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2022 7 Feb

„Blood and Coffee“, or: „Till‘s Think Tank“

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | 16 Comments

Nach dem Genuss eines fantastischen Cappuccinos mit der Salimbene Bohne (s. Kaffeezentrale.de, hoher Röstgrad, ölige Bohne, berauschende Geschmacksnoten) hier, anbei, ein Selfie. Statt meines Gesichts (an einem Mundwinkel wäre noch eine Spur Milchschaum zu entdecken, von meinem neuen und allerfeinsten elektrischen Milchaufschäumer „Stelio“), also ein aktuelles Blutbild. Ein Selfie, vor dem zweiten Boost. Keine Sorge wegen des leicht erhöhten Harnsäurewerts, das scheint bei mir fast Norm zu sein, keinerlei Neigung zu Gicht.

Übrigens, mit dem Kaffeevollautomaten Delonghi Dinamica bin ich rundum zufrieden, nur den zugehörigen Milchschäumer kann man in die Tonne hauen. So aber gelingt mir nun endlich, mit „Stelio“ und den Bohnen meines Dealers aus Bochum, sensationeller Cappuccino, vom Milchkaffee ganz zu schweigen.

 

 

„One more cup of coffee for the road“, sang Dylan einst – für daheim empfehle ich zum koffeinhaltigen Rundumerlebnis Dieter Ilgs Solobassalbum „Dedication“. Dass er ein faszinierender Musiker ist, wusste ich schon lange, man denke nur an das eine Piano-Trio-Album von Marc Copland. Mit dem Trompeter Till Brönner kann man mich bekanntlich jagen, aber ich weiss dass er abseits seiner smoothy boozy Barhockermusik sein Instrument gut beherrscht. Vor ein paar Wochen hörte ich denn ein Stück, mit dem es ihm wohl gelungen wäre, einmal in dreissig Jahren Teil einer playlist der Klanghorizonte zu werden: seine Interpretation (im Duo mit „Einzelfuchs“ Dieter Ilg) von Leonard Cohens „Thousand Kisses Deep“ ist richtig gut.

Vielleicht hat Herr Brönner Lust, abseits seiner Weihnachts- und Osterjazzhasenmusik mal ein gewichtigeres Duoalbum mit dem Einzelfuchs aufzunehmen: „Music For Coffee Lovers In Dark Corners“, mit ausgewählten Coverversionen aus der „gothic scene“ der Popkultur, von Dead Can Dance, The Cocteau Twins, This Mortal Coil, und ähnlichen Kalibern. Leave the comfort zone. Paint It Black, Till. No sugar required. Spiel deinen Jazz wie Chuck Norris seinen Kaffee trinkt: schwarz und ohne Wasser. Und auf keinen Fall „Wohltemperiertes“.

 

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16 Comments

  1. Chrissie:

    Kommt schon noch, die Gicht!
    Haferkekse!!! Gegen Harnsäure!

  2. Michael Engelbrecht:

    Schon Sartre stellte gelassen fest, dass das Leben immer mit einem Schachmatt endet. Gicht will ich aber nicht – also Haferkekse!!!! Schwupp – auf der Einkaufsliste. Thanks.

  3. Michael Engelbrecht:

    Der Witz ist – und ich wusste wirklich nicht, dass Haferkekes diesen Wert sinken lassen können – dass ich Haferkekse mag (wir Haferflocken), aber irgendwie hat sich der Hafer zuletzt rar gemacht – das werde ich jetzt nachholen.

    Nachdem wir nun schon bei Ernährung sind: ich werde demnächst den Bircher-Müsli-Versuch starten – es mir also am Vorabend selber zubereiten usw – soll sehr gesund sein, über längere Zeiträume hinweg, nur sieht selbstgemachtes Bircher Müsli am nächsten Morgen echt scheisse aus.

  4. Michael Engelbrecht:

    Die Überschrift des Textes ist übrigens einer Assoziation entsprungen – nämlich „Blood and Chocolate“ von Elvis Costello. Sehr raues wildes Werk. Sehr gute Vinyledition kam 2014 bei Uinversal raus. Das intimere, Americana-orientierte Werk betitelt „King Of America“ kam zeitnah raus. Wesentlich ruhiger. Zwei meiner drei liebsten Costello-Alben.

