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2021 12 Feb

„Departure from Planet Earth“

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | Tags:  13 Comments

 

Viele von uns haben die eine und andere Lieblingsplatte von Chick Corea. Meine stammen, bis auf Trio Music mit Miroslav Vitous und Roy Haynes, allesamt aus den Siebziger Jahren, und wenn ich sie aus dem Archiv rausgeholt habe, hatte ich nicht einmal das Gefühl, sie hätten mir nichts mehr zu erzählen. Es ist auch nie eine weiteres hinzugekommen, so dass dies hier mein ganz persönlicher Chick Corea-Kanon ist. Zum einen die Piano Improvisations Vol 1 & 2., in der gleichen Höhenluft anzusiedeln wie Open, to Love und Facing You von Paul Bley und Keith Jarrett. Das erste Album von Return To Forever. Das erste Duo-Album mit Gary Burton, Crystal Silence. Und das Paris Concert, an der Seite von Anthony Braxton, Dave Holland und Barry Altshul, knallgelber war kein anderes Cover der ECM-Historie. Möge er in Friede ruhen.

 

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13 Comments

  1. Olaf Westfeld:

    Ich war vielleicht 13/14, als ich bei einem verpeilten Jazzmusiker 2 Jahre lang E-Bass-Unterricht hatte. Die Fortschritte waren überschaubar: es war für mich immer schwierig, die Note auf den Taktschlag des Metronoms zu setzen. Als Musikhörer war die Zeit prägend, weil ich erstmals Kontakt zu Jazz Musik aufnahm (von der Louis Armstrong Vorliebe meiner Eltern mal abgesehen). Weather Report, Miles Davis, Chick Corea. Gerade die beiden Trio Music Alben, dazu noch das in gleicher Besetzung aufgenommene tolle „Now He Sings, Now He Sobs“ und das Return To Forever Album habe ich in meinem Jugendzimmer oft gehört (von Kassette), auch wenn die Musik für mich damals in großen Teilen undurchdringlich blieb. Irgendwann hatte ich eine furchtbar verdaddelte „Electric Band“ Platte, ich verspüre aber nie Lust, da noch einmal reinzuhören. Die anderen vier sind immer noch toll und waren Wegpunkte, Tore in eine andere Welt – wahrscheinlich die ersten ECM Alben, die ich gehört habe. RIP.

  2. Michael Engelbrecht:

    https://www.theguardian.com/music/2021/feb/12/chick-corea-musical-adventurer-piano

  3. Martina Weber:

    Im Zusammenhang mit „Return to Forever“ müssen wir noch schnell den wunderbaren Kulturthriller „Diva“ von Jean-Jacques Beineix erwähnen. Eine versteckte Hommage an Walter Benajmins kleine und wirkungsvolle Schrift „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ (die mir im Übrigen Argumente gegen Onlineseminare liefert). „Return to Forever“ befindet sich auf meinem iPod, ich höre es oft beim Joggen. Ich laufe gleich mal los …

  4. Michael Engelbrecht:

    Das Corea-Album, dass bei DIVA auftauchte, war das Cover von CRYSTAL SILENCE. Aber kleine Irrrtüner bringen interessante Dinge hervor, wer hört heutzutage schon noch RETURN TO FOTEVER beim Joggen?! Dabei hat das Album so einen herrlichen flow …

  5. Olaf Westfeld:

    Interessant: Verlust der Aura durch Online-Seminare, oder wie sind die Argumente? Schon ein Weile her, dass ich „Das Kunstwerk …“ gelesen habe. Mein Nachbar gibt Reiki Einweihungen über Zoom … und ich saß auch die ganze Woche in Online Schulstunden. Abends lese ich gerade Benjamins „Einbahnstraße“, gefällt mir ganz gut.

  6. Martina Weber:

    Ich bin gern die einzige, die „Return to forever“ beim Joggen hört. Es ist ja gerade der Flow. Wahrscheinlich bin ich auch die einzige, die mir einem iPod joggt.

    In meinem Seminar geht es darum, selbst geschriebene literarische Texte zu besprechen. Die Texte werden zuerst von den Autoren/innen vorgelesen. Das ist ein Ritual, es kann eine Magie im Raum entstehen, wenn der Text sehr gut ist. Interessant ist, dass jemand bereits beim Lesen etwas davon spürt, ob der Text funktioniert. Das wäre zum Beispiel ein Aspekt, der bei einem Onlineseminar verloren ginge. Ich verschiebe also alle Seminartermine. Als Freiberuflerin kann ich das. Es sind ja nicht fünf Termine pro Woche :)

  7. Martina Weber:

    Alexander Kluge hatte in seiner Frankfurter Poetikvorlesung 2013 das Passagenwerk von Walter Benjamin als Grundlagenwerk in den Himmel gelobt. Die Texte von Walter Benjamin empfinde ich allerdings schon als sperrig, auch das „Kunstwerk …“.

    „Einbahnstraße“ kenne ich nur vom Titel her. Ich bestelle es mal in der UB. Das sind ja ganz kurze Texte.

  8. Michael Engelbrecht:

    @ Olaf

    In das „Mandala“ der ersten Zeitreise am 20.2. gesellt sich nun neben David Darling auch Chick Corea. Natürlich solo wie David, wenn ich Dark Wood finde, oder Cello.

  9. Olaf Westfeld:

    Extrem sperrig, diese Benjamin Texte. Die Einbahnstraßen sind da etwas anders, sehr kurz, vordergründig alltäglich, ich tauche aber vor dem Einschlafen nicht in die Tiefe, sondern erahne nur den Sinn der mich von unten anblickt … oder so.

    Sorrowful Mandala dann – ich lege am Wochenende „Now he sings …“ auf.

  10. Lajla:

    Chick war Mitglied von Scientology. Ich denke er hätte mit seinem Intellekt Walter Benjamin nicht verstehen können.

  11. Martina Weber:

    „erahne nur den Sinn, der mich von unten anblickt … oder so“ – feine Art zu lesen, Olaf.

    Alexander Kluge empfahl in seiner Poetikvorlesung (die mich sehr beeindruckt hat), philosophische Texte auf ihren ästhetischen Aufbau hin zu lesen.

  12. Michael Engelbrecht:

    Zurück zu Chick Corea:

    Miles Davis hatte ihn ja auch in seine elektrische Band geholt. Und auch da waren seine Beiträge furios.

  13. Will Layman:

    The 11 Best Chick Corea Albums


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