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Archiv: David Virelles

 

 
 
 

Das ist nicht der Sound seiner brillianten ECM-Arbeit MBOKO, auf der sich der Pianist David Virelles auf die sakrake Musik Kubas einliess, im geschützten Raum eines klimatisierten Studios. Das Teil hier heisst ANTENNA und klingt, als hätte sich der Keyboarder für manche Feldaufnahme ins nicht ganz ungefährliche Hinterland Havannas begeben. Und den Rest in einer kleinen Strohhütte aufgenommen, in der ab und zu recht prominente Gäste wie der Saxofonist Henry Threadgill vorbeischauten. Rituelle Rhythmen, ein fiktives Perkussionsensemble. Der Buena Vista Social Club hat seine Pforten geschlossen, hier, auf ANTENNA, wird die Musik zum puren Abenteuer mit unsicherem Ausgang. Ein kubanisches Klanglaboratorium. Wenn jetzt noch ein paar unerbittliche Grooves geschöpft werden, ohne den pittoresken Havanna-Longdrink-Nostalgie-Mumpitz, könnte David Virelles etwas gelingen, was vor vielen Jahren Nils Petter Molvaer mit dem Album KHMER anzettelte. Virelles‘ Piano hat nur einen kurzen Auftritt, ansonsten bearbeitet er alle möglichen Gerätschaften, eine Hammond B3, elektrische Klaviere von Wurlitzer und Vermona, und der gute alte Roland Juno-6 kommt auch ins Spiel. Das ist rohe, im besten Sinne unfertige, ungezähmte Musik.

 


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