Manafonistas

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2018 13 Nov

Die gesammelten amerikanischen Alpträume des James Lee Burke

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | Comments off

 

 

 

Pendragon leistet ganze Arbeit, seit Jahren bringt der Verlag die Romane eines der besten Schriftsteller der USA heraus. Und da sie einen beträchtlichen Fundus beackern, kommen auch etliche Neuübersetzungen dabei heraus. Seine Kriminalromane verheddern sich nie in den Limitierungen, die auch dieses unerschöpfliche Genre bereit hält. Seine angezählten Protagonisten haben zwar die unentwegte Litanei privater Traumen und Beschädigungen in ihrer Vita, aber ihre Nehmerqualitäten haben nichts mit Superheldenkräften und anderen Arten, den Kai aus der Kiste springen zu lassen, gemeinsam. Die Geschichten gehen bis in die Ära der Amerikanischen Depression zurück, und, so ganz anders, als bei hanebüchenen „Spannungsautoren“ mit grossen Namen und immergleichen Abläufen, läuft das Leben und Sterben bei James Lee Burke ohne jeden pathetischen Soundtrack ab. James Lee Burke erzählt ohne Bruch- und Nahtstellen, wahrscheinlich liegt das auch daran, dass er Landschaften und Menschen gleichermassen nahekommt. Man braucht diese Romane keineswegs chronologisch zu lesen. Das ist ähnlich wie bei Balzac. Man kann überall anfange , und nicht mal ein Erzählwerk wie  „Strasse ins Nichts“ verhindert, mit allen Schattierungen von Noir ausgestattet, einen Leserausch. Wer braucht schon Leuchtreklame, Leichtgewichte, und den „Tatort“?!

 

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