Manafonistas

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Archives: sibylle berg

2013 9 Mai

Favorite Females

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This spring | holds a killer her in her claws  | she comes up with the river that climbs the mountainside | if she climbs up the ribs, climbs up the lips | with a swing in her hips. | The spring time, the spring time is here  | it sprung from my … the light in … | so there’s … | my heart is a beak and a mouth that sings | hey what do you see, hey what do you hear | the sound of the sea  | or the sound of your heart heart heart heart heart  | nervous, nervous, nervous instead | The water, the water the waves |  release her, release her from me. | Are you counting yourself  | the spring, spring  | I cover my ears,  | and open my mouth | the depth seeps into my bones  | like it’s floating in salt water | water |  When I slip into the water | covered by the gentle wave,  I follow a trail of secrets  | patterned light passes right through you  | Driftwood town but lips and salt lake a black vegetable soup of hair and teeth  | I run out to you |  I run out to them | I run out of bullets | I run out of you  | I run out of you 

 

„Mephisto in the Water“, sung and written by Jenny Hval from her nicely titled album Innocence is Kinky. Well, indeed it is – and if Ms. Hval was my favorite female singer, then Ms. Berg would be my favorite female writer. Ask Frau Sibylle!

js

2012 23 Jan

Frau Berg

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Long time ago: im Fernsehstudio zur Nachtzeit sass Frau Berg – zusammengekauert, schneidersitzend, Zigaretten drehend – in akademischer Herrenrunde und machte ein genervtes Gesicht. „Darf man sowas bringen?“, fragte man sich da. „Was kann, heißt, nützt uns Denken heute?“ – so lautete die Frage und die kluge, nur scheinbar verkorkste Dame sprach: „Denken bringt doch eh nichts, ist doch nur im Kopf!“

Seitdem bin ich ihr verfallen – vielmehr ihrer Literatur; ihrem natürlichen, ungeschminkten Schreibstil; ihrem bissigen Scharfsinn, ihrer heilsamen (sic!) Negativität und Kurzweil. Die Autorin steht da in der Tradition der Skeptiker und weltverachtenden Aussenseiter, für die unsereins schon immer offen war.

Eine leise Note davon schwang schon bei Erich Kästner mit, den ich als Kind gern las. Dann natürlich, unvermeidlich: die Existenzialisten, es war zur Gymnasialzeit, und bei so mancher Angebeteten konnte man damit auch Eindruck schinden (das Wort „Heidegger“ stand bei Camus im Mythos von Sysiphos wie ein Reh in der Lichtung, und erst später – viel, viel später – wußte ich dann in etwa, was das heißt).

Die Entdeckung schlechthin aber war Emile Cioran. Auf den Gipfeln der Verzweiflung, mit Leidenschaft vermengt. Las alle seine Bücher, wie auf Droge. Negatives Denken ist erlaubt, befreiend, keine Sünde – so die Entdeckung – und es bewirkt auf wundersame Weise die Bejahung jener Welt, die einen Knacks hat, damit Licht einströmt.

Zurück zu Frau Berg: gern lese ich auch die Twitter-Zwitschereien und ihre Kolumne auf Spiegel-Online. Allein ihren Vornamen kann ich noch nicht richtig schreiben, schreibe ihn immerzu mit Ypsilon am Anfang, so wie Sysiphos.

Melvin Dobbs hat sich für die Wissenschaftsausstellung seines letzten Schuljahrs an der Ellsworth High School einen ganz besonderen Beitrag einfallen lassen. Der von seinen Mitschülern misstrauisch beäugte Sonderling schockt sein Publikum mit einer selbst konstruierten Wiederbelebungsmaschine. Als Testobjekt dient ihm die Leiche einer kürzlich bei einem Autounfall verschiedenen Schülerin, die er eigens für das Experiment auf dem Friedhof ausgebuddelt hat und nun mittels einer Autobatterie wieder zum Leben zu erwecken versucht. Wenig überraschend schlägt der Versuch fehl, und Melvin landet für seine durchgeknallte Aktion in einer Nervenheilanstalt. Die Jahre vergehen. Vicki Chandler, eine einst von Melvin umschwärmte und immer noch unter den traumatischen Vorgängen der Vergangenheit leidende Klassenkameradin, kehrt aus beruflichen Gründen nach Ellsworth zurück. Hier trifft sie auf den mittlerweile aus der psychiatrischen Unterbringung entlassenen Melvin, der weiterhin seinen Forschungen auf dem Gebiet der Totenerweckung unbemerkt von der Öffentlichkeit nachgeht. Dabei erzielt er schon bald erschreckende Fortschritte, die den guten alten Dr. Frankenstein dagegen wie einen Waisenknaben aussehen lassen. Melvin möchte die von ihm angebetete Vicki nur zu gerne zu einer weiteren Versuchsperson machen, um ihre unsterbliche Liebe zu gewinnen. Doch die hat aus erfindlichen Gründen etwas dagegen …

Wahrscheinlich denkt der geneigte Manafonista, was denn jetzt hier abgehe. Wieder ein schräger Literaturtipp? Ja, schon, aber diesmal ist es Sibylle Berg, die auf ihrer Homepage ihre Empfehlung ausdrückt für die Splatter-Romane von Richard Laymon. Genauer genommen für dessen Schocker „Nacht“. Ich habe hier die knappe Inhaltsangabe eines anderen wiedergegeben („Das Grab“), damit speziell Josie (als Berg-Bewanderter) nicht zu viel verraten wird, wenn er sich über den Klassiker aus dem Bastei-Lübbe-Verlag hermacht (oder ist es Heyne?). Um seine Nachtruhe wird es geschehen sein, und die „Müdigkeitsgesellschaft“ wird es freuen. Besonders, wenn dann noch „The collected works“ des 2001 verstorbenen Autors verschlungen werden – suchtartig! Wahlöö und Dibdin, die einstigen Krimiinitiationen von Josie, sind dagegen nur plumper Sozialrealismus. Ja, Frau Berg sollte eine Manafonista werden. Als kleines Lockangebot widme ich ihr jetzt schon mal, zum Gutwettermachen, mein gestrig verfasstes Poem „Kleine Türen (Verena Place)“. Ich jedenfalls habe „Nacht“ bestellt – und bin sicher, daß dieser Roman von mir nicht im Papiermüll entsorgt wird – wie einst Tellkamps „Der Turm“, Grass´ „Der Butt“, oder Handkes „Der Chinese des Schmerzes“.


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