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2019 12 Jun

Sehr schade

von: Jan Reetze Filed under: Blog | TB | 5 Comments

 

Gerade stirbt in den USA ein weiteres Highlight der amerikanischen Presse: Die New York Times hat angekündigt, in Zukunft keine politischen Karikaturen mehr zu veröffentlichen. Bislang waren Karikaturen – wie in fast allen Zeitungen hier – fester Bestandteil der täglichen Op-Ed-Seiten, der politischen Kommentarseite also.

Traurig, dass es gerade eines der Flaggschiffe der amerikanischen Presse betrifft – wenn irgendein Blatt sich gegen Anwürfe aller Art wehren kann und sich nicht unter Druck setzen lassen müsste, dann doch wohl die New York Times. Aber sie liegt im Trend. Auch die eigentlich von mir durchaus mal geschätzte Pittsburgh Post-Gazette hat vor einiger Zeit ihren Karikaturisten Rob Rogers gefeuert – einen mehrfach preisgekrönten Könner des Metiers. Das war kein gutes Signal. Tatsächlich läutete das den langsamen Abstieg der Zeitung ins Pro-Trump-Lager ein. Anscheinend lohnt es sich nicht mal, die Zeitung verliert immer noch laufend Auflage. Inzwischen erscheint sie Dienstags und Sonnabends nicht mehr gedruckt.

 

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5 Comments

  1. Lajla:

    Ja sehr schade. Hoffen wir, dass der „New Yorker“ bleibt.

    Mich hat’s gewundert und gefreut, dass „Charly Hebdo“ am Flughafen Tenerife Norte verkauft wird. Die Sozialisten haben auf allen kanarischen Inseln gewonnen. Die Zeitungslandschaft ist stark.

  2. Jan Reetze:

    Keine Ahnung, ob Condé Nast mit dem “New Yorker” noch Gewinne einfährt oder ob sie ihn sich als eine Art Prestigeobjekt leisten. Ich habe aber nichts davon gehört, dass er gefährdet wäre. Das würde ich sehr bedauern.

  3. uwe Meilchen:

    Ist Ralph Steadman noch beim amerikanischen ROLLING STONE ? Den gibt’s hier in D. ja noch nicht mal in den Bahnhofsbuchhandlungen, leider. Und Gerald Scarfe dürfte in GB mittlerweile in Rente gegangen sein…

  4. Jan Reetze:

    Im April jedenfalls war Steadman im Heft, und im Impressum wird er noch geführt — als „Gardening Editor“.

    Ich hatte den RS eine Weile im Abo, habe ihn aber irgendwann abbestellt. Das Abo ist zwar spottbillig, aber es lohnt sich nicht mehr. Die Pop-Welt hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert, und der RS hat nach meinem Eindruck seinen Platz darin noch nicht wieder gefunden.

  5. Uwe Meilchen:

    Ich habe den amerikanischen „Rolling Stone“ auch schon lange nicht mehr gelesen. Ich mochte und mag diese long reads, diese in-depth Artikel, die dort zu lesen waren. Aber nach den College-„Enthüllungen“, die ja einer Wahrheitsuntersuchung nicht sonderlich standgehalten haben, waren vermutlich der final blow zu dessen Reputation. Der deutsche „Rolling Stone“, nun ja; die Qualität der einzelnen Hefte variiert, um es hoeflich zu sagen. Ich bleibe beim britischen MOJO, seit Jahrzehnten. Wie die Belieferung mit den Heften aus GB wohl werden wird, wenn der Brexit dann mal „durch“ ist ? :/

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