Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2019 4 Feb

Dune

von: Michael Engelbrecht Abgelegt unter: Blog | TB | 3 Kommentare

(Fällt mir wegen RAMS ein. Und Enos Filmmusik.) Ich habe bis heute seltsamerweise nie „Eraserhead“ gesehen, aber etliche verdammt gute Filme von David Lynch, und seine Serie „Twin Peaks“. Die dritte und letzte Staffel, „Twin Peaks: The Return“ ist ein weiterer Höhepunkt seines Schaffens. Leider ist er auf die geldgierige Sekte TM und ihre Ideologie wohl bis heute reingefallen, da sind ihm schwere Torheiten unterlaufen, ein Dokumentarfilm, der das  krass enthüllt, ist „David Wants To Fly“ (die Extras auf der DVD sind ebenfalls erhellend). Ein Lehrstück, kluge Distanz zu vermeintlichen Idolen zu bewahren. Ich hatte also damals nur seinen beeindruckenden Film „Der Elefantenmensch“ (1980) gesehen, als ich im Sommer 1984, ich weiss heute noch, dass es ein heisser Sommertag war, in der Brückstrasse in Dortmund in eines der grossen Kinos ging (es hiess wohl allen Ernstes „Universum“), auf der rechten Seite, um „Dune“ zu sehen, auch hatte Brian Eno etwas zum Soundtrack beigesteuert, was meine Spannung noch grösser werden liess. Tja, und das war vielleicht ein fulminant in den Sand eines Wüstenplaneten gesetzter Blödsinn – selbst die zwei Tracks von Eno rissen nichts mehr raus, wurden von diversen Sandlöchern verschluckt. Neben „Twin Peaks“ haben dann allerdings noch zwei Lynch-Filme für unvergessliche Kinoerlebnisse gesorgt: „Blue Velvet“ und „Mulholland Drive“. Kein anderer sonst, auch nicht die Vielgelobten, die gern im gleichen Atemzug genannt werden. „Straight Story“ mochte ich auch, und dachte, Bill Frisell hätte die Musik gespielt, hat er aber nicht. Der letzte „Kinofilm“, der mich umgehauen hat, wurde via Netflix frei Haus auf die grosse Leinwand geliefert, „Roma“. Und der ist natürlich nicht von Herrn Lynch.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 4. Februar 2019 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

3 Kommentare

  1. Martina Weber:

    Gerade vor ein paar Tagen habe ich mit einem guten Freund „Mullholland Drive“ gesehen. Wir kannten beide den Film und hatten beide einiges an Material darüber gelesen und sahen den Film also beide so etwa zum vierten Mal. Mein Freund war ziemlich ehrgeizig darin, die Struktur des Filmes zu erfassen, weil er einige Theorien gelesen hatte. Da wurde dann immer mal ein Stück zurückgespult, um nochmal genau hinzuhören, mit welchem Namen die Frau nun angesprochen wurde, um herauszufinden, in welcher Zone wir uns gerade bewegen. Letzlich ist es gar nicht so wichtig, ob die Rätsel aufgelöst werden. Es ist pure Magie, daran teilzuhaben. Wie sich die Frauenfiguren verwandeln, wie das Licht fällt und die Gesichter verändert.

  2. Martina Weber:

    Fast noch mehr begeistert hat mich „Inland Empire“. Hier findet sich ein vielschichtiges Frauenportrait, die Strukturen gehen fast unmerklich ineinander über und doch gibt es harte Schnitte zwischen verschiedenen Welten. Was ist Film, was ist Traum, was ist Comedy? Laura Dern as a woman in trouble.

  3. Uli Koch:

    Ja und bei Dune bedaure ich noch immer, dass Alessandro Jodorowski es nicht geschafft hat den Film wie ursprünglich geplant umzusetzen. Dann wäre ein ziemlich mystischer Science-Fiction-Thriller draus geworden, der sicherlich auch noch etwas mehr Soundkulisse von Brian Eno vertragen hätte.


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