  5. Chrissie:

    Hafertee ist auch geeignet – aber geschmacklich Traumatisierungsgefahr. Birchermüslizutaten am Abend einzeln in Schraubgläsern bereitstellen und erst morgens zusammenkippen!!

  6. Chrissie:

    Und Sartre hat seinen frühen Showdown schon auch selbst herbeigeführt – schwerer Suchtler.Hat sicher auch keine Haferkekse gegessen.

  7. Michael Engelbrecht:

    Ich werds schon nicht übertreiben. Aber das mit dem BM ist ein guter Tip!

    In toto ein sehr, sehr gutes Blutbild.

  8. Michael Engelbrecht:

    PRESSETEXT KUNSTMANN VERLAG DES IM APRIL HIERZULANDE ERSCHEINENDEN BUCHES:

    Drei psychoaktive Pflanzen – Kaffee, Schlafmohn und Peyote-Kaktus –, die uns beleben, beruhigen oder unser Bewusstsein verändern, erkundet Michael Pollan in diesem spannenden Buch: ihre Kultur, ihre Wirkung und die Tabus, mit denen sie behaftet sind.

    Von allem, was Pflanzen den Menschen zur Verfügung stellen – Nahrung, Medizin, Duft, Geschmack, Schönheit –, ist sicher das Kurioseste, dass wir sie nutzen, um unser Bewusstsein zu verändern: es anzuregen, zu beruhigen oder den Zustand unserer mentalen Erfahrung komplett zu verändern. Pollan erkundet drei sehr verschiedene psychoaktive Pflanzen – Kaffee/Koffein, Schlafmohn/Opium und den Peyote-Kaktus/Meskalin – und macht dabei klar, wie überaus seltsam ihre jeweilige Wirkung wahrgenommen, eingeschätzt und beurteilt wird.

    Die besondere Kultur, die sich um jede dieser Pflanzen gebildet hat, erforscht er unter anderem, indem er sie konsumiert (oder, im Fall von Kaffee, versucht, nicht zu konsumieren). Er erzählt von der enormen Anziehungskraft, die psychoaktive Pflanzen in allen Kulturen auf Menschen hatten und haben, und von den mächtigen Tabus, die mit ihnen verbunden sind.

    Grandios verbindet Pollan Geschichte, Naturwissenschaft, Memoir und Reportage und stellt den Diskurs über Drogen damit in ein völlig neues Licht. Über diese Pflanzen gibt es sehr viel mehr zu sagen, als nur ihre Regulierung zu debattieren. Denn wenn wir sie in unseren Körper aufnehmen und sie unser Bewusstsein verändern lassen, sind wir zutiefst mit der Natur verbunden.

  9. Michael Engelbrecht:

    Salimbene Superbar (Text aus kaffeezentrale.de):

    Halten Sie sich fest oder, besser noch, schnallen Sie sich an. Dieser Text katapultiert Sie direkt in die nächstgelegene Umlaufbahn:

    „80/20 Mischung vom neapolitanischen Kaffeeguru Carlo Grenci. Der Blend aus 8 Bohnen Varietäten aus Zentral- und Südamerika, Äthiopien und Indien nimmt keine Gefangenen. Er schießt sofort in den Espressokortex und entfacht eine absolute Fülle an dunklen vollen Aromabomben. Dunkle Schokolade, Tabak, Kandis.“ (aus dem Crema Magazin 03/2015, Beschreibung des Testsiegers Salimbene Superbar)

    Wir dampfen das mal ein: unglaublich lecker!

    Es geht natürlich auch etwas differenzierter. Eine haselnussbraune Crema schimmert samtig und verlockend. Die raffinierte Komposition der Rohkaffees aus Brasilien, Honduras, El Salvador, Äthiopien, Indien, Indonesien und Uganda spielen ein perfekt abgestimmtes Konzert auf unseren Geschmacksnerven. Die einzelnen Aromen zeigen sich klar strukturiert. Dunkle Schokolade, Röstnoten und die süsslichen Klänge (Karamell) streiten mit der Fülle und der Cremigkeit um die Vorherrschaft. Zum Schluss jedoch stehen alle in einem harmonischen Finale gleichwertig nebeneinander und strahlen sich gegenseitig an.

    So geht ein echter, klassischer, süditalienischer Espresso Napoletano.

    Übrigens: Die Goldmedaille gab es beim International Coffee Tasting 2006.

  10. Susanne W.:

    Michael, Till Brönner tritt an zwei Tagen auf der Insel auf, im Juli, im Rahmen von Jazz Kampen. Da wirst du eher nicht hier sein?!:):)

  11. Michael Engelbrecht:

    Tja. Da werde ich bestimmt nicht auftauchen! Nur für ein hohes Honorar, wenn ich einen Artikel drüber schreiben soll für die Sylter Nachrichten. Dann bekomme ich aber im Nachgang der Glosse Inselverbot🤣

    Jetzt erst mal ein Haferkeks und ein Flat White🙆🏻

    Nahtrag nach Martis Comment: Ein Flat White ist wie ein Cappu, mit dem Unterschied, dass der Schaum so gerade nicht mehr Milch ist, ein Hauch von Schaum … trank ich zum ersten Mal in einer vielgerühmten Berliner Rösterei, die auch Café war. Tolles Ambiente, aber der flat white hatte keine Hitze, schmeckte schlaff. Dafür fand ich am gleichen Tag in einem Second Hamd Laden die Erstpressung von Kraftwerks Album mit dem roten „Hütchen“…

  12. Martina Weber:

    Mit deinem Flat White bist du ja ganz up to date. Ich kannte den Begriff bis vor ein paar Monaten gar nicht. Er tauchte in einer Kurzgeschichte einer Autorin meines Seminars auf. Niemand im Seminar wusste, was ein Flat White ist. Ich hatte natürlich recherchiert. Wir haben der Autorin empfohlen, den Flat White durch eine bekanntere Kaffeespezialität zu ersetzen. Der Begriff des Flat White hätte auch insgesamt nicht zum Vokabular der Geschichte gepasst, das eher zeitlos und klassisch ist.

    Vor einigen Jahren hatte ich in der Budapester Innenstadt in einem versteckt gelebenen Café ein Getränk entdeckt, das mich seither begeistert: Iced Matcha Latte. Der Sommer war heiß, und der eisgekühlte Tee putscht sanft auf und kühlt gleichzeitig. Das Café wurde in dieser Woche mein Stammcafé. Ich wollte das Rezept zu Hause unbedingt nachmachen. Einen Milchschäumer zu finden, der sowohl kalte als auch warme Milch aufschäumt, und der dabei auch noch gut aussieht, war gar nicht so einfach. Letztlich habe ich mich für einen völlig unkomplizierten Hand-Milchaufschäumer entschieden, der nur die Umdrehungsgeschwindigkeit verändern kann. Ich habe noch nichtmal einen Markennamen darauf gefunden. Bei der Kälte draußen trinke ich natürlich nicht die Eisteevariante, sondern normalen Matcha Latte (wenn ich denn Matchatee trinke), seit Neuestem sogar im Thermoglas.

  13. Michael Engelbrecht:

    Matchatee kommt bei mir gleich hinter Buttermilch, ein no go forever.

  14. Martina Weber:

    Matchatee benötigt eine süße Note, um genießbar zu sein. Ich verwende Agavendicksaft. Wenn dann noch der Milchschaum auf dem grünen Getränk schwimmt, ist es perfekt.

  15. Michael Engelbrecht:

    Das klingt wirklich schlimm, so nach Dschungelcamp-Prüfung.

  16. Martina Weber:

    Seit vielen Jahren bestelle ich Tee über die Website teapot.de – den Laden in Freiburg habe ich zu Beginn meines Studiums entdeckt. Ich lese gern Beschreibungen über Teesorten und stelle mir vor, wie der Tee schmeckt. Ich selbst, das wird mir gerade sehr deutlich, könnte mich auf den Job als Teebeschreiberin nicht bewerben. Ist aber kein Drama.

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