Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2017 13 Dez

Manamory (18/2017) – Television in Deep Watching-Mode

von: Michael Engelbrecht Abgelegt unter: Blog | TB | 22 Kommentare

 

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Michael’s choice. Here they are, the awesome dozen of the year. England‘s masterclass LINE OF DUTY (4) is one of them, for sure (photo). Do yourself a favour, and go for the whole series. TATORT, in comparison, is like „Bauernschwank with Sozialkunde“. We are no completists, so some possible contenders for the year’s final flashback cannot be seen and evaluated in time (Twin Peaks 3, Detectorists 3, Game of Thrones 7). Nevertheless, you‘ll be stunned. Stand-alones (meaning shows that can be seen without starting with the first season) are marked. FARGO 3 is a case in point, LINE OF DUTY 4 definitely not. Apart from the usual suspects there are some discoveries that have been sailing too long under the radar and no finally go front page on  Manafonistas. Good news for friends of ghost towns, broken dreams and lonesome figures with a gun – one show is coming  from the old „western“-genre, bleak and black as the night can be – GODLESS is its name. Letting oneself be immersed by GODLESS, some of us will meet a good old aquaintance. Of course, you might want to add, contradict, join sides!

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One – The Leftovers 3
Two – Halt and Catch Fire 4
Three – Godless (standalone) – Netflix
Four – Line of Duty 4
Five – Stranger Things 2 – Netflix
Six – Fargo 3 (standalone) – Netflix
Seven – The Deuce (standalone)
Eight – Vikings 4
Nine – The Punisher (standalone) – Netflix
Ten – Glow 1 
Eleven – Mindhunter (standalone) – Netflix
Twelve – Ozark (standalone) – Netflix

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Damon Lindelof and Tom Perrotta’s post-Rapture drama LEFTOVERS 3 finished its three-year run with eight episodes of alternately wrenching, surreal, and bleakly funny storytelling about the psychological aftermath of loss and the quest to superimpose narrative on a seemingly chaotic world. I should admit this pick comes with an asterisk: Lindelof told me that certain themes and images, and the totality of episode five, were inspired by my personal writing about the death of my first wife. I loved the season before I knew that, so I’m leaving The Leftovers where I think it would’ve gone otherwise; however, if you consider the personal aspect disqualifying, go ahead and bump The Leftovers off the list and move everything up a notch.“ (Matt Zoller Seitz‘s no. 1, on vulture) 

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 13. Dezember 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

22 Kommentare

  1. ijb:

    Puh, davon hab ich ja noch gar nichts gesehen. Immerhin die ersten beiden LEFTOVERS und die erste HALT & CATCH FIRE.

    Bin ja mal gespannt, ob bei LEFTOVERS am Ende noch Fäden zusammen geführt werden. Staffel 2 fand ich auf jeden Fall schon mal besser als die erste (weniger pompös, überraschender, Figuren mit mehr Empathie erzählt, mehr Interesse für die (fiktiven) Orte (Texas), Themen weniger allgemein – und insgesamt gut unterhaltsam), aber sensationell oder herausragend fand ich eigentlich nicht wirklich was an den zehn Folgen.

  2. ijb:

    Muss mir wohl mal überlegen, ob ich dann im nächsten jahr nicht eher Netflix als Amazon abonnieren soll.

  3. Michael Engelbrecht:

    I‘m also quite resolute when it comes to realizing what does NOT catch me. Some people‘s revelation is other people‘s decent boredom.

    I really dig the understatement of MANHUNT, the discreet story telling, comparable to my favourite Fincher movie the name of which I have forgotten.

    I do only have one Fincher favourite movie, in opposition to many compadres here, FIGHT CLUB is pure crap for me. The one I mean is about a „manhunt“, not the one with the head in a box. Overestimated, too.

  4. Michael Engelbrecht:

    @Ijb: überleg dir erstmal, wie oft wir anderer Meinung sind, haha!

  5. ijb:

    Manhunt+Understatement klingt gut, hört sich nach etwas an, das mir gefallen würde. Bin auch kein Fan von Fight Club, fand ihn aber auch nicht schlecht. Ich glaube, bei dem Rummel um Fight Club geht es auch gar nicht um den Film an sich, sondern um das, was die Leute alles da gerne reinlesen wollen, Zeitkommentar usw usw Ist wahrscheinlich auch bei Seven der Fall; Understatement gibts da nicht, aber irgendwie konnte das Publikum da etwas über die (damalige) Gegenwart empfinden.

