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Archiv: Parallel Lesen

 

 
 
 
 

Es war ein warmer Sommertag, und da der grösste Buchladen Dortmunds in einer Passage lag, war es vormittags noch recht kühl. Ich wunderte mich, dass Gregor in der Thrillerecke ganz versunken auf einem Hocker sass, und zwischendurch laut lachte. Er hatte zwei Kapitel aus einem Krimi von Dick Francis gelesen: ein bekannter Jockey aus England hatte eine Detektei aufgemacht, und den Auftrag bekommen, in der Türkei einen Dopingskandal aufzudecken. In speziellen Glasröhrchen wurden über den Orientexpress von unauffälligen Geschäftsleuten beträchtliche Mengen dieses Mittels geschmuggelt, das beim Menschen koksähnliche Wirkungen hervorrufe. Jetzt fehlt nur noch, lachte er, ein sprechendes Pferd.

Tatsächlich gibt es diesen Roman nicht (ist ja auch kompletter Blödsinn), nur den Traumtext, den ich vor einem halben Jahr in meinem Traumtagebuch festhielt. Nun haben wir uns gestern telefonisch auf ein neues paralleles „reading adventure“ geeinigt. Ich wählte dazu zwei Dick Francis-Romane aus (s. Abbildungen), von denen ich nach ein wenig Internet-Recherche hoffen konnte, dass sie zu seinen richtig guten zählen könnten. Ich musste zudem darauf achten, dass „mein Francis“ nicht schon zu den ca. zwölf Romanen gehört, die ich von ihm gelesen habe.

Wer Dick Francis nicht kennt, zögert mit der ersten Lektüre, weil sie sich meistens im Pferderennsportmilieu bewegen. Wer dann damit anfängt, wird meist eine verdammt gute Zeit mit ihnen verbringen. Ich kenne den Briten ganz gut, schätze ihn (und seine im Hintergrund wohl diskret mitwirkende Frau), aber das ist alles lange her. Meinen letzten Francis las ich vor langer Zeit. Nun lesen wir in Kürze parallel, Gregor „Reflex“ und ich „Verrechnet“. Dann beantwortet jeder von uns zehn identisch lautende Fragen zu den beiden Kriminalromanen. Wer noch mitmachen möchte, muss sich einen Dick Francis eigener Wahl (als Diogenes Taschenbuch) besorgen, und wird dann den gleichen Anschlussfragen begegnen. Aber Eile ist geboten. Die Lektüre beginnt Ende nächster Woche. Und in den ersten fünfzehn Oktobertagen wird „The Dick Francis Experience“ zur hoffentlich allgemeinen Freude zu begutachten sein.

 


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