Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2014 29 Sep

Neunundzwanzig Neun Vierzehn

von: Uwe Meilchen Abgelegt unter: Blog | TB | 3 Kommentare

Mittels Crowdfunding finanziert und nun endlich fertig: das Video zu „Der Tag wird kommen“ von Marcus Wiebusch, dem Saenger von KETTCAR. Das (mich) beeindruckende Video zum Film hat auch den einige der Manafonistas ansprechenden Lebensbereich Fussball zum Thema, also …

Marcus Wiebusch …, „Konfetti“ …, eines meiner Lieblingsalben 2014.

Und die neue ELEMENT OF CRIME ? Na, textlich landet Sven Regener da wieder den einen oder anderen Volltreffer. „Lieblingsfarben und Tiere“, „Dunkle Wolke“ und vorallem „Dieselben Sterne“ ragen, was die Songtexte angeht, fuer mich aus den zehn Titeln heraus.

Musikalisch (weiss ja nicht, ob das bei ELEMENT OF CRIME so *der* ausschlaggebende Faktor war und ist) nicht viel Neues; eher (bzw. leider!) sattsam Altbekanntes weitergestrickt.

Morgen, an meinem day off erloese ich dann das neue Album von STOPPOK aus dem Postamt in meinem Dorf in meinem Stadtteil. Bin schon sehr gespannt ! .-D

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 29. September 2014 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

3 Kommentare

  1. Uwe Meilchen:

    http://www.youtube.com/watch?v=-qOg8E4Tzto

    Und der Tag wird kommen an dem wir alle unsere Gläser heben
    Durch die Decke schweben, mit ’nem Toast den hochleben lassen
    Auf den ersten, der’s packt, den Mutigsten von allen
    Der erste, der’s schafft
    Es wird der Tag sein, an dem wir die Liebe, die Freiheit und das Leben feiern
    Jeder liebt den, den er will und der Rest bleibt still
    Ein Tag, als hätte man gewonnen
    Dieser Tag wird kommen

    Dieser Tag wird kommen, jeder Fortschritt wurde immer erkämpft
    Ganz egal, wie lang‘ es dauert,
    Was der Bauer nicht kennt, nicht weiß, wird immer erstmal abgelehnt
    Und auf den Barrikaden die Gedanken und Ideen, dass das Nötige möglich ist

    Wie Freiheit und Gleichheit,
    Dass nichts wirklich unmöglich und in Stein gemeißelt ist
    Bis einer vortritt: „Schluss jetzt mit Feigheit“
    Geschichte ist Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit
    Wir den aufrechten Gang haben, nicht mehr in Höhlen wohnen
    Nicht mehr die Keulen schwingen, Leute umbringen
    Nicht umherstreifen in kleinen Herden
    Weil Menschen nicht ewig homophobe Vollidioten bleiben werden

    Und der Tag wird kommen an dem wir alle unsere Gläser heben
    Durch die Decke schweben, mit ’nem Toast den hochleben lassen
    Auf den ersten, der’s packt, den Mutigsten von allen
    Der erste, der’s schafft
    Es wird der Tag sein, an dem wir die Liebe, die Freiheit und das Leben feiern
    Jeder liebt den, den er will und der Rest bleibt still
    Ein Tag, als hätte man gewonnen
    Dieser Tag wird kommen

    A-Jugend Leistungsklasse Wilhelmsburg-Süd
    Ein verschworener Haufen und einer macht den Unterschied
    Mit so viel mehr Talent und mit mehr Willen als alle
    „Oh, das wird mal ein Profi“, stolz wussten wir das alle

    U17, U19, Hamburger Auswahl
    Bei fast jedem Heimspiel: Mehrere Scouts da
    Nur ’ne Frage der Zeit bis das Angebot kam
    1.Liga, drei Jahre und ein Traum wurde wahr
    Und am Abend des Deals, als wir es krachen lassen wollten
    Er sich uns anvertraute und sich nichts ändern sollte
    Denn die einen ahnten es, den anderen war es längst klar
    Manche wussten es schon, es war uns allen egal

    Es war uns vollkommen egal ob er straight oder schwul war
    Wir spielten zusammen seit der F-Jugend Fußball
    Eine Gang, ein Team, ein „You’ll never walk alone“
    So wurde es beigebracht, so wir es jetzt gemacht, mein Sohn
    Dann besoffene Tränen und die große Erleichterung
    Oh, dieser Tag kommt aus genau dem gleichen Grund:

    Weil wir Menschen nicht danach bewerten, wen sie lieben
    Ihr Sex ihre Sache ist und sie es nicht verdienen
    Von den Dümmsten der Dummen beurteilt zu werden

    Von den dümmsten der Dummen beurteilt zu werden
    Um von ihnen dann verurteilt zu werden
    Und er nahm seinen Traum, zog in die fremde Stadt
    Und wir behielten sein Geheimnis, blieben zurück und in Kontakt

