Manafonistas

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2021 2 Mai

„Olaf (Ost) hört Horizonte“

von: Manafonistas Filed under: Blog | TB | 2 Comments

Eben zuendegehört die letzten KH. Sehr gelungen, sehr schöne Musik! Vielen Dank, Herr Engelbrecht. Hier sind wieder – wenns beliebt – einige Anmerkungen zur Sendung:

 

Palladino & Blake Mills – sehr spannend, habe ja in verschiedenen Sendungen schon davon gehört. – Sinikka Langeland – klare Stimme, ich liebe auch den ebenso klaren Klang der Kantele. Meine Erweckung dahingehend: Sylvan Grey »Iceflowers Meling« 1988 – Simon Goff: vielversprechend ! – Nik Bärtsch: Modul 55: Bei diesem Stück fangen in meinem Hirn Kate Bush und ihr Sohn als Snowflake so dermaßen präsent an mitzuschweben, dass es mir fast unmöglich wird, allein das Modul zu verfolgen. Reizvoll. – Ballaké Sissoko: Kora – Ich liebe Kora. Und entzückend, eine weitere Elfenstimme dans le forêt de language français (siehe Camille »oui«)! Ach! da singt ja sogar Camille!!! Herr E., Sie entreißen mir alle Bonmots! – Daniel Lanois: Every Nation – huch, so leichtfüßig habe ich Lanois lange nicht gehört. Und die Stimmung!, so mysteriös wie das Lächeln der MonaLisa. (War das jetzt Kitsch?) Sogar Dub kanna. Hat der das alles selber gemacht? Unfassbar.

just während die WELTTRAUMFORSCHER der vierten Stunde rauschen, lese ich mich durch die WTF-Philosophie. Man kann sowohl mit der Musik wie durch die Geschichte in einen Sog geraten, sich verlieren & verlieben. Zwar formulieren die Auswahlstücke in der Sendung einen bestimmten Kosmos, doch auch die anderen Perlen der beiden CDs »aus dem Zauberhut« empfehlen sich mit eigenwilliger Zuckerglasur.

Zu MADE TO MEASURE habe ich genügend gesagt. Lew ist einer meiner Favoriten. Es ist hier nicht nur eine Zuneigung dem Obskuren, sondern der Wunderbarlichkeit der Kompositionen. – Die ganze 4. Stunde ist himmlisch. Inklusive Fab-Dub.

 

 

 

 

Zur Kubanischen Compi (von Soul Jazz Records; Anm. mhq) könnte man anmerken: Die Kulturpolitik des Landes hat sich verständlicherweise nach der Batista-Diktatur von den »verwerflichen« Erscheinungen der kolonialen Zeit distanzieren wollen, als Kuba lediglich Spielhölle mit angeschlossenem Bordell für den US-Tourismus war. Auch die Verfolgung Homosexueller u.a., dem Zeitgeist geschuldeter politischer Entscheidungen darf man gern benennen. Castro hatte sich später ausdrücklich für die nachrevolutionären Fehlentscheidungen und daraus resultierendes Leid entschuldigt. Auch dass das Buch zur LP unter Mitwirkung staatlicher Stellen entstand, zeigt die Offenheit, mit der man mit alten Fehlern umgeht.

Äthiopische Melodielinien der Bar- und Pop-Musik der Dekade 69 bis 79 habe ich so verinnerlicht, dass ich mit Leichtigkeit die Phrasierungen mitpfeifen und mitsingen kann. Oje, ich komme ins taumeln, ich liebe das! Interessanterweise geht die staubig trottende, lockere Rhythmik Ayalew Mesfins – etwas schneller gespielt – in Richtung ChaCha, und ist fast dieselbe, wie man sie heute noch in der Laotischen Popmusik, endlos repitiert, hören kann. Ist der Hammer!

 

mit herzlichen Maigrüßen
Olaf (Ost)

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2 Comments

  1. Michael Engelbrecht:

    Werter Olaf (Ost), solche Hörer sind natürlich ein Glücksfall. Das Foto, das ich ihrem Text beifügte, leicht unscharf, ist auf Anhieb als Teil der Reihe Made To Measure zu erkennen, und das Sammlerstück Nebka von Benjamin Lew. Hoffentlich bringen MTM die Werke von und mit Herrn Lew wieder raus, mein liebstes war, und damals in Würzburg sogar mein Album des Jahres, Douzième Journée, von Benjamin Lew und Steven Brown. Bald bringt Cramt Discs das erste MTM Album von Hector Zazou wieder raus…

  2. Michael Engelbrecht:

    Ich finde es interessant, wie nah wir aneinander sind bei dem Erleben vieler Musiken. Ich weiss aber auch, wie anders wir Pharoah Sanders und Terje Rypdal hören. Ich bin, Gott steh mir bei, nicht missionarisch unterwegs, aber ich empfehle einmal Pharoah Sanders THEMBI aus den Siebziger Jahren zu hören😉. Und natürlich, vive la difference.

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