Manafonistas

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2017 13 Jun

Forgotten Fantasies

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | 5 Comments

 

Ich bin erst seit einiger Zeit bei DISCOGS unterwegs, und konnte so einige Vinyl-Schätze neu erwerben, die lang verloren gegangen waren. Platten, denen in der Erinnerung ein besonderer Zauber zueigen ist, und die oft genug auch in der Gegenwart hielten, was das Gedächtnis jungbrunnenhaft versprach. Und so steht nun in der dritten Nachtwache der „Klanghorizonte“ im Deutschlandfunk am 17. Juni eine Stunde voller Konversationen an, zwischen Saxofon und Piano. Wie Sand am Meer gibt es diese Duette nicht, ich glaube, Manfred Eicher hat in all den Jahrzehnten von ECM (ein Crack, was kühne, intime Klangkombinationen angeht!) nur drei Piano-Saxofon-Alben produziert (gerne würde ich mich irren, mindestens zwei der drei kommen in die Sendung). Bald war eine Liste meiner Favoriten erstellt (ich habe ein Faible für Saxofon-Piano-Duette). Ganz weit im Hinterkopf tauchte dann noch eine Erinnerung auf an ein Album, von dem ich nicht mal weiss, ob ich es besass oder nur flüchtig kannte, ich schätzte allerdings Michael Cuscunas Label HORIZON sehr, und kurzerhand bestellte ich das Teil gestern bei DISCOGS. Wer weiss, ob es zeitig aus Dänemark eintrifft, wer weiss, ob mich die Musik packt, aber womöglich findet FORGOTTEN FANTASIES von David Liebman und Richard Beirach dann noch einen Platz in der Mitte der Nacht. In verdammt guter Umgebung.

 

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5 Comments

  1. Michael Engelbrecht:

    Wenn diese Stunde läuft, werden zum Ende auch ein paar grosse Duos erwähnt, die n i c h t gespielt werden, weil sie verloren gingen (Archie Shepp and Horace Parlan, ein Fall für Gregors Plattenschrank), oder der Qual der Wahl zum Opfer fielen (Joe Lovano and Hank Jones) etc etc

  2. ijb:

    Kennst du Laura Toxværd (großartige Saxofonistin) im Duo mit Jacob Anderskov?

  3. Michael Engelbrecht:

    Nope.

    Aber dafür Albatrosh und das gute Album Yonkers, um mal im Norden zu bleiben …

  4. ijb:

    Von Albatrosh finde ich das nachfolgende (letzte) Album „Owl Splinters“ ehrlich gesagt noch besser. Ich hab natürlich auch ihre früheren, vor Rune Grammofon. Ich kann dir eine Kopie zukommen lassen, wenn Interesse besteht. Aber vielleicht kann man auch bei Spotify oder irgendwo reinhören …

  5. Michael Engelbrecht:

    Danke, ich habe genug „Stoff“ :)

    Meine Liste der 12 für mich spannendsten Songalben der ersten Jahreshälfte ändert sich immer noch, wie konnte ich nur Grandaddy vergessen. Kein Schritt in eine neue Welt, aber für mich beste Seelennahrung.

    Rosato mailte mir heute, wahrscheinlich bei uns der grösste Beirach-Kenner. Wenn ich einer wohl ewig nicht mehr gehörten Musik nachgehe, suche ich nicht bei Youtube oder Spotify, zumal, wenn es um ein ganzes Album geht. Und was fand ich heraus: irgendwann besass ich FORGOTTEN FANTASIES, das Cover war mir vertraut, bei HORIZON war es immer ein Klappcover. Angesichts meiner Neugier auf diese Schallplatte macht der Titel doppelt Sinn: „Forgotten Fantasies“.

    Als ich dann bei Discogs unterwegs war, habe ich gleich einen anderen, und unzweifelhaften, Schatz gejagt, meine Lieblingsplatte des Saxofonisten Sam Rivers. STRESMS. Zuletzt vor dreissig Jahren gehört. Das sind Zeitreisen.


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