Manafonistas

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Und von  mir für 300 Euro mit Postlieferung innerhalb Deutschland

every vinyl in near mint condition

Aufgepasst: die komplette Ausgabe mit acht Vinylscheiben!

 

The luxuriously wide grooves contained on the Philadelphia International Classics: The Tom Moulton Remixes – Special Vinyl Edition box set are so good that I’ve listened to little else at home in the two weeks that I’ve had it. The sheer luxury and quality of this release demands extra vigilance for sweeping statements that bear an uncanny resemblance to things that either Swiss Tony or Alan Partridge might say. (In fact, I’ve just had to excise a description of the extended version of ‚Love Train‘ by The O’Jays as being like a deep bath – „We’re down to the final lather… just relax… there’s a foamy bit on your shoulder – let’s make it even more frothy with a squirt of light lemon liquid.“) – John Doran, TheQuietus

 

 

„Die Schwerindustrie, die sich um die Flussmündung herum angesiedelt hat, sticht in dieser alten Landschaft hervor“. Sagt der Mann, der Craven Faults ist. Er bleibt lieber anonym und bietet mit über sein Label an, meine Fragen schriftlich zu beantworten. „Standers“ ist ein Doppelalbum in dunkelmoosgrünem Vinyl, und die beiliegende Fotosammlung aus den Niemandsfeldern von Yorkshire  erinnert mich an die regenvergangenen Holzwege, über die ich in den Northern Highlands rumgelaufen bin, im Januar 2016, als David Bowie gerade mal ein paar Tage tot war.

Das waren keine abgesicherten Wanderwege, und die Zeitungen in kleinen Käffern berichteten Tag Für Tag über die heftigen  Folgen der Überschwemmungen Wochen zuvor. Den Land Rover behielt ich immer im Blick, als Anker im Unwegsamen, ich ging nie meilenweit, blieb oft einfach stehen, um den Raum einzuatmen. Die Landschaften  so graugraugrau, dass mit jedem gedehnten Blick alle Farbreste aus den Augenwinkeln verschwanden.

So auch die Fotos von „Standers“, eine Welt in Schwarzweiss – Augen zu, Augen auf, ein Reflex für den luziden Träumer, den Status der Wirklichkeit  zu bemessen. Träume ich oder wache ich? Was Craven Faults hier abgeliefert hat, ist in erster Linie ein unglaubliches Werk von sich langsam entwickelndem, grüblerischem, introspektivem Post-Kraut-Breitwand-Spektakel, der es schafft, sowohl hypnotisierend zu sein als auch  aktivem Zuhören standzuhalten.

Und in der Tat, es liegt ein Hauch von Kohlenrauch in der Luft. Für Craven Faults gehen die unberührten Moore Hand in Hand mit den stampfenden Walkmühlen und Baumwollfabriken.“ Ich zitiere einen anderen Hypnotisierten: „Zyklische Waschungen von analogen Synthesizern und liebevoll gestaltete Beat-Patterns kommen von allen  Seiten auf einen zu.“ THEY WASH OVER ME. Ich lege mich in die feuchte Heide und starre in den grauen, bedeckten Himmel von Yorkshire und lasse alles über mich ergehen.

Robert Wyatt lebt hier irgendwo. Ich könnte von fernen Echos berichten, von „Harmonia Town“ oder der „Ruin of Anthrax“, aber vergiss das einfach alles, in urtümlicher Hinterwelt.  Wir (wer ist wir?) stromern ohne Plan und Ergriffenheit. Wir taumeln voller Fehltritte ins Glück und lassen uns einfangen, Lasso für Lasso. Wir vergessen den Land Rover. Warum Fluchtpläne – wir lieben Sirenen.

2023 1 Juni

Underground Erotica

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Diese Brüste aus Supervixens konnten einen erschlagen. Seit den screwball comedies wurden die Grenzen des Erotischen erweitert, mit ausgefeilten Schnittechniken, gewitzten Dialogen, shocking moments (die dann mitunter Filmgeschichte schrieben), bis hin zu den soft core und hard core erotica der letzten 50 Jahre. Mal subtil raffiniert, mal hart und heftig. Mal am Mainstream kratzend, mal subversiv, mal metaphsisch, mal einfach nur physisch. Stellt euch vor, es ist Sommer, und wir präsentieren in den kommenden Monaten 30 Klassiker und eine Serie – zwischen Geschmack und Geschmacklosigkeit, zwischen Kult und kaltem Kaffee, zwischen high brow und Schmuddelecke. Dazu müssen aber mindestens fünf Manafonisten mitmachen, sonst endet alles, mit einem Dutzend Erotika, als da wären „Supervixens“, „Das Doppelleben von Sister George“, „Im Reich der Sinne“, „The Angels of Sex“, „The Duke Of Burgundy“ (eine neue short story von Michael), „Das Schweigen“, ein paar andere Schätze (chose your personal burners!) – und der Mutter aller Serien zum Thema. Oder es endet eben doch wie ein Rohrkrepierer (ein schönes Bild in diesem Kontext).