    The Game ist ein sehr guter Film, gerne übersehen – wenn wir schon beim Thema „Understatement“ sind. Zu Fincher hab ich vor wenigen Tagen dieses Video gefunden; das erklärt einiges, was seine Beliebtheit ausmacht, finde ich: https://youtu.be/GfqD5WqChUY

    PS: Nur weil ich nicht spektakulär begeistert bin, muss es ja nicht heißen, dass ich etwas nicht wertschätzen kann bzw. dass ich am Ende die ganzen Netflix-Tipps nicht gut finde.

    Ich find’s aber, das sollte ja schon bei meinem Text zu „Detroit“ durchklingen, sehr faszinierend, immer wieder zu verstehen, warum ein Film / eine Serie den einen total anspricht und den anderen nicht. Meine Erklärung ist die, dass es in erster Linie damit zu tun hat, ob in irgendeiner Form bestimmte Themen aufgegriffen werden, die für den Zuschauer gerade persönlich relevant sind. Natürlich kann ich mir auch was anschauen, das mit mir nix zu tun hat und das spannend oder gut gemacht finden, aber ich glaube, im Endeffekt hat das tiefe Berührtsein damit zu tun, dass der Erzähler seine persönlichen Fragen auf eine Weise formuliert, dass ich als Zuschauer mit meinem Leben in Verbindung bringen kann. Fincher macht das, scheint mir, für meine Generation sehr gut, und dann gibt es natürlich obendrein noch diesen filmsprachlichen Perfektionismus. (siehe hier: https://youtu.be/QChWIFi8fOY) Und wenn einen die Themen nicht ansprechen, dann empfindet man diesen Perfektionismus als manieriert und total nervig. So ging’s mir damals mit „Panic Room“. Beim Wiedersehen Jahre später habe ich meine Meinung größtenteils revidiert. „Fight Club“ müsste ich irgendwann mal wieder sehen, um zu schauen, wie ich das heute sehe. Bei „Gone Girl“ fand ich es z.B. arg oberflächlich und manieriert. Leider. Aber selbst dieser Brad-Pitt-Film, vom dem ich immer dachte, dass er total Mist sein müsste, hat mich, als ich ihn viele Jahre später dann doch mal ansah, positiv überrascht. Irgendwie schafft der Fincher es, selbst so einem Quatsch eine Seite abzugewinnen, die für ein Publikum funktioniert, ohne total bescheuert zu sein. Das muss man erst mal schaffen. :-)

    Ich weiß gar nicht, ob wir so oft anderer Meinung sind. Vielleicht sind nur die Ausgewichtungen anders. Ich bin z.B. sehr erstaunt, dass Father John Misty in wenigen Top50 des Jahres Erwähnung findet. Evtl. wird sein Stil als zu altmodisch eingeschätzt und die Listenschreiber sagen, „das ist ja Seventies, nicht 2017“ oder so …
    Genauso bin ich aber auch total konsterniert, dass Algiers z.B. bei Pitchfork komplett vergessen wurde. Ich fand jedenfalls von deinen Top 30 keine Platte nicht wert, dass sie zu den besten des Jahres gehörte (soweit ich sie kenne, aber das sind fast alle). Das wollte ich nur mal gesagt haben zum Thema andere Meinung. Muss jetzt mal weiterarbeiten.

  6. Michael Engelbrecht:

    Vollkommen d‘accord… die persönliche Ebene ist extrem wichtig. Deswegen „verschreibe“ ich bei Psychotherapien des öfteren bestimmte Serien. Und danach verwende ich ausgewählte Szenen daraus, im Gespräch, in der Hypnose.

    GONE GIRL… da fand ich die Bestsellervorlage schon sehr manieriert. Und aus dem Film bin ich nach zwei Dritteln gegangen, wegen Langeweile.

    Einer der wunderbarsten ergreifemdsten Psychothriller der letzten zehn Jahre ist bis heute nicht ins Deutsche übersetzt worden:

    THE LONG AND FAR AWAY GONE

    P.S. Father john Misty finde ich zumeist weit vorne, fast überall in den Top 30…. Konsens interessiert mich auf der Ebene aber nicht wirklich …

  7. Michael Engelbrecht:

    The first season of THE LEFTOVERS is mind-blowing, cathartic, apparent cliches turn into non-cliches, the depth of the whole season 1 can shorten and intensify the dealng with loss and death – and LOVE – like in Greek drama, Ayschylos, Euripides, that bunch. It‘s beautifully told, with twists that hit you in the stomach unprepared, and turns that make you cry.

