Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2022 1 Feb

Das nächste manafonistische Musikrätsel (enträtselt)

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | 10 Comments

 

Du ahnst es, wenn du genau hinsiehst: die beiden Innenseiten (in Ausschnitten) einer Schallplatte. Aufklappbare LP, meist ein ästhetisches Plus. Diesmal dürfen keine Manafonisten mitraten. Um welches Album handelt es sich hier: Erscheinungszeitraum 2021 / 2022 – so weit grenze ich es ein. Es darf nur ein Tip abgegeben werden. Per comment, hier, keine Emails. Der Ratefuchs / die Ratefüchsin erhält das innerhalb der folgenden 12 Monate erscheinende neue Album von Brian Eno. Über das es noch nichts im Internet zu lesen gibt. Aber ich bin eine zuverlässige Quelle. Zudem, spätestens 7 Tage nach des Rätsels Lösung, zwei faszinierende Alben aus dem Hause ECM, die ich zufällig zweimal besitze: Michel Benitas „River Silver“. Ein Geheimtip. Und Keith Jarretts „Facing You“. Ein Klassiker. Nachdem ich einige Male überrascht wurde von den detektivischen Finessen einzelner Leser, habe ich dazu gelernt, und bin in meinen Rätseln auch etwas raffinierter geworden. Und dennoch kann das genaue Lesen dieses Textes (und Anschauen des Coversegments) die Lösung inspirieren. Wer nicht auf Brian Enos Album warten will, kann sich alternativ auch diese zu erratende Musik als CD wünschen. Ich gebe noch einen Hinweis: du kennst das Cover von Fleedwood Macs „Tusk“, nicht wahr?! 

 

This entry was posted on Dienstag, 1. Februar 2022 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. You can leave a response here. Pinging is currently not allowed.

10 Comments

  1. Michael Engelbrecht:

    Ich hatte schon befürchtet, der Ratekönig Lorenz von Leinfelden würde meinem vertrackten Rätsel den raschen Garaus machen, aber Pustekuchen.

  2. Lorenz:

    bis jetzt habe ich leider noch keinen Schimmer – aber schon vieles ausprobiert. Das Tusk Cover und irgend ein versteckter Hinweis im Text … das müsste doch zu schaffen sein ;-)

  3. Michael:

    Das Rätsellösungsvorschlagende ist am 12.2. high noon.

  4. Sandra Hartwig:

    The Same: Sync or Swim

    Wenn ich richtig liege, lieber Michael Engelbrecht, bitte ich um eine Mailadresse, weil ich hier nicht meine Privatanschrift veröffentlichen möchte. Danke!

  5. Wolfgang L.:

    Eine Neuausgabe von Tusk kann es nicht sein. Zwar geht der Farbton in die Richtung, aber 2021 oder 2022 ist von Tusk nichts neu aufgelegt oder angekündigt. Also eine falsche Fährte, nehme ich an. Sie spielen darauf an, dass der Text ein paar Hinweise enthält.

    Sie spielen im Radio viel ECM und Musik von Eno. Die tauchen in dem Text auch auf. Ich habe mich daran erinnert, dass Sie hier schon das neue Album von Roger Eno angekündigt haben. Ich fand den Eintrag im Blog. Das Cover passt von der Farbe. Dann habe ich gegoogelt und ein Foto des Albums The Turning Year gefunden (kommt im April raus, – und das Vinyl ist aufklappbar.)

    Wauf auf ihrem (?) Foto zu erkennen ist – eine Handschrift, die kleinen Fotos – das passt zu der Stimmung von einem Stück, das ich bei youtube hörte. Sie haben die Platte schon? Das lässt mich zögern. Ich tippe trotzdem auf Roger Enos The Turning Year! Mixing Colours, das Album der 2, konnte ich ausschliessen, obwohl ich es nur als CD habe. Genauso den Tipp meiner Vorgängerin.

  6. Michael Engelbrecht:

    Ich staune.

    Liebe Sandra Hartwig, leider falsch.

    Lieber Wolfgang L: sie sind ein Ratefuchs. Tolle Herleitung. Wusste nicht, dass das Klappcoverdoto schon irgendwo im Netu zi finden ist. Meine Maiadresse für, ihre Anschrift: micha.engelbrecht@gmx.de

    Post kommt innerhalb der kommenden sieben Tage. Wollen sie auf Brian warten, oder nur bis – und Roger als CD nachgeliefert bekommen?

    Ist eine sehre feinsinnige Musik. Ich habe zu meiner eigenen Überaschung die LP frisch aus dem Hause der DGG bekommen. Vielleicht wors es hier im April ein Interview geben mit Roger, gewisse eine Besprechung. Hier Roger Enos gesammelte Anmerkungen zu den Stücken von TURNING YEAR, offizielles Pressemateriaö der DGG…

    Roger Eno: “THE TURNING YEAR”

    TRACK BY TRACK

    A Place We Once Walked

    Ich hatte einmal ein eigenartiges Erlebnis.
    Ich ging eine Straße entlang, auf der ich oft als junger Mensch unterwegs gewesen war. 40 Jahre war ich nicht mehr dort gewesen und hatte nun das schaurige Gefühl, meinem jüngeren Ich zu folgen, einer Person, die nicht mehr zu existieren schien. Was einst ein angenehmer Ort gewesen war, war auf unerklärliche Weise unheimlich geworden. Es kam mir vor, als würden sich die Dimensionen überschneiden. Dieses Stück »schließt« mit einer Erfindung von mir, »The Eugenian Plagal Cadence«.

    Slow Motion

    In diesem Stück wollte ich durch subtile tonale Verschiebungen eine sanfte Spannung erzeugen – Vorhalt und Auflösung. Und während ich dies schreibe, sehe ich die Verbindung zum vorigen Stück, »A Place We Once Walked«.

    Introit

    Der As-Dur-Akkord schlägt eine Brücke zum folgenden Stück – ein schöner Akkord als separater Track.

    Hymn

    Das Stück ist aus dem oben erwähnten As-Dur entstanden – dem vierten Akkord der Tonleiter von »Hymn«. Es war zunächst eine Improvisation mit wenigen Akkorden und einem wiederholenden tiefen melodischen Thema – der in sich gekehrte Bruder von »Jerusalem«? Dankeslied oder Klage? Was auch immer es ist, es kommt aus der Stille. Sind es die Stimmen unserer eigenen Geister, die diese langsame Hymne begleiten?

    Clearly

    Das Stück entstand aus dem konstanten Spiel eines hohen Ds auf meinem Klavier. Eine schlichte, kindliche Melodie schien angemessen, um den Ton zu ergänzen. Christian, mein Produzent, schlug vor, ein Streicherarrangement hinzuzufügen. Ich spiele die Originalfassung nur noch selten, ohne diese schönen absteigenden Linien zu hören – innere Streicher …

    The Turning Year

    »The Turning Year« verdankt seine Existenz meiner jüngeren Tochter. Jahrelang nannten wir es nur »Lottis Lieblingsstück«. Immer wenn sie mich es spielen hörte, sagte sie, wie sehr es ihr gefalle. Es ist ein seltsamer Mix aus Licht und Dunkel. Mit dieser Mischung versuche ich oft zu arbeiten.

    Bells

    In der Gegend, in der ich lebe, gibt es viele einsame mittelalterliche Kirchen. Nicht selten sind sie offen für Menschen, die wie ich die Stille suchen. Mindestens zwei Kirchen haben von Hand geläutete Glocken, jeweils drei. Sie lassen die ersten drei Töne einer Dur-Tonleiter erklingen.
    Ich wollte ein ganz einfaches Stück schreiben und fügte daher eine klare Melodie hinzu. Man meint sie schon einmal gehört zu haben, doch das stimmt nicht.

    Hope

    »Hope« schrieb ich im hintersten Winkel meines Gartens in der heißen, hellen Sonne und mit unendlich viel Bier zur Hand. Ich habe es nicht am Klavier geschrieben. Ich schrieb etwas, von dem ich wusste, dass es froh stimmen würde, fast ist es didaktisch. Es entstand in einer Zeit, in der die Welt so vielversprechend war und zugleich so gierig und geizig. Ich warf meinen Hut in den Ring, indem ich meine Hoffnungen und Wünsche für die Welt notierte; eine Art Gebet, dass die Freundlichkeiten von Fremden mächtiger sein mögen als die Taten der Unedlen.

    On the Horizon

    Ich hatte einen starken Einfall für dieses Stück. Ich wünschte mir Einklang und die schlichtesten harmonischen Mittel. Es stand fest, dass das Hauptinstrument eine Klarinette sein muss, und im Studio hatte ich das Glück, mit Tibor Reman zu arbeiten, einem sehr guten Klarinettisten. Dieses Stück hat etwas Sehnsüchtiges, ein Flehen, wie von einer Stimme aus der Ferne, und auch hier gibt es etwas Ambivalentes, das ich so gern einzufangen versuche.

    Innocence

    »Innocence« ist oft das Finale in meinen Solokonzerten – es besteht fast ausschließlich aus leeren Quinten, wodurch harmonisch nicht vorgegeben wird, was der Hörer empfinden soll, da es weder Dur noch Moll ist. So bleibt es emotional zweideutig. An diesem Werk ist nichts Cleveres oder Extravagantes. Ich selbst mag seine Schlichtheit sehr und sein Gefühl von … nun ja, Unschuld.

    Something Made Out Of Nothing

    Dieses Stück ist Einfachheit in sich. Es heißt so, weil es nur aus wenigen Komponenten besteht – einer wiegenden Halbtonlinie und einer freien Arpeggiofigur, intensiviert durch Streicher, Streicherobertöne. Als ich es schrieb, war ich von dem Intervall des Halbtons fasziniert, normalerweise ein Clash, hier aber die Grundlage für ein Wiegenlied. Ein Wiegenlied für unsichere Zeiten. Die Melodie kommt hervor und schon entschwindet sie wieder – »Something Made Out Of Nothing« ist ein Stück über Illusionen, ein Trugbild.

    An Intimate Distance

    In »An Intimate Distance« geht es darum, wie nah und doch fern wir Menschen einander sind. Kompositorisch setzt es eine »fallende« Melodie ein, die Trauer impliziert, und ein weiteres Motiv, das zu sagen scheint: »Aber wenn wir es wenigstens versuchen würden«. Es hat Elemente einer Nocturne aus dem 19. Jahrhundert, ein Arpeggio in der linken Hand, eine »singende« Melodie in der rechten. Sie verleihen ihm Intimität, was zum Teil den Titel erklärt.

    Stars and Wheels

    Die Aufnahme einer Improvisation auf einer kleinen einmanualigen Orgel in der Kirche von St. Gregory in Heckingham, Norfolk. Das ist schon 20 Jahre her.
    Verschiedene technische Verfahren, sowohl zum Zeitpunkt der Aufnahme als auch während der Arbeit an diesem Album, lassen einen Effekt entstehen, den des »glorreichen Verfalls«.
    Die Elemente scheinen langsam über sich selbst zu stolpern, das Stück beginnt sich zu wandeln und bleibt doch immer mit seinen Anfängen verbunden.

    Low Cloud, Dark Skies

    Der Bruder im dunklen Gewand von »Something Made Out Of Nothing«, inspiriert durch den Blick auf die Nordsee: Ich stehe im Trockenen, während sich eine bedrohliche Regenwolke nähert. Vielleicht eine Metapher für kommende dunkle Zeiten? Oder wie einfach einem die Vergangenheit heute erscheint? Das Eingeständnis einer schwierigen Zeit? In diesem Stück liegt Hoffnung, obgleich es so gedämpft ist. Es lässt erahnen, dass sich das bevorstehende Dunkel irgendwann lichten wird.

  7. Michael Engelbrecht:

    Alles Weitere zu dieser feinen LP/CD im April, bei Erscheinen!

  8. Olaf Westfeld:

    Ich hätte auf das Big Thief Album getippt… das sieht dann wohl anders aus ;-)

    https://pitchfork.com/reviews/albums/big-thief-dragon-new-warm-mountain-i-believe-in-you/

  9. Michael Engelbrecht:

    Vielleicht werde ich einmal die Begeisterung für diese Band teilen :) – erste Faszination hat sich seinerzeit nicht gehalten.

  10. Olaf Westfeld:

    So ähnlich ist es bei mir auch. Ich mochte UFOF – besonders den Titelsongs und dieses herrlich versponnene Cattails – sehr gerne, aber richtig lange hat sich das nicht gehalten. Auf dem neuen Album scheinen aber auch wieder einige schöne Songs zu sein – ich werd mal reinhören.

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