Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2019 5 Dez

Impressive Music 2019

von: Hans-Dieter Klinger Filed under: Blog | TB | 7 Comments

 

FULL LIVE

Carla Bley Trio
16. Mai – München, Unterfahrt

Habib Koité
23. Oktober – Helmbrechts, Kulturwelten

Nik Bärtsch’s RONIN
22. November – Jena, Kulturbahnhof

Shai Maestro Trio
30. November – Nürnberg, Kulturwerkstatt auf AEG

 

HALF LIVE

Klavierabend Daniil Trifonov – Beethoven, Schumann, Prokofiev
21. Februar – Digital Concerthall der Berliner Philharmoniker

Peter Tschaikowsky, Sinfonie No. 5 in e-Moll
9. März – Digital Concerthall der Berliner Philharmoniker
Berliner Philharmoniker, Dirigent Kirill Petrenko

 

RONIN RHYTHM RECORDS

Nach dem Konzert von RONIN in Jena besuchte ich im virtuellen Raum Nik Bärtsch’s Welt und machte erstaunliche Entdeckungen

IKARUS – Chronosome
Ronin Rhythm Records – RON 016

Ingrid Lukas – We Need to Repeat
Ronin Rhythm Records – RON 008

Sha’s Banryu – Chessboxing Volume One
Ronin Rhythm Records – RON 007

 

CRAZY

zeitkratzer Performs Songs from the Albums „Kraftwerk“ and „Kraftwerk 2“
zeitkratzer Records – zkr0021

zeitkratzer – Neue Volksmusik
zeitkratzer Records – zkr0014

 

This entry was posted on Donnerstag, 5. Dezember 2019 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. You can leave a response here. Pinging is currently not allowed.

7 Comments

  1. Michael Engelbrecht:

    Herr Rosato! Carla Bleys von Manfred produziertes Album kommt im Februar, und ich hoffe, ich kann es schon unterm Tannenbaum hören.

    Kennst du Ralph Carmichael? Ich bekam als Promo wohl die entnervendste „Crime Jazz“ Partitur in der Filmgeschichte ins Haus geliefert. Zu finden auf dem alten herrlichn B-Movie „4D Man“, als Blu Ray neu aufgelegt.

    Hörner legen von Anfang an los, dröhnen völlig deplatziert, und wenn wir es geschafft haben, sie gerade mal zu vergessen, schießen sie aus allen möglichen Ecken wieder los. Vielleicht sind es auch diese „Attacken“, die unseren „Helden“ schließlich verrückt machen.

    Ich denke, Jazz kann auch auf andere Weise wild und verstörend sein, ohne unser Nervenkostüm zu testen, selbst dann, wenn er nicht unbedingt auf „hard core“ setzt. Das „Archaische“ kann viele Gesichter zeigen, und ich hoffe, mir ist das mit der aktuellen Ausgabe der „Jazzfakten“ gelungen.

    Nicht zuletzt dank der Unterstützung von Karl Lippegaus, Bert Noglik und dem Magier im Studio 3a des Deutschlandfunks, Oliver Dankert an Reglern und Mixern. Von Klingers „Voice Optimizer“ ganz zu schweigen.

    Here we go – die JazzFacts, und vermutlich auch die Radionächte ab 2020, kann man sieben Tage lang nachhören, im Musikportal der Homepage des Deutschlandfunks.

    Peter Brötzmann mit I SURRENDER, DEAR, und auch bei Jan Garbarek taucht die gleiche zärtliche Anrede auf: REMEMBER ME, MY DEAR. Den Rahmen bildet die Box von Arve Henriksen, und sowohl der Norweger wie Ingrid Laubrock sind mit Interviewausschnitten dabei.

    Und somit war der Nikolausstiefel heute gefüllt mit allerlei wintertauglicher Wildnis. Junius Paul höre ich mit der gleichen Lust wie einst die frühen Alben des Art Ensemble of Chicago, Ali Takase fabriziert bei Intakt ein tolles Duo-Album nach dem anderen, Lumen Drones ist sowieso Extraklasse.

    Chin chin, Michael!

  2. Martin Waldner:

    Carla Bley schätze ich sehr, und sah sie diverse Male über die Jahre.

    @ Michael Engelbrecht: grossartige Sendung, ich bestelle mir die Box von Arve Henriksen. Das Album von Garbarek war für mich auch eine Überraschung, und Aki Takase mit Ingrid Laubrock, kurzes Stück, aber klasse. Schon geordert.