  8. Michael Engelbrecht:

    I am not interested in anything that has not the power to deeply affect, touch or change my endlessly counted days.

  9. ijb:

    (Antwort war auf den Kommentar von 17:40) [zum Rest weiß ich jetzt nicht, was man da hinzufügen soll. Ist doch bei Kunst total schwierig, das so als allgemeingültig zu formulieren; haben da (Thema Leftovers) jetzt alle Unrecht, die das beim Schauen nicht so unterschreiben wollen? Ich hab ja nie gesagt, dass es schlecht wäre.]

    Ja, klar, ich will ja auch nicht sagen, dass man einen Konsens anstreben müsste. Es ist einfach eine Beobachtung, die ich teilen wollte. Mir ist es einfach aufgefallen. Gewisse „Konsensplatten“ tauchen zwar in jeder Bestenliste auf (Jlin, Lorde, Kelela, SZA, Kendrick), und ich kann auch gut verstehen, warum… Aber wahrscheinlich lesen wir auf anderen Webseiten… Ich lese sonst z.B. gar keine Blogs. Mir ist halt aufgefallen, dass viele musikzeitschriftenartige Websites, die ich so regelmäßig zur Inspiration anklicke, Pure Comedy nicht erwähnen. Einige haben ja auch noch keine Listen verkündet (TinyMixTapes, MusicOMH, Musikexpress…). Ich bezog mich da auf so breiter aufgestellte Seiten, auf denen ich oft gute Tipps finde wie die Top100 bei The Quietus oder die Top75 von AllMusicGuide, die Top 50 bei Pitchfork, oder Bestenlisten bei Consequence of Sound, FACTmag, The 405, Deep Cuts, The Independent… Fallen mir jetzt grad ein; sicher keine lückenlose Liste. Genrespezialisten für Jazz, Elektronisches und Experimentelles natürlich außen vorgelassen.

    Gone Girl wurde im letzten Dritten extrem blöd. Sicher Finchers manieriertester Film.
    Psychothriller interessieren mich durchaus. Aber zum Lesen komme ich, jenseits von Zeitung, Internet und Zeitschriften komplett gar nicht. Ich müsste dafür wohl auf die Serien verzichten…

    PS: Hatte ich den Begriff Entertainment verwendet? Das wollte ich nicht suggerieren. Ich bin durchaus auch nur an ernstzunehmender Auseinandersetzung mit der Welt interessiert statt an Til-Schweiger- oder Bully-Herbig-Kram. Aber auch das ist ja schon wieder streitbar. Ich kenne Leute, für die Honig im Kopf total viel sagt und ihnen eine wichtige Hilfestellung gab. Manche Serien habe ich auch bald ausschaltet und nicht weitergeschaut, weil es mir (persönlich!) da früher oder später einfach nicht (mehr) genug in die Tiefe ging (24, Lost, Boardwalk Empire, Manhattan, The Preacher…) Evtl. hab ich da was verpasst/ übersehen, aber was soll’s… es gibt ja noch so vieles Interessante.

    PPS: Ah, weil ich „unterhaltsam“ geschrieben hatte? Dass etwas unterhält, ist doch keine entwertende Aussage. Gut. vielleicht hätte ich tatsächlich irgendwann nicht weitergeschaut, wenn z.B. hier manche/r nicht so begeistert gewesen wäre (aber so uninteressant war’s eben auch nie; halt nicht „mind-blowing“), aber mir gehts auch so bei Filmen und Serien, dass man manchmal erst später reinkommt oder sogar erst im Kontext versteht, was so super daran ist. Hätte ich The Wire z.B. nicht weitergeschaut, nach den anstrengenden ersten Episoden, hätte ich ernsthaft was verpasst. Da gibt es allerdings auch einiges Attraktives, was für mich bei z.B. Game of Thrones nicht gegeben ist. Apropos Understatement und Gegenwart.

  10. Brian Whistler:

    Just started season one of the leftovers. I think I’ve watched just three episodes – startling, as you said taking clichés and turning them on their head. I can tell I’m gonna go all the way through it. I haven’t seen many of the shows on your list and I will certainly check them out over the winter. We truly are living in the second Golden age of television. Except there’s more than everything and that was the first time around and no commercials!

    I’m also looking forward to season three of man in the high castle and season three of Westworld. A lot to look forward to next year.

