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2024 14 Jun

Ökografien seit 2010

von: Manafonistas Filed under: Blog | TB | 9 Comments


 

„Mannsbild“ 2014
24,5 x 31 cm
SW-Fotografie koloriert, gepresste Trockenpflanzen

 
 

„Weibsbild“ 2014
24,5 x 31 cm
SW-Fotografie koloriert, gepresste Trockenpflanzen

 
 

Die den Ökografien zu Grunde liegenden Bilder müssen zu aller erst einmal mein Interesse erregen: das kann das Spezielle einer abgebildeten Situation sein, deren (druck)spezifische Ästhetik, eine bestimmte Stimmung, oder schlicht eine Geste. Diese Bilder finde ich am „Zweiten Bilderweg“, d.h. im Altpapier genau so wie in kunsthistorischen Wälzern, alten Bilderrahmen, oder Tageszeitungen und Zeitschriften. Ich kaschiere sie auf Karton, Schwarz-Weiß Abbildungen koloriere ich meist zart im Zentrum des Geschehens. Die Blüten und Stängel sammle ich zu Hause und auf Reisen, sie werden klassisch zwischen Buchseiten und Löschpapier getrocknet und gepresst. Meist ist es erst die Form oder der Schwung eines Pflanzenteiles, die mir den Weg der Bildgestaltung weisen – sie ist eigentlich nie von vornherein klar. Es ist ein wenig wie Zeichnen (oder Malen) mit Pflanzen. Die Rahmung mache ich selber. In dem reichen Fundus, den ich seit Jahren zusammen trage, findet sich für jede Bildaussage der passende Rahmen, und für jeden Rahmen -früher oder später- eine neue (Be)Stimmung.

 

Ein Gastbeitrag von Uwe Bressnik

uwe-bressnik.info/best/oekografien

This entry was posted on Freitag, 14. Juni 2024 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. You can leave a response here. Pinging is currently not allowed.

9 Comments

  1. Ursula Mayr:

    Das lässt jetzt alte Zeiten wieder aufleben: Die Abgebildeten gehören einer Generation an die noch Blumen gepresst und kultiviert haben. Eine besondere Form der Erinnerungskultur – das Konservieren schöner Momente; hier in Verbindung gebracht mit dem Auslöser des schönen Moments – vielleicht.

  2. Anonymous:

    Eine reizvolle Synthese zwischen Mensch und Natur. Aber die Frau ist etwas zarter geschmückt, der Mann wirkt irgendwie – wutschnaubend. Absicht?

  3. Anja Sturmat:

    Mir gefällt der hintersinnige Witz der Arbeiten: Ich werde eingeladen, mir Geschichten zu diesen scheinbar braven Leuten zu erzählen. Die altmodisch anmutenden Konterfeis wirken wie Stillleben, die pflanzlichen Elemente bringen sie in Bewegung, und so kehrt sich das Verhältnis von Mensch und Pflanze mit einem Lidschlag oder auch Augenzwinkern um, mal eben so: Verblüffend!

  4. Ursula Mayr:

    Ja, es hat was Pfiffiges – , so als würde ein Kind die tieftraurigen Eltern zumindest fototechnisch umgestalten wollen. Reizvoll ist auch der Kontrast zwischen Starrheit und Lebendigkeit. Wusstest Du, dass man früher auf Fotos gar nicht lachen DURFTE. Drum gucken unsere Grosseltern – bei mir auch noch die Eltern – auf Familienfotos immer, als gings gleich zur Beerdigung.

  5. Anja Sturmat:

    Ja, wusste ich – aus technischen Gründen, damit’s nicht unscharf wird.

  6. Jochen:

    Die Bilder wirken sehr „angenehm“, irgendwie edel – vielleicht auch, weil der Künstler sich mit Selbstbotschaften darin zurückhält. Die gut gewählte Rahmung tut ihr Übriges.

    Warum fällt mir Klaus Staeck jetzt ein?

  7. Ursula Mayr:

    Der macht jetzt eigentlich ganz was anderes? Sag uns mal Deine Assoziationskette.

  8. Lajla:

    „Würden Sie dieser Frau ein Zimmer vermieten?“

    Aber ja doch, meint Nägeli, bei diesen Nipples.

  9. Ursula Mayr:

    Ob die aufgemalt sind?

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