    Und der Tag wird kommen an dem wir alle unsere Gläser heben
    Durch die Decke schweben, mit ’nem Toast den hochleben lassen
    Auf den ersten, der’s packt, den Mutigsten von allen
    Der erste, der’s schafft
    Es wird der Tag sein, an dem wir die Liebe, die Freiheit und das Leben feiern
    Jeder liebt den, den er will und der Rest bleibt still
    Ein Tag, als hätte man gewonnen
    Dieser Tag wird kommen

    Nicht den Anschein erwecken in der großen Maskerade
    Agenturen stellen die Freundin und besorgen die Fassade
    Die gestellten Urlaubsfotos und den öffentlichen Auftritt
    Warten, bis die ganze Scheiße auffliegt
    Nicht den Anschein erwecken, auf dem Feld härter spielen
    Zehn gelbe, zwei rote Karten und die auch verdienen
    „Du kennst mich, ich war nie ein unfairer Spieler
    Und jetzt gelt‘ ich als Treter der Liga“

    „Du weißt nicht wie das ist wenn man immer eine Maske trägt
    Immer aufpassen muss, wer man ist, wie man lebt
    Permanent, eigentlich die ganze Zeit Angst
    Und du spielst in dem Mist dann so gut wie du kannst“

    „Und der sehnliche Wunsch und die Frage, wie es wäre
    Hier ein anderer zu sein, jetzt mit dieser Karriere
    Wenn ich es ändern könnte, dieses traurige Leben
    Für mein Fühlen nie entschieden und so ist es eben“

    Wir waren zusammen in Stadien, vor ca. 20 Jahren
    Als sie farbige Spieler mit Bananen beworfen haben
    Dann die Affenlaute, bei jeder Ballberührung
    Diese Zeiten sind vorbei und keine glückliche Fügung
    Sondern Fortschritt, Veränderung, wir sind auf dem Weg
    Außenminister, Popstars, Rugby-Spieler zeigen, dass es geht
    Früher undenkbar, heute normal, ich wette 90% ist es egal

    Und dann erinner‘ dich an die Erleichterung als es raus war
    Wie dein Herz zersprang, als die Wörter rauskamen
    Die finden das zwei Wochen spannend und der Spuk ist verschwunden
    Und du hättest deinen Frieden gefunden

    „Kein Verein will den Rummel, kein Team den Alarm
    Und der Vertrag, den ich hab‘, geht so schnell wie er kam
    Dass kann keiner absehen, wenn der Sturm losbricht
    Und der Sturm wird kommen, ob man will oder nicht“

    „Du bist dann der Erste, der Homo, der Freak
    Es gibt dann keinen, der in dir nur noch den Fußballer sieht
    Aber ja, es wird besser und der Tag ist in Sicht
    Einer wird es schaffen, aber ich bin es nicht“

    Es ist deine Entscheidung, ganz egal wer was sagt
    Beim Abschied geflüstert: „With hope in your heart“
    Noch Einigkeit erzielt, dass der Tag kommen wird
    Und das nächste Heimspiel wohl gewonnen wird
    Auf dem Nachhauseweg, dieser eine Gedanke
    Und fasst schon ein Lächeln

    All ihr homophoben Vollidioten, all ihr dummen Hater
    All ihr Forums-Vollschreibeer, all ihr Schreibtischtäter
    All ihr miesen Kleingeister mit Wachstumsschmerzen
    All ihr Bibel-Zitierer mit euer’m Hass im Herzen
    All ihr Funktionäre mit dem gemeinsamen Nenner
    All ihr harten Herdentiere, all ihr echten Männer
    Kommt zusammen und bildet eine Front
    Und dann seht zu was kommt

    Und der Tag wird kommen an dem wir alle unsere Gläser heben
    Durch die Decke schweben, mit ’nem Toast den hochleben lassen
    Auf den ersten, der’s packt, den Mutigsten von allen
    Der erste, der’s schafft
    Es wird der Tag sein, an dem wir die Liebe, die Freiheit und das Leben feiern
    Jeder liebt den, den er will und der Rest bleibt still
    Ein Tag, als hätte man gewonnen
    Dieser Tag wird kommen

    Dieser Tag wird kommen

    Dieser Tag wird kommen

  2. Wolfram:

    Ich hatte mich zwar entschlossen, Fußball zu ignorieren, solange der VfB Stuttgart unter dem unsäglich peinlichen Marketing-Spruch „Furchtlos und treu“ zu (Spiel-)Felde zieht. Aber man kann ja mal eine Ausnahme machen, zum Beispiel um sich über dieses intelligente und gefühlvolle und völlig unpeinliche Fußballlied zu freuen. Als ich erst den Text las, dachte ich: das läßt sich nie singen. Doch: auch die Musik ist gelungen.

  3. Lajla Nizinski:

    Als ich jetzt den Artikel im Spiegel Nr.39 ueber den jungen Islamisten Ahmet K. aus Hamburg-Wilhelmsburg las, dachte ich an den Text hier. Waere schoen, wenn er es als Mutprobenlied kennenlernen wuerde.


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