2023 1 Juni

Entrümpelungen aller Art

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(Für Toni Nee, einen Stammhörer der Klanghorizonte aus dem ostfriesischen Städtchen Grossheide, wo vor Jahr und Tag ein brutaler Tornado durchfegte – auf dem Weg nach Langeoog wartet dort stets ein frischer Darjeeling mit Klüntje auf mich.)

 

 

 

Niemals habe ich eine solche Menge an Gedichtbänden gelesen wie in meinen Studentenjahren. Es waren sogar noch mehr als die stolze Zahl der Thriller und Spionageromane von Eric Ambler, Partricia Highsmith und Co., deren schwarzgelbe Buchrücken wohl einen halben Meter auf meinem Bücherbord einnahmen. Meist lagen diese schmalen Werke (Karin Kiwus war dabei, Ernst Jandl sowieso, auch Frank O‘Hara und E.E. Cummings, kunterbunt, und ein Becker neben dem anderen), die ich vorzugsweise abends vor dem Einschlafen las, vor dem Plattenspieler auf dem Boden, nah an  den vier Songalben von Eno, oder frischen ECM-Lieferungen aus der Gleichmannstrasse  10.

In  den Jahren von 1975 bis 1982 habe ich alles von Jürgen Becker gelesen, was ich in die Hände bekam, auch seine ganz frühen Bücher, und er wurde zu meinem Lieblingsdichter. Seltsam schüchtern war ich, als – Vorsicht, Repertoirestory! – er mir einmal im Fahrstuhl des Deutschlandfunks begegnete, in dem er lange als Redakteur arbeitete. Eher von munter draufgängerischer Art, war mir diese Anwandlung fast fremd, aber ich konnte sie mir hinterher gut erklären: meine Zeit mit seinen Gedichten stammte aus einer fast entrückten Vergangenheit, und was sollte ich  ihm in aller Enge eine kleine Anekdote der Begeisterung auftischen?! Das hat ja was Bedrängendes in Fahrstühlen – ein Fan, der einem auf den Leib rückt.

In jenen Jahren meiner Lyriklust verbrachte ich auch etliche Abende mit Friederike Mayröcker. Am liebsten schrieb sie morgens, so lange die Träume nachwirkten, und ich bin damals in den Sog vieler ihrer Gedichte geraten. Sie war mit Ernst Jandl verbandelt, und es brach ihr das Herz, als er so früh starb. An einen stärkeren Text über Abwesenheit als „Und ich schüttelte einen Liebling“ kann ich mich nicht erinnern.

 

 

 

 

Das Lesen von Gedichtbänden ist eine Art  zu meditieren – die Tänze und Wirbel haben mich oft an andere Orte transportiert, oder meinen eigene kleine Kammer im Studentenwohnheim in eine spezielle Aura gehüllt. Irgendwann, als die Erforschung der Träume mich mehr und mehr fesselte, wurde mir klar, wie nah die Deutung von Gedichten und die Deutung von Träumen beieinander liegen.

Ich kann Menschen leicht beibringen, sich an ihre Träume zu erinnern, und habe ein gutes Gespür für Deutungen. Das kommt auch von dem Faible gute Detektivgeschichten. Beim Schreiben von Gedichten, und in der Therapie, geht es darum, jede Menge Gerümpel aus dem Weg zu räumen.

Seit gestern liegt mir eine Cd vor, die sanft und romantisch, und melodiös ist, und doch viel tiefer reicht, als so viel Wohlklang erstmal vermuten lässt. Die Texte stammen von Elina Duni, oder von anderen, in allerlei Sprachen gesungen (und gehaucht). Dazu gesellen sich fallweise Flügelhorn (Mathieu Michel), Gitarre (Rob Luft macht seinem Namen alle Ehre), und Piano (Fred Thomas wechselt zwischendurch auch mal ans Trommelwerk, pures Pastell).

Das Cover könnte auch von einem alten Suhrkamp-Bändchen von Jürgen Becker stammen (der in alten Landschaftsbildern ganz gerne auf Spurensuche ging, und die Abräumung von Land und Fluss lang vor den Grünen protokollierte). Einmal mehr eine Manfred Eicher-Produktion aus der Provence, die wundersam transparent ist und eine Wärme verströmt, die nichts mit dem früher als kalt assoziierten CD-Sound am Hut hat. Und die beiliegenden lyrics erscheinen mir heute, in der Hitze der Mittags, wie Traumtexte, die ihre Deutungangebote gleich mitliefern, so tollkühn entrümpelt (feeling pur). A Time to Remember.

