Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2015 26 Mrz

Der Tragoedie Zweiter Teil

von: Lajla Nizinski Abgelegt unter: Blog | TB | 4 Kommentare

 

 
 
 

Filmtipp: Tod den Hippies!! Es lebe der Punk. Ein neuer Film von Oskar Roehler.

 

„Wenn der Mensch nicht frei ist, stirbt alles ab.“ Mit diesem Satz beginnt der Film.

„Freiheit ist ’ne Hure.“

Mit diesem Lied der Band Milliarden endet der Film. Was passiert dazwischen?

Zusammengefasst im Maschinengewehrtakt:

 

Kinder schreien nach Liebe

Mami nimmt Captagon und will das „Buendel“ nicht

Vati ist Alki und RAF Veteran

Sohn will sich in Westberlin befreien

Freund liebt Hund, wird schwuler Nazi

 

Alle gehen nach Westberlin. Ups, faehrt da nicht die LINIE1 vorbei, das Musical vom Grips-Theater? Aussteigen: Schlesisches Tor, immernoch die abgefuckten Klebstoffschnueffler, nee? Aha, weiter westlich in Westberlin, Yorckstrasse, ganz finstere Ecke. Dort also hinein ins RISIKO, wo sich Blixa Bargeld und Nick Cave kuessen, natuerlich nur im Film. Sie kamen rein zum Koksen. Ey, Nick spricht dort ueber Strindberg, Robert hat den ‚Prozess‘ von Kafka unterm Arm. Ist das jetzt bourgoise Peepshow oder wischt Robert tatsaechlich das Sperma von den Scheiben? Blixa gibt den Vollspeedbarkeeper: „Ich mach den Tod kaputt“ Zerdeppert eine Wanduhr. „Just a minute ago, it was  Null Uhr.“ Dann schreit er ins Mikro: „Meine Sucht, meine Sucht, meine Sehnsucht …“ Robert’s Freundin ist Junkie. Als er das entdeckt, weint er. „Du bist auch schoen, wenn du weinst“[LINIE1] … 

Folgende Songs kommen sicher nicht in dem Musical vor:

 

This is not a lovesong [Pil]

Buffalo Gals [Malcolm Mclaren]

Big Jesus Trash Can [The birthday party]

I walk the line [Alien Sex Fiend]

 

Zu allererst ist das ein Punkmusikfilm, aber ein Punkfilm?

Auch kein Film ueber die 80er Jahre in Westberlin. Ich wohnte damals in Schoeneberg. Die Punkszene war ueberschaubar. Die grossen Reste der TUMULT-Szene [Enzensberger] waren sichtbarer. Sie verkehrten im ‚Dschungel‘ am Nolli und die Mutigen von denen im SO36. Ich ging viel ins ‚Metropol‘. Wer Sehnsucht nach dem ‚Anderen Ufer‘ hatte, stieg am Kleistpark aus und ging ins gleichnamige Cafe. Ist das eigentlich noch sowas wie ein Autorenfilm [Fassbinder kommt auch kurz vor] oder arbeitet da Oskar Roehler seine Halbbiografie ab? Ist das Westberlin oder wirklich Koeln, wo die Innenszenen gedreht sein sollen? Die Aussenszenen sind alle schwarzweiss gedreht. Schoene Idee. Aber: Ich steh auf Berlin.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 26. März 2015 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

4 Kommentare

  1. Lajla Nizinski:

    Er kann das Niveau von „Die Unberuehrbare“[2000] nicht halten.Das ist ja ein richtiger, psychischer Mauerfall Film mit der grossartigen Hannelore Elsner. Ist sie eigentlich eine Verwandte von seiner Mutter Gisela Elsner?

  2. Uwe Meilchen:

    Sorry, aber: Tom Schilling ?? Warum nicht gleich Matthias Schweighoefer ??

  3. Lajla nizinski:

    Tom Schilling ist so ’n Zuchtpflänzchen aus dem RAF Filmekeller. Der macht einfach alles.

  4. Uwe Meilchen:

    Warum das sachlich hervorragend recherchierte RAF Buch von Stefan Aust ueberhaupt verfilmt werden musste (und dann auch noch dramaturgisch offenbar extrem wichtige, aber sachlich unrichtige Szenen, also „so-nie-passiert“ enthielt) ist mir bis heute nicht aufgegangen. – Aber mittlerweile muss ja offenbar jede verfuegbare promintene Lebensgeschichte, siehe z.B. Daniel Bruehl als Niki Lauda verfilmt werden — ein Indiz dafuer, dass den Produzenten darueber hinaus nicht mehr sonderlich viel einfaellt. Da reiht sich die gerade angekuendigte Neuauflage von „Winnetou“ nahtlos ein. (Vermutlich mit Till Schweiger als Sam Hawkins!)

    Und was Bernd Eichinger angeht: als Produzent hatte er sicherlich seine Meriten – nur nach „Last Exit Brooklyn“ und „Der Name Der Rose“ kam nicht mehr viel. (Wobei Einspielergebnisse sicherlich kein Garant / Beleg fuer Qualitaet sind.)


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