Manafonistas

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2018 30 Mrz

Gregor öffnet seinen Plattenschrank (160)

von: Gregor Mundt Abgelegt unter: Blog | TB | 2 Kommentare

Bunita Marcus

 

Am 11. Januar schrieb ich an dieser Stelle (Plattenschrank 154) unter anderem über eine Schallplatte, die für mich das Jahr 2018 eingeläutet hatte: Morton Feldman – For Bunita Marcus, am Piano: Marc-Andrè Hamelin. Hans-Dieter Klinger äußerte sich am 12.Januar ausführlich dazu. Von Bunita Marcus hatten wir beide nie gehört und wollten damals wissen, wer diese Künstlerin eigentlich ist. In seinem Artikel wies Hans-Dieter auf ihre Biographie hin, auf entsprechende Seiten im Internet und auf eines ihrer Werke: Bunita Marcus – Sugar Cubes. Unter diesem Titel erschien eine CD mit fünf Ersteinspielungen von Kammermusik- und Solowerken von Bunita Marcus, sowie eine 1983 von Morton Feldman verfertigte, bislang unveröffentlichte Orchestrierung des Klavierstücks Merry Christmas Mrs. Whiting. Das ganze brachte das für mich damals gänzlich unbekannten Label Testklang heraus. Das Label Testklang definiert seine Arbeit so: Testklang sei ein Label für klassische und zeitgenössische Musik. In aufwändigen Editionen präsentiere das in Berlin ansässige Label Konzeptalben von herausragender Qualität. Testklang verbinde Musik, Film, Dichtung und Gestaltung.

Neben Bunita Marcus – Sugar Cubes finden sich im Katalog noch: Jig for John, diese CD präsentiert die Klavierfassung von John Cages 16 Dances // Tracking Pierrot: beinhaltet Schönbergs Pierrot Lunaire. Dann: Pierrot Lunaire von Johannes Schöllhorn (1992), Palmström von Hanns Eisler und zwei Aufnahmen der Open Form Komposition Tracking Pierrot von Earle Brown // Palimpsesto enthält Aufnahmen von Werken der zeitgenössischen spanischen Komponisten Hèctor Parra, Elena Mendoza, Alberto Posadas und Juan María Cué. // Schließlich findet sich im Katalog noch Luc Ferraris Journal Intime // 

Die CD/DVD Sugar Cubes hat inzwischen ihren Platz in meinem Plattenschrank gefunden und ich möchte sie an dieser Stelle sehr empfehlen. Nicht nur ist die Musik für die Liebhaber von Klängen aus dem Umkreis von Morton Feldman sehr interessant, die ganze Aufmachung, die Gestaltung der CD hält, was Testklang verspricht. Am Klavier hören wir übrigens Marc Tritschler, ein Interview mit ihm, auch über das Label Testklang findet sich hier …

 
 
 

 
 

Auf den vom SWR veranstalteten Donaueschinger Musiktagen (2017) wurde eine Komposition von Bunita Marcus uraufgeführt: White Butterflies. Die Komponistin schreibt über das Stück:

 
 

White Butterflies wurde für die Flüchtlinge unseres Planeten geschrieben. Es ist ein Versuch, einen inneren sicheren Ort zu schaffen in einer Welt des Verlusts und der Hoffnungslosigkeit. Mit diesem Stück ziele ich auf die Chakren und die Aura der Hörer. Jeder Klang ist im „persönlichen Klangraum“ eines jeden Hörers verankert und hallt in ihm wider. … Unser ganzer Körper hört und spürt die Schwingungen der Musik; es ist nicht allein unser Ohr und unser Verstand, der dies tut. Lange Zeit habe ich die winzigsten Elemente der Musik untersucht, die die Art und Weise verändern, wie wir fühlen. Ich habe die Subtexte betrachtet, die inneren Gefühle, die durch Musik hervorgerufen werden. …“

 
 

Der vollständige Artikel findet sich auf der Seite des SWR; unter dem Stichwort Donaueschinger Musiktage 2017 kann man sich das Programmheft herunterladen und findet auf der Seite 188f den zitierten Aufsatz.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 30. März 2018 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

2 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    Nur Orchideen in grosser Zahl brauchen mehr Raum als dein Plattenschrank.

  2. Rosato:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein kleineres Label als TESTKLANG gibt. Der Katalog umfasst gerademal 5 Produktionen. Diese sind höchst sorgfältig ediert, meistens Ton- und Videoaufnahmen kombiniert, auf CD und DVD.

    TESTKLANG hat auch eine facebook-Seite. Die Beiträge dort erhalten nur wenige Likes, selten mehr als 20. Das ist doch rekordverdächtig, oder?

    Es ist kaum möglich, mit den Einnahmen, generiert aus dem Verkauf der 5 Alben eine Familie zu ernähren, zumal die eingespielten Werke kompromisslos massengeschmacksuntauglich sind.

    Hier sind ENTHUSIASTEN am Werk, die künstlerisch und klangtechnisch höchste Qualität bieten.


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