Mit einem Cover, das nackte Liebende an einem tropischen Strand zeigt, sieht Hareton Salvaninis Album „Xavana, Uma Ilha do Amor“ von 1981 wie ein Porno-Soundtrack aus. Aber die Musik ist weit entfernt von allem Boom-Chicka-Wow –  Im Gegenteil, sie ist, bis auf eine Komposition,  auf erhebende Weise melancholisch, und endet mit einem umwerfenden Song über die Einsamkeit, den wir auch Caetano Veloso abgenommen hätten.

Der Film wurde von dem in Polen geborenen Zygmunt Sulistrowski gedreht. Er verstand sich sowohl als Ökologe und Filmemacher. Nach einem Besuch in Rio de Janeiro war er von Brasilien begeistert und wandte sich in seiner bescheidenen Karriere einer Handvoll Filmen zu, die er, mit  gar nicht so verstecktem Tiefgang, vorzugsweise in exotischen Gegenden drehte. Der im brasilianischen Bauru geborene Salvanini war ein Komponist und Crooner, der Sulistrowskis Bilder weit über das Niveau eines sonnengebräunten Augenschmauses erhob. A perfect match made on the  beaches of Ipanema.

 

 

 

 

Die sinnlichen Melodien und sehnsüchtigen Arrangements – manchmal, wie beim Titeltrack, begleitet von den fernen Geräuschen der lokalen Fauna – hätten gut auch zu zu den Stimmungen avantgardistischer independant movies  jener Jahre gepasst. Wenn Salvanini einmal „Xavana“ schreit, ist das mit einer tiefen Angst verbunden, als würde sich ein alternder und musikalisch begabter Strandpenner an seine sorglose Jugend erinnern.

Dieser Film ist schwer ausfindig zu machen, und ich schulde einem befreundeten Cineasten grossen Dank, dass er mir sein Exemplar als alte VHS-Kassette vorführte. Beim Anschauen kamen wir uns wie Entdecker eines verlorenen Schatzes vor. Und erinnerten uns an Godards Spruch, demzufolge Kino eine besondere Art und Weise  sei, dem Tod bei der Arbeit zuzusehen. Der oberflächlich als „soft core porno“ schubladisierte Film liefert nicht nur mit seinem Soundtrack eine  verblüffende Doppelbödigkeit. Erzählt wird nämlich auch eine Geschichte vom verlorenen Paradies.

Soweit ich das  verstanden habe, dreht es sich  um Natalie, die die abgelegene Insel Xavana vor der Küste Rios geerbt hat. Die Glückliche! Denkt man. Aber die Legende besagt, dass Xavana eine Bauerntochter war, die sich in einen Jungen verliebte, der ihrem Vater nicht gefiel; sie flohen auf die Insel und lebten dort in Frieden (und, wie man sich vorstellen kann, meist nackt), bis Natalie eines Tages einfach im Meer verschwand. Salvanini nimmt diese Anhaltspunkte für eine üppige, aber düstere Reise her, mit verführerischen Klangfarben und weichen Stimmen, die den Zuhörer so einlullen, dass er auch am liebsten auch gleich ins Meer gehen möchte.

„Xavana, mon amor“ – „really some lowbrow excellence, the movie, seen as a whole:)“ – der unlängst neu rausgebrachte, und exzellent remasterte, Soundtrack (das Vinyl „orange marbled“!) ist klanglich von enormem Reichtum, und kommt, mit all seinem dunkel-wehmütigen Schwingungen, nah heran an die Klasse von Gato Barbieris Soundtrack zu „Last Tango in Paris“.

(Dieser Text ist eine Art Coverversion einer Besprechung von  Alistair McKay. Wir sind beide fasziniert von dem Album von P. J. Harvey. Wo hier ein „Ich“ auftaucht, abseits der Zitate und Titel des Albums, bin ich selbst im Spiel, als Einmischer und Remixer, auch erfinde ich Sachen und Sätze hinzu. Das Buch, das P.J Harvey unlängst veröffentlichte, war eine Reise durch die Innen- und Aussenwelten eines überschaubaren Biotops im südwestlichen englischen Hinterland, vielstimmig, zart und hart zugleich. Und es führt eine direkte Spur von den Zeilen dieser ganz anderen Heimatkunde zu den Songs ihres neuen Albums, das ich mir in der letzten Woche anhören konnte, in grosser Ruhe und wiederholt. Ja, auch hier kommen allerlei Charaktere zu Wort und Klang, meditativ, verstörend, insisierend, ausholend, einladend. Gefiltert, gechannelt durch ihre Stimme, die das Flüstern und den Schrei beherrscht. Und alle „sounds in blue“ dazwischen. Kleine Welt, grosses Album. Noch eine kleine Anmerkung: ich halte dieses Werk trotz aller Gepenster, Götter, und Elvisse, die da rumschwirren, für kein religiöses oder spirituelles Album im engeren Sinne, sondern für eines, das tief schürfende Heimatforschung treibt, und dabei natürlich auch das Kollektive Unterbewusste anzapft. Wenn Polly  selbst von „der Wiederkehr des Erlösers“ spricht, dann meint sie lokale Folklore, und „the eternal“, das zielt m.E. auf den natürlichen Zyklus des Lebens. Und, oh my god, was für grosse Alben anno 2023, von Josephine Forster, Lana del Rey, Rickie Lee Jones – und Polly. Wer von der Musik dieses „Roots-Albums“ auf einer tieferen Ebene berührt wird, dem empfehle ich Mark Jenkins Film „Enys Men“ und eine weitere englische Landschaftsforschung der besonderen Art, Craven Faults‘ neues Album (die beiliegende Fotomappe!!!), mit dem ich die Klanghorizonte am 20. Juli wohl eröffne.) 

