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2020 4 Apr

Corona ist kein kurzes Intermezzo

von: Manafonistas Filed under: Blog | TB | 10 Comments

 

v i d e o

 

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10 Comments

  1. Rosato:

    Das ist ein wirklich guter YouTube-Beitrag. Informationen dieser Art sollten zu den TV-Hauptnachrichtenzeiten um 19 und 20 Uhr, vor allem in den bereits standardmäßig folgenden EXTRA- & SPECIAL-Sendungen thematisiert werden, und zwar nicht ein einziges Mal, sondern alle 2 Tage. Es müsste doch gelingen, das in 10 Minuten verständlich darzustellen!

    Da man die Zukunft nicht vorhersehen kann, ist man auf Modellierungen bzw. Modellrechnungen angewiesen. Das gehört zum Handwerk von Epidemiologen. Solche Modellierungen brauchen Eingaben / Input. Darunter sind (relativ) gesicherte Daten / Fakten aber auch Annahmen.

    Hier wird sehr sachlich dargestellt, wie sich Epidemien entwickeln, wie sie verlaufen, wie sie zu einem Ende kommen. Zu diesem YouTube Beitrag passt auch ein Interview mit Martin Eichner, Epidemiologe an der Universität Tübingen.

    Eine Epidemie, deren größter verursachter Schaden für die Menschheit ein leichtes Kopfjucken ist, kann man freilich ignorieren und muss kein großes mediales Spektakel inszenieren. Führt es aber zu exorbitanter Letalität, dann sind Maßnahmen erforderlich, die das gewohnte Maß überschreiten. Die Frage ist, wie letal eine Corona-Infektion ist. Schwarz-weiß-gemalt gibt es zwei konträre Standpunkte:
     

    1)
    CoVid-19 ist nicht schlimmer als eine Influenza, ist nicht schlimmer als etwa die Influenza-Seuche des Winters 2017/18. Ein fundierter Vergleich wäre aufschlussreich. Jedoch: die Influenza-Saison 2017/18 ist abgeschlossen, die Corona-Saison 2017/202X ist noch im Gange. Ein Vergleich ist folglich nicht möglich.
     
    2)
    CoVid-19 gehört zu den großen Bedrohungen, vor allem weil es zur Pandemie sich entwickelt hat. Zumindest unter betagten Menschen ist die Letalität offenbar sehr hoch. Mir sind in vergangenen Jahren keine Berichte über zahlreiche Todesfälle innerhalb weniger Tage in Pflegeheimen aufgefallen bzw. bekannt geworden. Jetzt aber sind einige Pflegeheime davon betroffen. Dass junge Menschen weniger gefährdet sind mag statistisch zutreffen. Es trifft aber auch (relativ) junge Menschen, und da dürfen sich gerne jene melden, die das Risiko, dass die Eisdecke bricht, auf sich nehmen. Es gleicht halt dem berühmten Ritt über den Bodensee …
     
     
    Für mich persönlich ändert sich der Tagesablauf momentan nur unwesentlich, da habe ich einfach Glück. Die verordneten Kontakteinschränkungen und noch mehr das Schließen von Betrieben und Kultureinrichtungen sind nicht lange aufrecht zu erhalten. Wenn ich mir das im Detail vorstelle, dann graust es mich. Ich dagegen gehe meinen Hobbies nach, kann Rad fahren und spazieren gehen in frischer Luft durch dünnbesiedeltes Land. Ich muss mir keine finanziellen Sorgen machen. Die gravierendste Einschränkung besteht darin, dass ich meine Mama nicht besuchen, sondern nur telefonisch mit ihr kommunizieren kann.

    Zur Zeit beschäftigt mich das Thema Corona ziemlich ausführlich. Es liegt wohl an einer Verhaltensweise von mir, die ich schon lange kenne: wenn mich etwas interessiert, dann kann ich mich verhältnismäßig ausführlich hinein vertiefen. Dazu veranlasst hat mich die in meinen Augen unausgewogene Berichterstattung im TV, vor allem in den Hauptnachrichten von ZDF & ARD (um 19 und 20 Uhr), denen regelmäßig Extra-Sendungen folgen, wo nach meinem persönliche Gefühl zu wenig erklärt wird. Ich habe an mir selbst erfahren und sehe es an Familienmitgliedern, wie die „Indoktrination“ durch die vorwiegend Angst und Schrecken erzeugende Berichterstattung durch Medien & Politik verinnerlicht wird, weil andere Auffassungen nicht bzw. nur am Rande zur Sprache kommen. Mir kommen die Beiträge im Leserbrief-Forum der SZ viel differenzierter vor.