  11. Michael Engelbrecht:

    @ ijb : no, this was not to be meant in a fundamental way, only as the other point of view. It is never a question of RIGHT or WRONG here. Just different perceptions, equally valuable in their own special ways.

    It was just a declaration of (my) love, comparable to the little piece about Talking Heads.

  12. Michael Engelbrecht:

    You will need a long winter for your project, Brian :)

    I don‘t exactly know how winter works in Northern California.

    Btw: I‘m peparing a short story about your being there at the Fillmore East when the Allman Brothers had painted their masterpiece – live. (Due to release in February 2018)

  13. Michael Engelbrecht:

    MOJO und UNCUT hatten Mr. Misty beide drin, auch The Quietus.

  14. ijb:

    Ah, Okay, alles klar. Bei Talking Heads sind wir uns sicher sehr einig. Obwohl ich die ja erst nachträglich erleben konnte. Allerdings erinnere ich mich immer daran, dass ich ich schon früh, als Tele5 noch ein Musikvideosender war, immer Road To Nowhere liebte. Bis heute eines meiner Lieblingslieder. Aber natürlich sind die ersten Alben als Alben noch besser. :-) Talking Heads sind jedenfalls auch eine meiner Lieblinsgbands.

    Bei The Quietus hab ich Father John Misty nicht gefunden:
    http://thequietus.com/articles/23660-albums-of-the-year-2017
    Aber die haben diesmal auch echt sehr viel (mir) Unbekanntes. Da gibt’s noch viel zu graben…
    MOJO und UNCUT habe ich noch gar nicht gesehen. Schon lange nicht mehr, Muss ich auch mal in meine Lesezeichen setzen. Hab ich immer als Zeitschriften gelesen, selten online.

  15. Michael Engelbrecht:

    Vor 6 Stunden die gute Nachricht für die harten Jungs:

    THE PUNISHER bekommt die zweite Staffel.

  16. Martina Weber:

    Ich befinde mich, was Bingewatching angeht, genau zwölf Jahre zurück, gemeinsam mit 43 Überlebenden eines Flugzeugabsturzes auf einer Südseeinsel, im letzten Drittel der ersten Staffel von „Lost“, die ich mir einige Zeit nach dem Manafonistastreffen im Mai bestellt habe, nachdem mir Uli davon auf der Rückfahrt vorgeschwärmt hatte. Man merkt gleich zu Beginn, dass es ein Mammutprojekt ist, denn das Erzähltempo ist gemächlich. Es gefällt mir, wie von Folge zu Folge zu den Hauptpersonenen Rückblenden eingeflochten werden, zum Leben vor dem Besteigen des Flugzeugs. Und wie hier ein ganz anderer Ort spürbar wird, im europäischen Winter.

  17. Michael Engelbrecht:

    Ganz grosses Heimkino.

    Wundenare Serie.

    Sage Journey.

    Another of my heroes there, Sawyer!!!!

  18. Michael Engelbrecht:

    Der neue Ausdruck ist jetzt DEEP WATCHING. Like DEEP LISTENING

  19. Michael Engelbrecht:

    One of Fincher‘s best works, imo

    https://www.theguardian.com/tv-and-radio/2017/dec/12/the-best-tv-shows-2017-no-6-mindhunter

    No. 6 in the Guardian 2017 listings

  20. Martina Weber:

    In dem Zusammenhang wird auch der Begriff „Immersion“ verwendet, ein Prinzip aus der Drone-Musik :)

  21. Michael Engelbrecht:

    „Godless, Netflix’s new seven-part miniseries, opens in 1884, in Creede, Colorado, with a thick cloud of smog shrouding the camera. The haze slowly dissolves to reveal a chilling landscape: parched bodies being tended to by swarms of flies; a man, sedentary, with a gunshot through his head; a train-wreck near which a young boy hangs from a noose; and a woman, crouched over a corpse, singing mournfully about Christ. It’s a near-wordless several minutes, a triumph of mood and cinematography, that evokes the sort of rough-and-tumble anarchy of the great filmic frontiersman. Soon after, we’re in La Belle, New Mexico, where we learn who’s responsible for the massacre, and from thereon it’s guns blazing.“

    – Jake Nevins on the opening sequence (THE GUARDIAN)

  22. Michael Engelbrecht:

    Fincher hat vier Folgen von MINDHUNTER gedreht, und wer ZODIAC sehr gut fand, meine Favorit unter all seinen Filmen, wird wohl beeindruckt sein von dieser Serie.


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