 

Sieben Jahren sind seit P.J. Harveys  letztem Album vergangen, und sie war alles andere als untätig. Wenn ihre Kompositionen für bewegte Bilder auch einen spürbaren Einfluss haben, bleibt doch die bedeutsamste Quelle  für „I Inside The Old Year Dying“ ihr  Erzählwerk „Orlam“, ein Büchlein, das sich jeder Beschreibung entzieht, und irgendwo zwischen einem Gedicht und einer Erzählung angesiedelt ist, zwischen den durcheinander geworfenen Knochen eines Drehbuchs und den halb erinnerten Details eines Traums, der jede Nacht in subtiler Form wiederkehrt, bevor er ins Unterbewusstsein zurücksinkt, und seine Spuren auch am hellichten Tag verströmt. Ergreifend und verwirrend zugleich. 

Zudem sind die Verse im Dialekt des alten Dorset geschrieben. Selbst im Englischen scheint die Bedeutung weniger wichtig zu sein als die Stimmung, die mit dem sumpfigen Land zu tun hat, das an die Kindheit, die Jugend und den brutalen Zustand der Reife grenzt.

„Orlam“ ist gotisch und lyrisch, ländlich und biblisch, die Verse voll von madigen Schnecken und geschwollenen Dachsen. Es gibt dunklen Humor und zeitliche Verwerfungen. Das Wort „Orgasmus“ wird in ein „Jim’ll Fix It“ eingeschoben. Es gibt eine Erwähnung von Cluedo (ein spielerisches Brettspiel über Mord), und eine süße Anspielung von „Fingers of Fudge„, die keiner weiteren Spekulation bedarf.

In diesem Buch (und auf dieser Platte) durchstreift Elvis das Land, obwohl seine Figur in der Erzählung abwechdelnd die eines sterbenden Soldaten, die erste Liebe eines Mädchens, und sogar  eine Christusfigur (der „dunkelhaarige Herr“) ist. Er ist auch eindeutig der echte Elvis, wie die gelegentlichen Refrains von „Love Me Tender“ zeigen, einem Lied, das seine Melodie von der sentimentalen Ballade „Aura Lee“ übernommen hat, die im amerikanischen Bürgerkrieg an Lagerfeuern gesungen wurde.

Das Gedicht „Lwonesome Tonight“ (auch bekannt als „Lonesome Tonight“) bezieht sich sowohl auf den Presley-Song als auch auf Johannes 13:34, da es die Entjungferung eines Mädchens beschreibt, einen Verlust der Unschuld, der durch einen Schulranzen voller „Pepsi Fizz“ und – dem Lieblingsessen des Königs – Erdnussbutter- und Bananensandwiches signalisiert wird. Das Lied ist ein magisches Mysterium, in dem ein Mädchen – naiv oder bereit, das sollte man nicht beurteilen – sich ihrem Hirten erwartungsvoll nähert und trällert: „Bist du Elvis?/ Bist du Gott?/ Von Jesus geschickt, um mein Vertrauen zu gewinnen?“ Vielleicht ist der Synthesizer ein Zeichen dafür, dass nicht alles perfekt ist. Er schwingt unter der Melodie, wie ein verstimmtes Radio, das Not signalisiert. 

Auf ihren letzten beiden Alben, „Let England Shake“ (2011) und „The Hope Six Demolition Project“ (2016), wandte sich Harvey dem sozialen Kommentar zu. Die Aufnahme von „Hope Six“ wurde zu einem theatralischen Projekt, bei dem die Sängerin im Zentrum eines kreativen Zoos im Londoner Somerset House auftrat.

Ihr Ausflug in die Poesie kann als weiterer Beweis für ihre Frustration über die Grenzen der traditionellen Rocklyrik gewertet werden. Sie nahm diesen Prozess sehr ernst und ließ sich von dem Dichter Don Paterson aus Dundee unterrichten, einem Schriftsteller mit einem ausgeprägten Verständnis für Musikalität. „Es mag nicht unerwartet sein, dass Harveys Songwriting eine mehr nach innen gerichtete Richtung einschlagen würde“, schreibt Paterson. „Nur wenige werden jedoch eine so minimalistische Wendung in eine so unheimliche Landschaft erwartet haben.“

Die Worte in „Orlam“ wurden als Gedichte geschrieben, nicht als Lieder, obwohl Harvey die Hoffnung äußerte, dass sie in einer anderen Form auftauchen könnten, vielleicht als seltsamer Film oder als Theaterstück. Sie schloss auch Musik nicht aus. Und hier sind sie nun, mehr oder weniger, gemurmelt und „getra-lah’d“, mit atemraubend wechselnden Stimmen in den Raum taumelnd, schwebend, verharrend.

 

 


Der Einfluss der bewährten Mitstreiter John Parish und Flood ist nicht zu unterschätzen. Diesmal hat Harvey die Demo-Phase fast ganz abgeschafft, indem sie manch verirrte Gedanken ins Phone sprach und auf den gemeinschaftlichen Prozess vertraute. Das Studio wurde für das Live-Spiel eingerichtet, wobei die Melodien aus der spontanen Performance entstanden.

Dies gab Harvey die Freiheit, die Möglichkeiten ihrer Stimme zu erkunden. Sie singt mit der Zuversicht, dass jede Andeutung gehört wird, auch wenn die Worte nicht vertraut sind. Auf dem Eröffnungsstück „Prayer At The Gate“ klingt sie sowohl gequält als auch abgelenkt: Ihre Stimme steigert sich in eine fast ergriffen wirkende Tonlage an, während die Melodie wie ein elektrisches Umspannwerk brummt. „Autumn Term“ hat ein fast komisches Falsett, und das Geräusch spielender Kinder ist in den Hexenzauber des Liedes eingearbeitet. Glockenartig ist der Gesang in „The Nether-Edge“, einem Exkurs in Aberglauben und Dunkelheit, der wie ein Spielplatzgesang klingt. 

Was bedeutet es, so altertümlich, so seltsam zu klingen? Nun, es ist Harveys großes Verdienst, dass dieser Fiebertraum nie erzwungen wirkt, und das Experiment, den größten Teil ihres charakteristischen Klangs abzulegen, ist schmerzlos gelungen. In der Mitte von „August“ drängt sich vielleicht Elvis auf, der wie Bono aus der Zooropa-Ära klingt, aber das ist eine Finte. Heutzutage spielt PJ Harvey keinen Rock’n’Roll mehr. Es gibt nur ein geisterhaftes Kratzen am Bettpfosten des Beefheart-Blues, vor allem im abschließenden „A Noiseless Noise“.

Beeindruckend ist, dass die Dichte von „Orlam“ durch die Wiederaufführung als eine Suite von Songs zugänglicher gemacht wird. Es ist nicht notwendig – vielleicht ist es nicht einmal möglich – zu verstehen, dass der Erzähler der Gedichte ein Augapfel eines Lamms ist, denn die Musik hat ihre eigene seltsame Energie, ein donnerndes Gewitter aus Elektrizität, das seltsame reife Andeutungen regnen lässt.

Das Unheimliche ist intensiv, aber kanalisiert, und die Überraschungen kommen auf eine Weise, welche die unschuldige Ängstlichkeit der Kindheit bedroht, aber nicht auslöscht. (Über diesen Satz müssen wir mal reden, Alistair!) Seltsamkeit im Überfluss. Die Seltsamkeit des Staunens. „I Inside The Old Year Dying“ ist ein einzigartiges Werk. Trotz all seiner Verkleidungen, all der Baumtränen und Schwindeleien ist es vielleicht PJ Harveys autobiografischstes Album. Let Dorset Shake!  Die letzten Worte nun von Polly selbst, zu dem ein paar Zeilen zuvor anklickbaren Song…

 

“This song eluded us until the very last day in the studio. Over the previous five weeks we had tried so many times to capture it and failed, and/but then John [Parish] reinvented the feel of the guitar pattern. As he was demonstrating it in the control room, Flood handed me a microphone and pressed record whilst I sat next to John trying to work out how to sing to it. The result somehow captures the ethereal and melancholic longing I was looking for. In the lyric everyone is waiting for the savior to reappear—everyone and everything anticipates the arrival of this figure of love and transformation. There is a sense of sexual longing and awakening and of moving from one realm into another—from child to adult, from life to death and the eternal.”

2023 30 Mai

after may, before june

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  • Van Morrison – Common One (Astral Music) 9.5/10
  • Fire! Orchestra – Echoes (Musicianship Strikes Back) 9.5/10
  • Billy Valentine & The Universal Truth – s/t (A Journey Into The Heart of Song) 9.4/10
  • David Sylvian – Blemish (A Fire in the Forest) 9.3/10
  • Aretha Franklin – Young, Gifted And Black (Singer-Songwriter) 9.2/10
  • Natural Information Society – Since Time Is Gravity (Kaleidoscope Glasses At Night) 8.9/10
  • Santana – Caravenserai (Musicaficionado) 8.8/10
  • Neil Young – Rust Never Sleeps (Corrosion) 8.7/10
  • Egberto Gismonti – Dança Das Cabeças (Samadhi Sounds) 8.6/10
  • Billy Cobham – Spectrum (Safe From Harm) 8.5/10
  • Bob Dylan – Nashville Sykline (Leaves of Stars) 8.3/10
  • Yaeji – With A Hammer (Candy-Coloured Plastic Jewels) 7.7/10

 

Meiner Erinnerung nach habe ich im Mai kaum andere Alben gehört als diese hier, die ich alle in diesem Monat gekauft habe. Irgendwann liefen mal Aerial von Kate Bush und Safe Journey von Steve Tibbetts – das war es aber auch schon. Und mir hat nichts gefehlt, oder anders: mit den 12 Alben würde ich es auch auf einer einsamen Insel sehr gut aushalten, da wäre alles dabei – nur ein gutes Hip Hop Album würde fehlen.

Nach 12 Alben in einem Monat – in den Monaten vorher hatte ich insgesamt nur wenig mehr gekauft – wollte ich es im Juni etwas ruhiger angehen lassen. Irgendwie hält auch jedes dieser Alben noch etwas für mich bereit, ich habe nicht den Eindruck, mit denen fertig zu sein, obwohl ich einige wirklich häufig gehört habe. Da sind noch Geheimnisse zu entdecken. Nur kamen mir dann zwei Ebay Fänge dazwischen. Einmal wollte jemand einige alte ECM LPs los werden, dann gab es mit Layers noch eine LP, die ich schon länger suchte. Zusammen mit dem Reissue von Old And New Dreams in der Luminessence Reihe, auch schon bestellt, ist dann der Juni schon wieder voller neuer – alter – Musik.

 

  • Eberhard Weber – Silent Feet
  • Collin Walcott – Grazing Dreams
  • Bill Connors – Of Mist And Melting
  • Jan Garbarek – Folk Songs
  • Pat Metheny – Rejoicing
  • Les McCann – Layers
  • Don Cherry – Old And New Dreams

 

2023 29 Mai

This Bonfire

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Als ich gestern Michaels Posting „Ein doppeltes Farewell“ las, ahnte ich beim zweiten Satz, worauf es hinauslaufen würde. Michael hat diesen Blog nicht nur mitbegründet, er hat ihn auch maßgeblich gestaltet: Er hat die Seiten für den Blogroll ausgewählt, fast alle Texte für die Kategorien für das Album des Monats etc. verfasst, er hat für eine stetige Erweiterung des Autorenkreises gesorgt und vor allem hat er mit Abstand die meisten Beiträge gepostet, mit der größten inhaltlichen und formalen Vielfalt. Wie oft staunte ich darüber, mit welcher Leichtigkeit Michael wieder einen seiner Texte geschrieben hatte. Michael ist derjenige, der am meisten von sich selbst hier eingebracht hat, auch in seinen klugen Kommentaren. Ich selbst bin nun auch fast schon seit zehn Jahren in diesem Kreis. Ich habe mir die Art und Weise, wie unser Blog funktioniert, immer wie ein Lagerfeuer vorgestellt, um das herum wir uns aufhalten. Einige kommen nur gelegentlich vorbei, andere hören lieber unbemerkt zu und wieder andere diskutieren immer wieder mit. Michael saß immer am Feuer, und er hat dafür gesorgt, dass es weiter brannte, mit seinen Ideen, Recherchen und all seiner Begeisterung. Jeden Tag. Ich habe so vieles durch Michaels Blogbeiträge kennengelernt, was mir wichtig geworden ist, ganz abgesehen von seinen wundervollen Sendungen, die Seelennahrung sind und waren. Dass Michael nun aufsteht und seinen Platz am Lagerfeuer verlässt, kann ich nicht fassen. Das Feuer wird nicht mehr dasselbe sein. Danke, Michael, danke.

 

 
 

Neulich fand ich in unserem lokalen Bücherschrank, der sonst meine Affinität zum Geschriebenen fast zu sehr befördert, zur Abwechslung mal eine Klangkonserve. Dann, später, eröffnete Applaus das Hörerlebnis und die ersten Töne versetzten mich in einer Zeitreise zurück in einen kalten Abend Ende November 1980. Wiesbaden, Wartburg, eine besondere Konzerthalle. Zu dem oberen Konzertsaal führte eine lange Treppe von deren oberem Ende uns bereits dicke Schwaden süßen Rauchs entgegenschlugen. Nein, ich rede nicht von Sweet Smoke’s Album Just a Poke, dessen legendär verhalltes Schlagzeugsolo auf Silly Sally sich in der Szene damals einer großen Beliebtheit erfreute, sondern von einem anderen Perkussionisten der Extraklasse: Pierre Moerlen, der mit seiner Inkarnation von Gong an diesem Abend konzertierte. Tiefes Durchatmen beförderte einen akzelerierten Bewusstseinswandel in die rauschhaften Dimensionen, in denen der feine Jazzrock uns subtilstens abholte und über die Stücke von Downwind und dem gerade erschienenen Time is the Key (Ard na Greine) über fast zwei Stunden in einer Art entführten, wie es die alten Gong-Alben bereits schon viele Abende zuvor in freudig realitätsflüchtiger Weise getan hatten. Auf welche Weise wir später nach Hause schwebten entzieht sich leider meiner Erinnerung …

 
 
 

     

 

 
 

Hab nicht gut aufgepasst: Welcher Pyro- und Lasertechniker hat jetzt eigentlich den ESC gewonnen? Angeblich soll sogar gesungen worden sein, wie man hört …

Spässle!

Music isn’t fireworks – Music is feeling.

Also sprach der portugiesische Sänger Salvador Sobral ex cathedra, als er 2017 das grosse ESC – Rattenrennen gewann, mit pubertärem Charme in einem viel zu grossen Sakko. Und einem Song, der entfernt nach verräucherten Studentenkneipen mit existenzialistischem Flair, Nächte füllenden Diskussionen, Sozialromantik und einem Hauch von Intellektualiät roch, mit der man damals vergeblich versuchte, erotische Wirrnisse mental zu erfassen und bewältigbar zu verstoffwechseln oder wahlweise die Welt zu retten. Daran erinnert man sich in jedem Fall gerne. Über die logischen Brüche im Text – wenn einer nicht liebt muss der andere eben doppelt soviel lieben – breiten wir einmal den Mantel des Schweigens oder verhandeln es als Paradoxon – als Thema für ein psychologisches Seminar. Eine Mathematik der Gefühle, nu ja, zumindest amüsant, ein bisschen zum Dahinschmelzen, wenn der Schmelzpunkt tiefer liegt, was man ja Frauen gemeinhin nachsagt. Wurde allerdings in „Wenn Frauen zu sehr lieben“ schon 1985 verhandelt und scheint als Lebensmodell nicht wirklich hinzuhauen.

Aber zurück zum Rattenrennen:

1960 – etwa so lange gucke ich schon ESC, damals noch Grand Prix d‘ Eurovision de la Chanson genannt (Satz für die Ewigkeit: Douze points pour l‘ Allemagne, Mann war das spannend!). Damals herrschte in der leichten Muse noch die schwarze Pädagogik, die junge Leute belehrte, dass man noch Träume haben sollte (anstatt zu handeln) und über den Frieden und gegen den Krieg singen sollte (anstatt zu handeln). Ein Antikriegslied hiess tatsächlich „Bumm badda bumm„, womit Geschützlärm verklausuliert war, als ob Krieg nur aus Krach bestünde. Damals meinte man noch Botschaften in süsse Melodien verpacken zu müssen – Beiss nicht gleich in jeden Apfel und Sprich nicht drüber und Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein und Liebeskummer lohnt sich nicht und kleine Italiener haben immer Heimweh nach ihren Freundinnen und sonst anscheinend keine Probleme. Und die Sänger/ innen waren hübsch und sauber mit Kernseife gewaschen.

 
 

 
 

Was in der Erinnerung bleiben wird sind Melodien, Rhythmen und Gesichter der Protagonisten. Einige Songs waren wirklich nicht schlecht: Das pfiffige „Puppet on a String“ von Sandie Shaw, das herrlich mediterran – theatralische „Apres Toi “ von Vicky Leandros, naja, und später dann natürlich „Waterloo“. Merci Cherie hab ich erfolgreich verdrängt, bei Udo Jürgens krieg ich Pickel. Vor ein paar Jahren dann ein zweiter Platz für die sympathischen Common Linnets mit „Calm after the Storm“ mit sehr puristischen optischen Effekten und Country – Einschlag. Ausreisser!