  3. Jan Reetze:

    Die zeitkratzerischen Kraftwerk-Versuche mögen ja gut gemeint sein, fraglos steckt auch eine gehörige Portion Virtuosität in den Neuinterpretationen, aber so recht überzeugend klingt das alles für mich nicht … Es fehlt ihnen der naive Charme der Originale. Den kann das zeitkratzer-Ensemble nicht in seine Versionen übertragen. Wie schon Holger Czukay sagte: Naiv kannst du nur einmal sein.

  4. Hans-Dieter Klinger:

     
    Jan, da hast du natürlich recht.
     
     
    Ich habe allerdings ein Faible für solche (un)sterbliche Salti. Dazu kommt, dass mir die ersten Kraftwerk-Alben am besten von allen ihren Opera gefallen. Klar, auch was danach kam hat seine Reize, aber der preußisch rhythmische Gleichschritt vieler ihrer Stücke …

    Man munkelt, dass Ralf Hütter & Co. ihre ersten Kinder verstoßen haben, nichts mehr von ihnen wissen wollen. Indizien dafür gibt es, indem es Folgendes nicht gibt:
    – Reissues
    – Remasters bzw. Remixes
    – Streaming bei Spotify, Qobuz, Tidal etc
    der ersten 3 Alben. Diese sind nur zu saftigen Preisen bei discogs vorzufinden.

    Man (also ich, wer noch?) könnte sinnieren über die Notation von Musik. Musik entsteht erst im Erklingen. Festhalten kann man sie im Gedächtnis oder mit Zeichen, cum notis. Zwischen Zeichen und Hörer muss ein Agent, ein Macher, treten – gemeinhin als Interpret bezeichnet – jemand, der seinen eigenen Senf dazu gibt. Manche – Glenn Gould etwa – geben viel, Andere wenig, vor allem wenn sie sich der Tugend „Werktreue“ verpflichtet fühlen.

    Was könnte werktreuer sein als eine Schallaufzeichnung, die dominierende Notationsform der Moderne? Man mag einwenden, eine Schallplatte, ein Tonband, eine CD sei kein Schriftstück. Unsere Sprache verwendet aber Begriffe, wie „Seitenschrift“, „Tiefenschrift“, „Aufzeichnung“ etc. Aber auch zwischen Tonkonserve und Hörer befindet sich ein „Agent“, nämlich die Wiedergabeanlage, die sich als Interpret gebärdet, deren eigener Senf Verstärker, Kabel, Schallwandler, HiFi-Voodoo-Artikel und vieles mehr ist.

    Inzwischen gibt es eine neue Spezies von Interpreten, welche bestehende Aufnahmen neu vermittelt. Auf elementarer Ebene werkeln Techniker, die auf Geheiß eines Labels Remasters und Remixes anfertigen. Berühmt ist seit den 70er Jahren die Firma Mobile Fidelity Sound Lab (MFSL) für ihre hochwertigen Editionen berühmter Pop-Alben.

    In 1977 Mobile Fidelity began to produce a line of records known as „Original Master Recording“ vinyl LPs. These albums were previously released by other companies, licensed by Mobile Fidelity, and remastered by a process called half-speed mastering. During mastering, sound was transferred from magnetic tape to disc while the cutting lathe moved at half speed. The albums were remastered from the original analog master tapes, without compression, and with minimal equalization.

     

     
     
    Die kurioseste Firma war ZENPH (auszusprechen wie „Senf“), die mittels aufwändiger Software feinste Nuancen einer Schallaufzeichnung (von Schallplatte !) erfasste und – von einem YAMAHA Disklavier wiedergegeben – neu aufnahm. Vier Alben sind erschienen, Glenn Goulds berühmte erste Einspielung der Goldberg-Variationen aus dem Jahr 1953, Aufnahmen von Art Tatum aus den Jahren 1933 und 1949, Oscar Peterson und Sergei Rachmaninoff (aus den Jahren 1921 bis 1942)

    Zenph captures the musical nuances of the original piano recording’s every note, with details about the pedal actions, volume and articulations – all with millisecond timings. The digital data is transcribed into high-resolution MIDI files and played back on a state-of-the-art Yamaha Disklavier Pro™ concert grand piano. The process allows for the production of new recordings that transcend the limitations of the original recording process.