    Die öffentlich-rechtlichen Sender bieten dennoch hoch informative Beiträge, die zum Teil auch kritisch betrachten, was seitens der Politik durchgesetzt wird. Aber man muss auf die Suche gehen und bereit sein, 30 bis 45 Minuten zuzuhören. Regelmäßig verfolge ich die Podcasts mit Dr. Drosten auf NDR Info und Dr. Kekulé auf MDR.
     
     
    Eine Verwandte arbeitet in einer Nürnberger Klinik. Ich rufe sie etwa 2 Mal die Woche an und frage nach der Situation an einem Brennpunkt. Unter anderem habe ich vor 2 Tagen erfahren, dass

    das Personal nicht ausreichend geschützt ist

    wegen der Erwartung & Vorbereitung auf die große Welle der Standard-Betrieb sogar herunter gefahren ist
    in der Gastroenterologie wird täglich nur ein knappes Viertel der sonst üblichen Fälle behandelt, weil alles, was nicht Notfall ist, zur Zeit aufgeschoben wird. Kurz und gut: es gibt wenig zu tun, außer Angst zu haben, eine Infektion einzufangen.

    das Klinikpersonal wird nicht auf Corona-Infektion getestet, erst wenn sich Symptome zeigen geschieht das

    SKANDALÖS !!! Dann muss man sich nicht wundern, wenn Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtung Infektionscluster werden. Das Personal im Heim, in dem meine Mama wohnt, trägt keine Masken bzw. Schals (zum Fremdschutz). Die Pflegekräfte laufen zwischen bis zu 60 Heimbewohnern hin & her.

    Ich nehme das nicht auf die leichte Schulter, denn das Virus ist hoch infektiös. Eine simple Sache wäre eine verbindliche Anordnung, beim Ausgang / Aufenthalt in der Öffentlichkeit Mund und Nase zu bedecken – es muss ja keine FFP2 Maske sein. Das würde zu einer effizienten Reduzierung von Tröpfchen-Schleuderei führen. Wahrscheinlich verhindert das VERMUMMUNGSVERBOT eine so einfache Maßnahme. Aber nein, in unserer HiTec-Welt muss man ja ein App kreieren …
     
     
    Eichner und die YouTube-Dame erklären im Wesentlichen wie Modellrechnungen funktionieren – Thema: Verkleinerung des R-Faktors, Abflachen der Kurve, „rote Linie“ Überforderung des Gesundheitssystems (um Triage zu vermeiden). Das ist relativ abstrakt. Es gibt ja regionale bis kontinentale Unterschiede in vielerlei Hinsicht, u.a. (Un)Kenntnis der exakten Infektionsrate, Schwankungen in der Verbreitung/Konzentration des Virus pro qkm, unterschiedliche Maßnahmen zur Eindämmung, siehe China / Südkorea / USA / BRD / Schweden … Evtl. gibt es schon Einflüsse einer negativen Rückkopplung (also Einflüsse bereits beginnender Immunisierung der Bevölkerung aufgrund von Recovery).

    Die Outputs/Ergebnisse von Modellrechnungen hängen ja entscheidend ab vom Input. Man müsste wissen, wieviel Säcke Reis in China – und China ist groß – umfallen. Es sind chaotische (Chaostheorie) Vorgänge. Ich nehme an, dass der Daten-Input in die Modellrechnungen bezüglich der Corona Pandemie „dünner“ (mit mehr Annahmen durchsetzt) ist als bei Wetterprognosen.
     
     
    Dr. Hendrik Streeck bei Markus Lanz

  2. stimme aus dem off:

     


    das geständnis

     
     

  3. Uwe Meilchen:

    Brian Eno and Yanis Varoufakis: Reflections on one post-virus world

  4. Arthur:

    Es mischen sich Fakten mit Artefakten: Die Letalität in Altenheimen kommt auch dadurch zustande dass in einigen Landkreisen durch die ärztlichen Kreisverbände die Anweisung an Pflegeheime erging Erkrankte nicht oder nur in extremen Notfällen ins Krankenhaus zu bringen, d. h. dann auch mit der Beatmung zu spät oder gar nicht einzusetzen. Dann werden die Heime abgeriegelt damit die Krankenhäuser nicht überschwemmt werden.

  5. Rosato:

    Es mischen sich Fakten mit Artefakten

    Mir scheint, das ist immer so. Wie kann man den Unterschied feststellen, wenn es nicht gerade offensichtlich ist wie „das geständnis“?

    Ich würde gerne einen Verweis zur Quelle der „Anweisungen ärztlicher Kreisverbände an Pflegeheime“ erhalten.

