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2018 6 Aug

Gregor öffnet seinen Plattenschrank (168)

von: Gregor Mundt Abgelegt unter: Blog | TB | Keine Kommentare

Auch wenn er schon einige Alben herausgebracht hat, für mich war bisher der 29-Jahre junge Gitarrist Daniel Bachman kaum Begriff. Bachman lebt und arbeitet in Fredericksburg, Virginia. Zum Kennenlernen schaue man sich auf YouTube “Daniel Bachman: NPR Music Tiny Desk Concert“ an. Bislang veröffentlichte er Platten, die durchaus an John Fahey, Peter Lang (z.B. die Platte The Thing At The Nursery Room Window) oder Glenn Jones erinnerten, aber bereits 2016 kündigte es sich an. Da kam Bachman mit einer Platte heraus: Daniel Bachman, so auch der Titel, auf der sich die Stücke Brightleaf Blues I und II befinden, besonders mit dem „Brightleaf Blues II“ bahnt sich etwas an, was auf seinem neuesten Werk im Zentrum steht: die Hinwendung zur experimentellen Musik.
 
 
 

 
 
 
Vor ein paar Tagen erschien sein verstörendes Werk The Morning Star, eine Doppel-LP. Gleich das erste Stück „Invocation“ beansprucht mit achtzehn Minuten eine ganze Plattenseite und der erstaunte Hörer vermisst sogleich die vertrauten Töne des Gitarristen. Konnte man sich zur „Orange County Serenade“ noch eine herrliche Autofahrt Richtung Atlantik (Südfrankreich) vorstellen, sollte man sich diese Musik besser Zuhause auf einer guten Anlage konzentriert anhören: eine Entdeckungsreise beginnt. Glocken, Natur-, Maschinengeräusche, Klangteppiche, man könnte meinen, man hätte sich vertan und eine neue Scheibe aus dem Hause HUBRO MUSIC aufgelegt. Mitnichten: Daniel Bachman – The Morning Star.

Das zweite Stück der Doppel-LP, „Sycamore City“, erinnert stark an Sings Reign Rebuilder vonder Gruppe Set Fire to Flames. Ich stelle mir vor, hier spielt jemand in seinem Wohnzimmer Gitarre, lässt die Fenster geöffnet, sodass die Uher-Vierspur-Bandmaschine alle Nebengeräusche aufnimmt. Immerhin spielt der Meister hier sein ureigenes Instrument. Stück 3: „Car“. Geräusche, eine Radioübertragung von irgendwas, ein Harmonium? Recht traditionell geht es dann bei Song For The Setting Sun III und VI zu, bis zum Ende der letzteren Aufnahme wieder Field-Recordings (aus dem tropischen Regenwald?) eingespielt werden. Ich liebe ja Musik, die in Feldaufnahmen eingebettet, eine ganz eigene Atmosphäre ausstrahlt, so ist es auch bei dieser wunderbaren Platte, bei der die Entdeckungsreise kein Ende nimmt. The Morning Star gehört sicherlich zu den Platten des Jahres 2018.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 6. August 2018 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

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