Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2011 28 Mai

The Last Days of December

von: Michael Engelbrecht Abgelegt unter: Blog | TB | Tags:  1 Kommentar

Gestern, es war gerade dunkel geworden, hatte ich große Lust, mich in einen Song des neuen Sylvian-Werkes zu vertiefen, der mich nach dem ersten und zweiten Hören im Stillen verfolgte – ich dachte an jenes Lied wieder und wieder, das ich weder nachsingen konnte noch textlich in Erinnerung hatte: THE LAST DAYS OF DECEMBER. Und beim Wiederhören fielen die berühmten Schuppen von den Ohren. Diese kleine Melodie, die an zwei Stellen auftaucht, wie einem schwebend leichten Pop-Song (Sylvian doppelt seine Stimme) entsprungen! Nach kurzer Zeit ist der schöne Spuk der federleichten Schwingung vorbei. Es ist nicht weiter erwähnenswert, daß ich hier Pop-Qualitäten aufgespürt hate, sondern daß sich auf einmal dieses ganze Lied in seiner bizarren Wunderlichkeit erschloss: Begriffe wie „Avantgarde“, „strenge Kost“ oder „Musik für die Wittener Tage der Kammermusik“ verschwanden. Und plötzlich (etwas später, kurz vorm Einschlafen in meinem cloud 22-Bett) tauchte ein anderes, das zweite Lied des Albums, vor dem inneren Ohr auf: ein Domino-Effekt permanent zu entdeckender Brillianz.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 28. Mai 2011 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

1 Kommentar

  1. Jochen Siemer:

    Eigentlich wie eine Naturerscheinung: etwas ereignet sich – und schon ist es gewesen. Man kann niemals ein und denselben Sonnenuntergang wiederholen. Alles einmal, aber nur einmal. „Das unverfügbare Wahrheitsereignis“, so nannte es der Philosoph Alain Badiou.


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz