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2022 4 Okt.

Pierre Boulez Saal

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Berlin Zentrum, Französische Strasse 33: wer würde vermuten, dass der alte viereckige Klotzbau (das ehemalige Magazin der Staatsoper Unter den Linden) eine aussergewöhnliche, einmalige ovale Konzertstätte birgt, die nach dem Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez (1925-2016) benannt ist. 2017 mit einem Konzert unter Leitung von Daniel Barenboim eingeweiht, eröffnet sie mit ihrem freischwebenden arenaartigem Raum ungeahnte Möglichkeiten raumerfüllenden Spielens und damit eng verbundenen Zuhörens in flexiblen Größenordnungen.

 

„One day, after we gave it to him, he sat in front of the model and just stared into it for hours“, Frank Gehry recalls Pierre Boulez’s reaction to his first impression of the hall that was to bear his name. Boulez’s enthusiasm was fuel led by the seemingly endless possibilities offered by this flexible space. Thanks to its unique architectural shape, the seating and stage areas can be set up in many different configurations. The idea of a „Salle modulable“,” or modular hall, distinguishes the Pierre Boulez Saal from other venues and gives it a special place within Berlin’s musical landscape.

 

Dieser aussergewöhnliche Konzertraum entstand im Zusammenspiel von Barenboim mit dem Architekten Frank Gehry und dem Akustiker Yasuhisa Toyota (verantwortlich auch für die Akustikeinrichtung der Hamburger Elbphilharmonie). Das klotzige historische Gebäude beherbergt nun in seinem umgemodelten Inneren diesen einmaligen Konzertraum und die Daniel-Barenboim-Edward-Saïd Akademie mit zugehörigem allseits bekannten West-Eastern Divan Orchester. In Materie, Gestalt und Geist ist die Stätte darauf ausgerichtet mannigfache musikalische Welten zu umfassen und zu erfassen: vertikal unterschiedliche historische Stadien der Musikentwicklung wie horizontal polykulturelle Felder in genreübergreifenden Aktivitäten. Seit 2016/2017 wird dieser Raum inspiriert durch die künstlerisch-menschlichen Ideale von Boulez in 150 Veranstaltungen pro Jahr mit ent-sprechendem Leben und Inhalt gefüllt. Dies materialisiert sich auch auf dem Gebiet von zeitgenössischer Improvisation und Jazz, das seit 2017 von Piotr Turkiewicz kuratiert wird.

 

Die letzten beiden Konzerte in dieser Reihe im Juni dieses Jahres, “Hand To Earth” und “Bungul” waren eine besonders gelungene Fügung einer aussergewöhnlichen musikalischen Welt mit dem ovalen Raum und seinen beiden scheinbar schwebenden Ellipsen. Die musikalische Spielfläche ist gänzlich umrandet von den sechs aufsteigenden Sitzreihen und damit nach allen Seiten offen (statt frontal wie in vielen Konzerthäusern). Im Falle dieses Konzerts waren auch die fünf bzw. sieben Musiker des Australian Art Orchestra mehr oder weniger elliptisch in der Spielfläche  verteilt:

 

 

Mit der vogelgleich in der Ellipsenbahn sich bewegenden koreanischen Vokalistin Sunny Kim und der magischen Präsenz des Aboriginal Vokalisten Daniel Wilfred konnte man sich schnell in einem erfüllten und atmenden rituellen Raum fühlen und diesen, geführt durch die erzählenden Gesangslinien und umhüllt durch die sphärischen Klänge wie knispernden Geräusche, durch- kreuzen. Kurzum, es war der Raum, der klang, und alle Beteiligten in der Vibration miteinander verband und bewegte. Das reiche Zusammenspiel der sieben Musiker folgte keinem üblichen Kalkül. Es erwuchs in den gegenseitigen Erweiterungen aus einer sich auftuenden Erdenkraft und verstärkte sich sanft und stetig im allseitigen durchdringenden und erfüllenden Miteinander. 

 

 

Im Monat zuvor beflügelte der Gitarrist Jakob Bro zusammen mit Cellistin Anja Lechner, Perkussionistin Marilyn Mazur und dem Trompeter Nils Petter Molvær die Möglichkeiten dieses musikalischen Raumes, um sich darüber in ein offenes Duo mit der japanischen Perkussionsmeisterin Midori Takada zu begeben. Solche Traumbegegnungen sind ein Kennzeichen dieser Reihe, die in hochkarätige Begegnungen solch bis dato nicht existierende Konfigurationen einbringt (alles im Audio Livestream gegen Gebühr (nach)zu hören). Die September-Begegnungen um den US-Amerikanischen Trompeter und Santurspieler Amir ElSaffar mussten krankheitsbedingt verschoben werden und jetzt schauen wir voraus auf Ende Oktober, wenn der höchst umtriebige Tausendsassa Alexander Hawkins (aus Oxford) seine Partner in Crime empfängt: zuerst im Duo die Vokalistin Sofia Jernberg, um dann in die Begegnung mit Flötistin Nicole Mitchell, der Cellistin Tomeka Reid, Schlagzeuger Gerry Hemingway und Turntablist/Elektroniker Matthew White einzusteigen. Das Ganze ist gleichzeitig als Auftakt Teil des Jazzfestes Berlin 2022. Das Duo Musho mit Jernberg leitet mit seiner Verarbeitung und Verwandlung äthiopischer, armenischer und schwedischer Folk Music auf einen Schwerpunkt der diesjährigen Festivalausgabe hin (Digital Guide Jazzfest Berlin 2022: Folktraditionen und Kulturtransfer in Jazz und Improvisierter Musik – ein dynamischer Prozess fortwährender Wechselwirkungen).

 

2023 wird die beschriebene Fährte im Pierre Boulez Saal vielversprechend weiter verfolgt: im Februar einmal mit einer Konfiguration um den Cellisten Vincent Courtois und dann mit einer höchstspannenden Begegnung der in Europa höchst selten zu sehenden Kotospielerin Mishiyo Yagi mit drei für Manafonistas bekannten Punktisten in Person von Jan Bang, Eivind Aarset und Dai Fujikura. 

 

 

Die Musiker, die in der Reihe auftauchen, haben sich in anderen Konfigurationen oft bereits auf dem Breslauer Jazztopad Festival, das von Piotr Turkiewicz geleitet wird, manifestiert – und zwar eindrucksvoll kann ich dazu aus jahrelanger eigener Anschauung unumwunden bemerken. Zu sehr haften der Duo-Auftritt von Alexander Hawkins mit Esperanza Spaulding und vor allem die Konzerte mit Mishiyo Yagi noch in meiner Erinnerung. Im Programm des Pierre Boulez Saal verbindet sich das Erprobte des einstmals Risikoreichen mit dem erneut blühend Expandierenden.

 

©FoBo_  Sunny Kim, Daniel Wilfred; live drawing (Wroclaw 11/2017) 

2022 3 Okt.

Landen

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2015 23 Aug.

transição (3)

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glow
 
 
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2015 23 Aug.

transição (1, 2)

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blue in green
 
 
 

 
 
 
kind of blue
 
 
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A few written words of saxophonist Darius Jones on BURNING AMBULANCE about his new album LA BÉBE DE BRIGITTE with Mitch Mitchell, Sean Conly, Pascal Niggenkemper,
Ches Smith and Emilie Lesbros
 

„Much of the hatred and ugliness in the world comes from everyone trying to create a unison when they should be striving to create a harmony.“

Read more … and listen
 
 
Ich habe Darius erstmals vor vier Jahren in Lissabon getroffen, wo er mit seiner Gruppe LITTLE WOMAN auftrat, ein einschneidendes Erlebnis. Ebenso wie ein langes, intensives Gespräch. Darius Jones geht ins Innere der menschlichen Stimme und macht deren Kraft jenseits der Worte, über und unter den Worten, erlebbar.
 
 
 


 
 
 

 
 
 

 
 
 
Emilie Lesbros, Darius Jones, Pascal Niggenkemper (November 2014, Strasbourg, Jazzdor)
 
 

©FoBo_

This is the wonderful stage of the amphitheater in the park of the Gulbenkian Foundation in Lisbon, the stage where every year during the first ten days of august the festival Jazz em Agosto is held.

 
 
 

 
 
 
Read more over this year’s edition of the festival in my review:
 

Jazz em Agosto (JemA) is one of those jazz festivals which, to its credit, pursues a clearly recognizable and consistent artistic line. The programme is composed of musicians/groups who have made an important and acknowledged contribution to the development of the music; or of musicians/groups advancing to new, unknown territories; or those are redefining, recombining and reinventing former creations and routines, with the addition of some creatively promising newcomers who bring new conceptions. The formula also means that some musicians return to the festival annually, but with different configurations each time  … READ MORE 

 

The Gulbenkian Foundation in Lisbon with offices in London (the UK Branch) and Paris is a private organization with a broad cultural, scientific and charity scope founded by Calouste Gulbenkian (1869 – 1955). It houses two museums, a well-known symphony orchestra and choir of its own and runs a rich concert programme.

 
 
©FoBo_

2015 19 Aug.

(un)bekannt (1): hand am piano

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©FoBo_
 

2015 14 Aug.

Tree Life (3)

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©FoBo_
 

 
 

 
 
©FoBo_
 

2015 12 Aug.

STREETlisbon (3) travessa da conceicão da gloria

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©FoBo_
 


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