Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2020 24 Mai

„Das sture Licht der Dinge“

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | Tags:  2 Comments

 

Ich bin zwar kein Landei, aber ich schätze mich glücklich, am Rande eines Naturreservats zu leben. Viele erfahren die Natur anders derzeit, nicht wenige lauter. Ein Freund aus den Vororten rund um London erlebt in den dortigen Grünflächen eine „Kakophonie des Vogelgezwitschers“ und erfreut sich daran. Als ich in Westerland nachts um 4.35 Uhr das Mikrofon aus dem Fenster meiner Behausung hielt, mitten im harten Lockdown, schien mir die Lautstärke auch immens. Und, woran dachte ich, an Hitchcocks „Die Vögel“. Man kann eben auch erschrecken, angesichts der ihren Raum hier und da zurückerobernden Flora und Fauna. Ich dachte allerdings auch an den Ohrwurm des Jazzbassisten Dave Holland, „Conference of the Birds“. Zwei Eisvögel auf den Friederichstrasse, auch das kam vor. Zu der Geschichte dieses Blogs zählt auch, dass der eine oder andere von uns zu einem Hobbyornithologen mit Feldstecher mutierte, oder eingehend den von Arien unserer zwitschernden Mitbewohner inspirierten Klavierkompositionen Olivier Messiaens lauschte. Und das neue Buch von David Rothenberg hat, wie der Rowohlt-Verlag es kundtut, „der Nachtigall ein musikalisches Denkmal gesetzt“, und der gute David „jammt mit den Vögeln“. Diese „Kulturgeschichte der Nachtigall“ hat die Natur- und Romanschriftstellerin Melissa Harrison bereits im Original gelesen, und in ihrem neuen Podcast (s. comment 1) entdeckt sie das volle Orchester der britischen Landschaft vor ihrer Haustür, in jenem britischen Hinterland, das der wunderbare Darren Heyman vor Jahr und Tag abenteuerlustig erforschte. Wem das alles allzu pittoresk anmutet, dem kann ich den vorzüglichen Kriminalroman „The Birdwatcher“ empfehlen, der allerdings auch ins grüne, grüne Kent entführt.

 

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2 Comments

  1. Max Sanderson:

    There are so many wonderful things about the series – especially the escapism it provides at this time – but I think my favourite is the space in which the natural sounds are allowed to exist in.

    Harrison’s wonderfully childish excitement is lovely to hear – as are her well-informed and often philosophical pontifications – but the real beauty is in the moments in-between. It’s something I often find lacking in audio these days: the importance of nothing – the brief silence between the musical notes and the slight hesitation before a word is heard. The Stubborn Light of Things captures those moments in a way that embodies the open expanse Melissa is taking us through. And it feels absolutely lovely.

  2. Michael Engelbrecht:

    William Shaw hat auch besondere Kriminalromane geschrieben, rund um die Zeit der Beatles. Der hier erwähnte Thriller ist sehr ruhig inszeniert, und heisst in der Übersetzung „Der gute Mörder“.

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