Manafonistas

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2017 31 Jan

„Spiel der Quartette“ – Vor genau einem Jahr war hier zu lesen …

von: Michael Engelbrecht Abgelegt unter: Blog | TB | Kommentare geschlossen

 

… und jetzt sei dran erinnert (slightly remixed), wo doch bald, am 14. März, die Royal Post den seltenen Schulterschluss mit grosser Rockmusik befördert und Bowie facettenreich auf die Briefmarken bringt. I really hope when that happens, Ian will send me a letter with the HEROES COVER STAMP! :) – in diesem kleinen Text geht es um ein, zwei spezielle „Quartette“ von Alben, und ein weiteres hatte ich bei mir, als ich im Januar 2016 die Northwestern Highlands im Land Rover befuhr – the most lonesome travel adventure of my life. Astral Weeks, Lord of the Rings, Taking Tiger Mountain (By Strategy) – und Blackstar.

 
 

Was soll denn Album des Jahres werden, wenn nicht Blackstar von David Bowie?! Natürlich spielt der Faktor des Abschiednehmens eine Rolle, wie sonst könnte ein Album, das mit seinen alles andere als gemässigten Jazztexturen (und seiner auch sonstigen Radikalität im Ausdruck) die Billboard-Charts stürmen? Und sich wohl in ähnlichen Verkaufsregionen bewegt wie sein kommerziellstes, von Nile Rodgers, produziertes Werk?

Natürlich ist es nur ein Zufall, dass ich an dem Tag, der nun als sein Todestag gilt, mich nichtsahnend hinsetzte und meine Begeisterung in Worte fasste sowie die paar Bowie-Alben Revue passieren liess, die mir am meisten bedeuteten, ein Quartett nun, Low, Heroes, Scary Monsters, und Blackstar. Interessant, im Rückblick von Ian, von frühen Songs zu hören, die mir völlig unbekannt waren. Interessant, in Mojo und Uncut über die „Berliner Jahre“ zu lesen, über die Entstehung der „Scary Monsters“.

Bei Bowie ging es ja stets um ein Spiel mit Maskeraden und Identitäten. Dabei ein wie immer geartetes „Ich“ nicht ganz den Flieh- und Auflösungskräften auszusetzen, war auch eine Kunst. Ein klassischer „burn-out“ nach der Phase von Ziggy Stardust. Als die ersten beiden Berliner Platten entstanden, arbeiteten Bowie und Eno manche Nacht durch und waren am Morgen so erschöpft, dass sie nur noch rohe Eier schlürfen konnten.

Und all die Stile, die seinen Weg kreuzten: Bowie wurde im Soul fündig, in der Ambient Music, im Discosound, und nun auch im Jazz. Nicht der gepflegte, gediegene Jazz, den manche nutzen, um etwas Eleganz und Glanz zu produzieren. Sting und Branford Marsalis, meine Güte. Der Jazz, der Pforten öffnet. Wie das früher Robert Wyatt gelang (Rock Bottom), Tim Buckley (Starsailor) oder Van Morrison (Astral Weeks). Diesen drei Titeln (im nachhinein sprechen sie Bände, „rock bottom“ heisst „Abgrund“) kann man nun Blackstar hinzufügen, und wieder ergibt sich ein besonderes Quartett.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Dienstag, 31. Januar 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

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