Natürlich weiss ich, wer heuer gewonnen hat – eine Schwedin, plaziert auf einer Art überdimensionierter Sonnenbank wie ein Sandwichbelag, die aussieht wie Pocahontas und sich tatsächlich von den anderen abhob, weil sie ungeschminkt war. (Dürfte übrigens Michas Kragenweite sein). Vermutlich war sie das aber nicht, sondern wurde vorher 4 Stunden in der Maske mit dem Nude-Look versehen: Man wird mühevoll so geschminkt, dass man aussieht als sei man nicht geschminkt – wer’s nicht glaubt, der google „Tilda Swinton“, die hat als erste damit reüssiert. Keine Ahnung wie lange die morgens in der Maske hockt. In den Nagelstudios gibt’s den gleichen Trend – eine Stunde Kreation von künstlichen Gelnägeln die aussehen wie natürliche Nägel. Milchbad-Look heisst das – unten rosa, oben weiss – fetzig, oder? Ich verkneife mir hier mal den Tarzanschrei und lege es ab unter „ungeklärte kulturhistorische Phänomene“, denen ich mich im höheren Alter widmen werde (sogenannte Verzweiflungsprokrastination), kann doch nicht sein dass alles nur auf Kohlemachen hinausläuft, by the way …

Oder?

Der ESC ab Millennium hat keine Botschaften mehr, die Protagonisten drehen sich in ihren Texten um sich selbst und ihre Empfindungswelt, in der Regel um ihre Beziehung (Youre my tattoo, I am your satellite, we are blood and glitter ), das ist die Narzissierung der Wohlstands- und Spasshaben-Gesellschaft, das schwappt in alle Bereiche der Trivialkunst, dazu fuchteln sie wie ein Fitnesscoach auf Speed. In den letzten 10 Jahren wurde zusehends mehr gerappt, klar, damit verjüngte sich die Zielgruppe, während 1960 auch noch die Oma zuguckte und mit den Liedern etwas anfangen konnte. Bei Heavy Metal geht das nicht mehr, obwohl … Opa und Oma sind heutzutage Ü50, da waren die schon in Wacken dabei. Der Uropa noch in Woodstock.

Während es früher noch um Wellsounding und Goodlooking ging, steht nun Andersartigkeit im Focus – als einzige Chance den Preis abzustauben: Man muss sich dramatisch von der Masse abheben. Das führte zu zwei Siegen für Deutschland mit einem Nonsens-Lied von Guildo Horn und einem Quatsch-Rap von Stefan Raab. Das nächste Mal sang eine schöne Frau mit Vollbart, hat auch geklappt. Etwas später dann der knuddelige Portugiese a capella mit einsamem Barpianisten und im zu weiten Anzug. Dann war der Distinktionstrick wieder ausgereizt.

Wenn ich an die – von mir jährlich treulich verfolgten – ESCs des 3. Jahrtausends denke, erinnere ich ausschliesslich das Aussehen der Sänger und die optischen Affekte, keineswegs das Lied. Dafür aber die finnischen Lordi, mit denen man problemlos eine Geisterbahn ausstatten könnte, die Lady mit Vollbart, die queeren deutschen Punker von 2023 und die Nude-loo -Lady im Bitchburner. (Deutschland immer weit vorn und öfter sogar Erster, wenn man nur die Tabelle um 180 Grad drehte).

 
 

 
 

Somit folgt die Darbietung dem Muster eines Infantilisierungsprozesses; wenn man einem Baby ein Lied vorsingt und zeitgleich eine Christbaumkugel hinhält, dann wird es sich nur für letztere interessieren, der visuelle Effekt toppt den akustischen (vermutlich ein Atavismus – in der Steinzeit war das Mammut schon eher zu sehen, als dass man es hörte), Lied und Gesang werden zu einer funktionalisierenden Tonspur, die man – wie auch oft im Film – nur unterschwellig oder auch gar nicht mitbekommt und sich auch nicht mehr daran erinnert; zumindest ich muss immer nachhören, mit geschlossenen Augen. Ein Tonspur-Contest. Dann merkt man auch nicht gleich was mies ist.

Nach einem Jahrzehnt Gerappe setzte man heuer übrigens wieder auf Melodisches – Distinktionstrick. Kunst und Wettbewerb beissen sich, haben sich schon immer gebissen. In einer Konkurrenzsituation wächst selten etwas Gutes; Aussenorientierung und Nach-Nebenan-Schielen statt Sammlung, Kontemplation und eigene Handschrift.

Einen Wettbewerb für Künstlerisches oder auch nur Trivialentertainment auszuschreiben evoziert den Effekt, den man auch in einer Kinderschar beim Wurstschnappen bekommt, in der jeder immer höher zu hopsen versucht als der andere, um gesehen zu werden und das angesabberte Paar Wiener zu bekommen. Was dann entsteht ist eine Freakshow mit Unterströmungen von Hysterie und Verzweiflung – eben ein ESC.

 


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