    Ich verweise, um nicht mit leeren Händen dazustehen, auf eine Quelle, die mir heute zugeflogen ist:

    http://beatebahner.de/lib.medien/aktualisierte%20Pressemitteilung.pdf

  6. Arthur:

    Rosato: Solche Dinge werden nicht veröffentlicht, das sind interne Mitteilungen bzw Anordnungen über das gewünschte Vorgehen an die Ärzte im Landkreis. Aber es gibt Whistleblower …

  7. Karsten:

    @Arthur: Also quasi quellenlose Erkenntnis und damit ähnlich wie bei der unbefleckten Empfängnis eine reine Glaubenssache …

    Apropos, @stimme aus dem off: Es ist Gott
    (hab‘ ich läuten hören)

    @Rosato: Macht ja optisch mächtig was her, so eine PRESSEMITTEILUNG – tatsächlich erscheint mir die PM samt angekündigter Klage vor allem ein Vehikel zu sein für schamloses Marketing und/oder eine schlichte, eher unqualifizierte Meinungsäußerung. („…wurde von Experten … ermittelt…“(!))
    Hört den VTs auf YT schon niemand mehr zu?

  8. Arthur:

    Was glauben Sie denn was die in Italien machen? Triages! Warum sollte das bei uns anders sein, wenns hart auf hart geht? Es steht nicht immer alles in den öffentlichen Verlautbarungen, was im Gesundheitswesen abgeht. Gottseidank …

  9. Rosato:

    @Karsten
    dass ich die Pressemitteilung verlinkt habe, bedeutet nicht, dass ich damit konform gehe. Ich halte es für einen rechtsstaatlichen Akt. Vielleicht bin ich allein mit dieser Einschätzung.

    Überhaupt nicht einverstanden bin ich mit dieser Passage:

    Denn die vorliegenden Zahlen und Statistiken zeigen, dass die Corona-Infektion bei mehr als 95 % der Bevölkerung harmlos verläuft (oder vermutlich sogar bereits verlaufen ist) und somit keine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit darstellt.

    Die „vorliegenden Zahlen“ sind keineswegs gesichert. Dies anzunehmen ist grober Unfug. Die Datenerhebung ist weltweit alles andere als einheitlich. Die Berichte über die Überlastung von Kliniken, Bestattungsunternehmen und Krematorien in USA, Italien, Spanien und ? sprechen für sich, das kann man nicht ignorieren.

    @Arthur
    ohne Ihren Hinweis auf die „Triage Light“ in manchem Seniorenheim hätte ich die ominöse PRESSEMITTEILUNG gar nicht verlinkt. Immerhin steht auch etwas darin über den Umgang mit Risikogruppen:

    Die wirklich notwendigen Maßnahmen hingegen sind noch immer nicht umgesetzt, wie die vielfältigen Klagen aus Kliniken, Altenheimen und Arztpraxen zeigen. Es braucht ferner mehr Tests bei denjenigen Menschen, die viel Kontakt mit der Risikogruppe haben: Dies sind die Pflegekräfte […] Dringend zu testen sind die Mitarbeiter der Supermärkte, die täglich mit hunderten Menschen Kontakt haben.

    Ohne das Angucken des ZDF-Sportstudio am Samstag nachts hätte ich die ominöse PRESSEMITTEILUNG gar nicht verlinkt. Da sind unsere armen Fußballprofis und systemrelevanten Fußballvereine doch der Meinung, man müsse die Saison von 1. und 2. Bundesliga bis Sommer in Form von Geisterspielen zu Ende führen (es fließen ja ordentlich Fernsehgelder – soviel zum Aspekt „schamloses Marketing“). Befragt wird der Virologe Kekulé, der es vom virologischen Standpunkt her für machbar hält, wenn entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, insbesondere engmaschiges Corona-Testen der Sportler, und der ganzen Belegschaft im Umfeld.

    Kekulé meint
    Vor allem aber wären Corona-Tests für jeden Spieler notwendig – an jedem einzelnen Spieltag. Laut seiner Berechnung würden damit etwa 20.000 Tests anfallen, damit die Saison zu Ende gespielt werden kann. Als Vergleich: Aktuell schafft Deutschland 100.000 Tests am Tag.
    Quelle: STERN

    Wunderbar. Aber Krankenhaus- und Seniorenheim-Personal wird nicht getestet (siehe oben Samstag, 4. April 2020 um 10:36), Mundschutz trägt das Personal im Seniorenheim meiner Mama NICHT. Dort wird es gebraucht und nicht für den überbezahlten Profi-Fußball.

    O Mann, und dann noch das Gestammel von Christoph Kramer. Voll überzeugend, wie überflüssig Fußball in Zeiten wie diesen ist.

  10. Hans-Dieter Klinger:

    ich bin kein Experte in Sachen Datenerhebung.

    Wenn man aber – was hoffentlich nicht eintritt – 20.000 Tests für Kicker aufbringen sollte, dann wären die besser investiert bei 20.000 per Zufall ausgewählten und zum Test bereiten Bürgern. Vielleicht bekommt man dann ein reelleres Bild über die Lage als dann, wenn nur Symptomträger getestet werden.

    (mein letzter Beitrag in diesem thread)

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