Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2023 24 Mai

Dialektische Dynamik

von: Henning Bolte Filed under: Blog | TB | 3 Comments

 

Records sind Verfestigungen von Ketten von live Momenten und musikalischen Recherchen. Ohne Records gäbe es eine Menge von Stileingrenzungen gar nicht. Auch gäbe es eifriges klassifizierendes Tun viel weniger oder vielleicht gar nicht. Nun gut, es ist so wie es ist. Wir leben in dieser verfestigten und verfestigenden Welt mit all ihren Vor- und Nachteilen. Es ist mitunter auch verblüffend, was Gruppen, die auf markanten Labeln festgelegt wurden, tatsächlich live machen. Und natürlich tun viele Musiker alles, um nicht in den Verfestigungen von Records gefangen zu sein. Es drängt viele zum Aufbrechen der Verfestigungen, die eine (produktive) dialektische Dynamik verursacht.

 

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3 Comments

  1. Michael Engelbrecht:

    Es gibt ja auch Live-Alben😉….(live in the studio heisst es manchmal)

    Alles Klassifizieren, das die Ordnungen spielerisch nimmt, nicht gesetzbuchmässig, ent-klassifiziert…

  2. Henning Bolte:

    Ja, es gibt verschiedene Arten des Festlegen, die alle Verfestigung sind. Wir können uns zwar einbilden, dass wir in einem live-Ereignis sind und so daran teilnehmen, wissen aber genauso gut, dass das nicht der Fall ist. Man kann es vielleicht mit dem Unterschied zwischen gesprochener und geschriebener Sprache vergleichen.

    Ein Drittes sind live-Remixe im Sinne von Punkt. Sie benutzen die Instrumente des Festlegens zur ‚Variation‘ des musikalischen live-Ereignisses und erzeugen ein Kontinuum shiftender Ausformungen.
    In ihnen wird das Hören externalisiert. Jede live Ausführung „derselben“ Musik ist anders, aber diese Variation ist nicht zu dasselbe wie ein intentionaler live Remix. Der live Remix ist so etwas wie eine Meta-Ebene.

    Über Verfestigung btw. Aushärtung sprach auch Steve Lacy im Zusammenhang mit Improvisation. Im Zuge von live Improvisationen schälen sich Formen heraus, die sich im Spiel verfestigen können. Das kann etwas Positives sein. Die Form ist dann das Ergebnis von live Exploration. Es kann sich etwas Bedenkliches sein, wenn man sich mehr oder weniger schnell mit Verfestigungen begnügt und darin festfährt.

  3. Michael Engelbrecht:

    Viele Artisten begnügen sich mit Verfestigungen, im Studio wie in der Livesituation. Andere nutzen das Potential von Live und oder Studio. Für den kreativen Prozess. Tatsächlich gibt es per se keinen ästhetischen Vorsprung des einen oder des anderen. Die einen sind im Studio Hexer, andere Live. Manche hier wie dort. So ist es auch mit dem Hören. The deepest cut: das kann daheim passieren, oder vor Ort im Konzert. Einer ist immer live: der Zuhörer.


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