) Live in Europe von 1972, das einzige, das die Band in Triobesetzung dokumentiert, ohne Tom Fogerty, der die Band verlassen hatte. Ein paar Graumarktprodukte gab es dann noch, aber die lassen wir mal lieber außen vor.

Ich, für meinen Teil, wusste lange Zeit nicht mal, dass CCR auf dem Woodstock-Festival überhaupt gespielt haben. John Fogerty wollte den Auftritt nicht veröffentlichen, weder im Film noch sonstwie. Anders als etwa Santana, die in Woodstock um ihren Durchbruch spielten und das auch wussten (selbst Carlos himself dürfte das in seinem Meskalinnebel noch erkannt haben), waren CCR zum Zeitpunkt des Festivals bereits Stars, und John Fogerty gab die Diva. Die Band musste nach den Grateful Dead auftreten, die ihren Slot gnadenlos überzogen und, wie Fogerty sagte, das Publikum in den Schlaf gespielt hatten. Der Auftritt von CCR begann dann um Mitternacht, ein wenig — na, sagen wir mal: tastend, kam dann aber spätestens mit Wilson Picketts alter Soulnummer „Ninety-Nine and a Half (Won’t Do)“ in Schwung. Das ist kein Wunder, denn CCR waren dafür bekannt, ihre Auftritte bis ins i-Tüpfelchen eingeprobt zu haben, und exakt so wurden die Auftritte abgespult. Da konnte nicht viel schiefgehen. Eine weitere Gänsehautnummer: „I Put A Spell On You“.

Das eine kann man sicher sagen: Nach den exakt 55 Minuten dieses Auftritts war das Publikum wieder wach. Sogar eine Zugabe gab es, zehn Minuten lang „Suzie Q“. Normalerweise war nach „Keep on Chooglin'“ Schluss. Zugaben wurden nie gespielt, John war der Ansicht, ein CCR-Auftritt sei von Anfang bis Ende durchdacht und als eine Gesamtheit zu sehen; in der Oper gäb‘ es ja schließlich auch keine Zugaben. Hier aber machten sie eine Ausnahme, und die ist so kochend heiß, als habe sich die Band gedacht: Los Jungs, jetzt machen wir sie fertig.

Wen stören da schon die paar Mängel im Sound, die paar verrutschen Beats (tatsächlich verrutschten ja nicht nur die Beats, sondern die gesamte Bühne, und zwar nach rechts im Boden).

Für mich bis heute: die amerikanischste aller amerikanischen Rockgruppen.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 9. August 2019 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

1 Kommentar

  1. Gregor:

    Ging mir auch so, wusste nicht, dass CCR in Woodstock überhaupt gespielt haben. Habe mir gerade diese Überraschungsplatte angehört. WOW! Danke für den Tipp.

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