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2016 10 Sep

Daniel Lanois & Rocco Deluca: Goodbye to Language

von: Jan Reetze Abgelegt unter: Blog | TB | Tags: , 5 Kommentare

 

 
 
 

Zunächst wusste ich nicht recht, was ich aus dieser Platte machen sollte. Seit ein paar Tagen läuft sie nun aber bei mir, und mit jedem Hören gefällt sie mir besser. Dabei bieten Lanois und Deluca nichts, was man seit Apollo, Belladonna oder dem „Steel“-Part der Omni-Trilogie noch nie gehört hätte.

In zwölf kurzen Stücken spielen Delucas Lap Steel und Lanois‘ Pedal Steel („my little church in a suitcase“, wie er das Ding in seiner Autobiographie nennt) eigentlich keine Melodien, sondern fließen in immer neuen Kombinationen zu ständig wechselnden Harmonien zusammen. Das Ganze läuft durch ein offensichtlich gut bestücktes Effekte-Rack, das seinen vollen Leistungsumfang zeigen darf. Das Ergebnis ist eine manchmal powervolle, manchmal seltsam inoffensive, latent psychedelische, gelegentlich meditative instrumentale Klanglandschaft, die trotz einer gewissen Gleichförmigkeit nicht langweilig wird und niemals ins New-age-ige abgleitet. Voraussetzung ist allerdings, dass eine Lautstärke deutlich über normalem Zimmerlevel gewährleistet ist und eine Wiedergabeanlage vorhanden ist, die mit den gelegentlichen heftigen Kellerbässen nicht überfordert ist. Erst dann nämlich kommt der spezifische Sound, den Lanois zu zaubern versteht, zu voller Geltung.

Goodbye to Language sollte es in meine Top 10 des Jahres 2016 schaffen.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 10. September 2016 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

5 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    Ich habe mir gedacht, diese Platte besser zuhause zu hören, im Dunklen, vielleicht auf Kopfhörern. Deshalb habe ich noch keinerlei Meinung dazu, kann mir aber gut vorstellen dass die Musik mit jedem Hören mehr preisgibt. Ein typischer Lanois-Effekt. Trotzdem bedaure ich nach so vielen Instrumentalalben, dass Lanois tatsächlich Goodbye to language gesagt hat, und er keinen Gesang mehr hören lässt.

  2. Gregor:

    Habe die CD gestern bekommen, mir erging es zunächst wie dir, Jan, kam überhaupt nicht in die Platte rein, ja es machte sich Enttäuschung breit. Ich bin ja nun begeisterter Lanois-Hörer, habe alle seine Platten, kauf mir manchmal auch nur CDs von irgendwelchen Musikern, weil der Meister sie produziert hat. Aber diese Musik ist mir jetzt erst einmal ein Rätsel …

  3. Michael Engelbrecht:

    Mir ging es genauso wie Jan und Gregor, aber an einer Stelle machte es klick, und ich war drin …

    Und schon war die Idee realisiert: im sog. Showdown der Klanghorizonte (die zudem, nach der Oktobersendung (15.), im Dezember verlegt sind auf den interessanten 30. Dezember, mache ich in der Nahaufnahme ein Lanois-Lapsteel-Special. This will be one of those nights :)

    Meine vorläufige Ansicht/Anhörung ist, dass Flesh & Machine aufregender ist, auf der neuen Arbeit aber tatsächlich etliche Etappen der Lanois’schen Geschichte zusammenkommen, und zwar dann doch seltsam fesselnd, nicht nostalgisch … entschlüsseln ist aber was anderes, ein Rätsel bleibt …

  4. Michael Engelbrecht:

    This record is wicked and damned interesting, the compositions don’t paint a mood, they seem, in a subtle way, to sabotage themselves.

  5. Michael Engelbrecht:

    And what makes sense, too, the short breaks betwween the tracks. Nearly no breaks.


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