Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2019 14 Jan

Zeichen und Wunder

von: Michael Engelbrecht Abgelegt unter: Blog | TB | Keine Kommentare

 

 

 

Es gibt so unfassbar gute Romane, die ihren Weg nie zu einem deutschen Übersetzer finden. Das gilt nicht zuletzt auch für Thriller und Kriminalromane, die eine enorme literarische Qualität mitbringen, eine tolle Geschichte erzählen, und doch durch das Raster der Markttauglichkeitsprüfung oder was auch immer fallen. Aber es gibt eben auch Zeichen und Wunder, und auf einmal findet sich so ein kleines Meisterstück in der Buchhandlung deines Vertrauens wieder. Wie eben seit kurzem James Andersons Debutroman „The Never-Open Desert Diner“. Der kleine Polar-Verlag (aus Stuttgart!) hat einmal mehr ganze Arbeit geleistet. Eigentlich ahnte ich schon, dass da etwas Besonderes auf mich zukam, als ich, vor Jahren, vor der ersten Zeile, die Widmungen las, für einen mir Unbekannten, der die Wüste, und einen anderen, der das Cello liebt. Dann: „… in Erinnerung an die folgenden Autoren und ihre Figuren, die, ob real oder imaginär, für mich zu besten Freunden wurden …“ James Anderson listet fünf Autoren mit Geburts- und Todesjahr, und fügt dem Namen ihrer Protagonisten auch noch den Ort ihres Treibens zu. Ich erwähne hier nur den wunderbaren, hier nahezu unbekannten John D. MacDonald, und seinen herrlich melancholischen „Helden“ Travis McGee (Florida). Dann finden sich noch, bevor es losgeht, ein paar Zeilen aus den „Schattierungen von Grau in Philipsburg“ von Richard Hugo: „Ist das nicht dein Leben? Ein uralter Kuss, / der dir noch immer die Augen ausbrennt? / Ist dein Scheitern nicht so absolut, dass die Kirchenglocke / nur noch / eins verkündet: Läute und niemand kommt? / Ist das bei leeren Häusern nicht ebenso?“ Sie sind neugierig geworden? Machen Sie sich nicht schlau, und besorgen sich einfach das Buch. Ein Truck Driver. Ein geschlossenes Diner. Ein abgelegenes Haus. Und es  geht los. Gute Reise!

 

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