     
    Joh. Seb. Bach, Goldberg-Variationen – Glenn Gould 1953 ZENPH
     
     

     
     
    Die Krone der Neuinterpretation historischer Rockmusik liefern Steven Wilson und Giles Martin mit MultiChannel-Versionen von King Crimson und den Beatles. Tja, selbst Pop- und Rockmusik verfallen in den gleichen Wiederholungs-Trott wie die Klassische Musik: das Altbewährte dominiert die Programme. Ich brauche nur die ersten Seiten des jpc-Couriers aufzuschlagen. Die größten Werbe-Pictures bekommen The Police, The Who, Die Toten Hosen, Rod Stewart, Pink Floyd, Gentle Giant, EAV, Deep Purple … Klar, es gibt auch Neues, wie man bei den JazzFacts der letzten Woche vernehmen konnte. Aber auf den Seiten des aktuellen jpc-Couriers findet man Arve Hendriksen nicht.

    Zurück zu den Zeitkratzern. Sie sind nicht als Toningenieure an die alten „Notenbücher“ von Kraftwerk herangetreten, sondern haben ohne Software mit ihren Ohren die Schallplatten abgehört, in vertraute Notation transkribiert und mit akustischen Instrumenten gespielt. Den frechen naiven Charme der Kraftwerker strahlen sie nicht aus. Das ist schon eher eine kuriose intellektuelle Nummer.
     
     
    Jan, da hast du natürlich recht.
     

  5. Rosato:

    Herr Engelbrecht! Heute bin ich endlich dazu gekommen, die JazzFacts vom 5. Dezember konzentriert anzuhören. Es stimmt: Ein Kessel Buntes – wie ich hier gelesen zu haben glaube – ist es nicht. Viel zu anspruchsvoll, sowohl die Moderationen von E. über L. bis N. als auch die Musik.

    Besonders gefallen hat mir Arve Hendriksen – faszinierend. Nichts anfangen konnte ich mit Lumen Drones. Sehr berührend waren Brötzmanns ins Saxophon geflüsterte und gebrüllte Worte. Bei geschlossenen Augen hatte ich den Eindruck, er stünde in meinem Hörzimmer.

    Gut gefallen hat mir das Duo Takase/Laubrock. Die Combination Hilliard/Garbarek muss ich mir noch ausführlicher zu Gemüte führen. Nachdem deren erstes Album Officium anno dazumal einen sehr zwiespältigen Eindruck auf mich gemacht hat, habe ich ihre nachfolgenden Alben überhaupt nicht wahrgenommen.

    Es ist ja bekannt – und es wundert mich gar nicht – dass alle Musik, die mir gefällt, nicht auch allen Anderen gefällt (und vice versa). Wenn jemand mit Beethoven nix anfangen kann, dann bedeutet das keineswegs, dass Beethoven ein Stümper war. Ein Popstar war er aber garantiert nicht. Seit Klaus Umbach nicht mehr für DER SPIEGEL schrieb, hat der Spiegel keine Ahnung von Tuten und Blasen.

    Ralph Carmichael kam ja in den JazzFacts nicht vor. Filmmusik interessiert mich eigentlich gar nicht besonders. Oft stört sie mich. Gut ist sie, wenn sie kaum auffällt, aber vermisst wird, wenn sie fehlen würde. Angelo Badalamenti hat’s drauf. Gibt es einen Bezug Ralph Carmichaels zu meiner 2019-Liste? Ich kenne ihn doch nicht!

  6. Michael Engelbrecht:

    Nur eine Abschweifung assoziativer Art. War ja tagelang in Jazzaffären unterwegs, da kam der Film mit der Post. Ein spannenderer Zufall war es, als ich vor Tagen eine Mail von Steve Tibbetts an Brian, den Pfeifer, weiterleitete. Mit zwei Anekdoten, die Steve erzählte zu NORTHERN SONG (1981), jetzt übrigens in ECM‘s reissues wieder aufgelegt, ein Schnäppchen und ein Meisterstück. Als die Mail bei ihm eintraf, hörte er gerade das Album, und er hört es eher selten. Das nenne ich schon fast einen Fall von Telepathie – oder, tiefer gehängt, von enormem Zufall.

  7. Michael Engelbrecht:

    Bei Peter Brötzmann ging es mir genauso, allerdings auch bei dem überragenden Album von Ingrid Laubrock und Aki Takase. We shared the same space, in a way. Intakt Records ist sowieso ein Garant für hervorragend klingende Produktionen.

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