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Archiv: Kongo

2019 7 Apr

Sounds like Africa

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May I take you on a joyride through the Royal Africa Museum in Brussels? I thought I´d rather steel some informations out of the showcases and pass them over to you than put my sensual feelings and African fantasy in a never-ending flow :)

Here we go.
 
 


 
 
People of African descent not only brought their own musical traditions with them, they also created new music genres in America. Often these were the results of a mixing of cultures. Well-known examples are Reggae, Jazz, Blues and Rock.

An original African instrument is for example the lamellophone, also known by local names such as sanza, mbira or likembe. It is mainly used by solo singers to accompany themselves, but it also appears in orchestras. Often little pebbles or seeds are added to the instrument. They resonate and enrich it’s timbre.
 
 
 

Lamellophone

 
 
 
In the museum’s shop are only a handful CDs from Africa. I decided to buy a CD from the Efe pygmies, who live in the North-east of the DR Congo. They live in contact with forest farmers groups: the Lese and the Mamyu. The Efe songs are very rich and beautifully structured vocal polyphones, a characteristic of the Pygmies. (Polyphonie ist eine multilineare Praktik. Bei dem Spielen eines Musikstück überlagern sich mehrere melodische Stimmen mit einem unterschiedlichen Rhythmus.

Um eine Polyphonie erzeugen zu können, muss eine Polyrhythmik bestehen. Polyphone Ensembles können Gesangs-oder Instrumentalensembles sein, oder beides gleichzeitig. Die Polyphonen Techniken sind abwechslungsreich. Polyrhythmik ist eine Übertragung verschiedener unabhängiger Rhythmen, die sich auf eine gemeinsame temporale Referenz stützen, dem Takt.

Obe is the name of the CD, which is one word for singing and dancing. The Pygmies play music with their hands, with bamboo sticks, with their drums, whistles and harps. Sometimes you can found mouth bows very far in the forest camps. A mouth bow, called hou, measures more or less 2 meters. The rope passes between the musician’s lips. The robe is hit with a small thin stick. The musician varies his mouth volume to modify the timbre and the resonance of the harmonics. (For Jbagpiper)
 
 


 
 
Mouth bows are used before the hunt to trap the animals minds.

The pigmies play their music to special events like honey collecting, after a good hunt, circumcision , initiation or just to worship the spirit of the forest. I find it funny, that they yodel in their singing.

Wenn man sich von der Vorstellung einer schreienden Erstklässler Meute befreit hat und sich auf die Eigenschaften der polyphonen Songs der Pygmäen einlässt, reist das innere Ohr sehr weit.

2019 4 Apr

La Différance

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Belgisch Kongo

 

Belgisch Brüssel

 

2017 15 Mai

Let’s Rumba on Congo River

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„…mein Körper, meine Seele sind nackt,
als ein seiner Geschichte beraubter Mensch stehe ich hier“

(Tchicaya U Tam ’si, Dichter 1931-1988)
 

„histoire oblige“ (John Cage)

 
 

In der belgischen Tageszeitung „Le Soire“ war in diesen Tagen ein Foto von einem gekreuzigten Biber abgebildet. Grausam. Grausam die Taten des legendären Legionärs Kongo Mueller, von dessen Greueltaten wir in Filmen im Audimax Freiburg in den späten 70ern erfuhren. In den Tagebüchern von Peter Sloterdijk wurde ich auf ein Buch aufmerksam, das ich jetzt gelesen habe: Eine Geschichte KONGO von David Van Reybrouck (Suhrkamp 2013). Van Reybrouck beschreibt – ohne Scheu -, Grausamkeiten beim Namen zu nennen, wie unter dem belgischen König Leopold II im Kautschukabbau gefoltert wurde und erklärt, wie und warum Lumumba und mit ihm der Traum von einem vereinten Kongo sterben musste.

Nachdem der Kongo 1961 plötzlich unabhängig geworden war, folgte Mobuto, der dem Land einen neuen Namen aufdrückte: Zaire. Mobuto regierte 30 Jahre lang (1965-1997) mit schweren Gewaltverbrechen und dem Geld der USA und Frankreich. Kaliba folgte nach und wurde aber bereits 2001 erschossen. Sein 29 jähriger Sohn Joseph Kaliba übernahm das Amt, das er bis heute in der Demokratischen Republik Kongo (seit 2016 widerrechtlich) innehat. In seinen Anfängen erhielt die Musik eine außerordentliche politische Rolle. Popmusiker wie Werrason und Mpiana machten nicht nur Werbung für Bierbrauereien (Heiniken und Primus), sondern traten auch für den korrupten Kaliba auf ihren Konzerten ein. Auch Papa Wemba sang für Kaliba. Erst 2008 wagte ein junger kongolesischer Rapper die konsumverirrten Musiker und die Volksvertreter anzuklagen.

Als ich am Sonntag in Tervuren (Brüssel) spazieren ging, dachte ich an die Kongolesen, die bei der Ersteröffnung des Afrikanischen Museums Ende des 19.Jhdts. lebendig ausgestellt wurden. Man darf gespannt sein, wann und was das Afrikanische Museum, das seit Jahren geschlossen ist und 2018 wiedereröffnet werden soll, zeigen wird. Vorstellbar ist, dass Papa Wemba oder der bekannte Rumba Song „Jamais Kolonga“ (auf Youtube) erklingt oder „Le Grand Kalle“ von African Jazz: „Oye, oye, oye“.

Oder man lässt in einer nachgebauten kolonialen Siedlung eine Band Maringa- und Rambamusik spielen, auf Flaschen schlug man komplexe, synkopierte afrikanische Rhythmen. Aber man hörte auch Fetzen Fandango, Cha-cha-cha, Polka und Schottisch, neben Echos von Marschmusik und Kirchenliedern. Der wichtigste Einfluss war jedoch kubanisch: Schellack-Schallplatten brachten Musik zu Gehör, die sich für Kongolesen vage vertraut anhörte. Es war die Musik, die Sklaven in den Jahrhunderten zuvor auf die andere Seite des Ozeans mitgenommen hatten, und die nun, bereichert durch spanische Einflüsse, zurückkehrte. Die Sänger in Leopoldville sangen gern auf Spanisch, oder taten so, dass es sich wie Spanisch anhörte.

Die Gitarre wurde das populärste Instrument, neben dem Banjo, der Mandoline und dem Akkordeon. Camille Feruzi, der Akkordeon Virtuose der kongolesischen Musik, komponierte unvergleichlich wehmutsvolle Melodien. Und auf den Schiffen, die vom Landesinnern nach Leopoldville fuhren, spielte der junge Wendo Kolosoy unermüdlich auf seiner Gitarre. Er würde sich zum Begründer der kongolesischen Rumba entwickeln, des einflussreichsten Musikstils im subsaharischen Afrika im 20. Jahrhundert. Es war Musik, die einen lachen und vergessen ließ, die zum Tanz und zur Verführung einlud, die froh machte und sinnlich …“ (S.203)

Ich fahre mit der Tram 44 aus Tervuren in Richtung Brüsseler Innenstadt, genauer ins afrikanische Viertel Matonge. Dahin, wo kein König wohnt, sondern arme Zentralafrikaner ihr Glück versuchen. Die Arrivierteren treffen sich im Club 144 auf der edlen Avenue Louise for a real hot Rumba night.


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