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2013 25 Sep

Alltagsgespräche und Bills neue Songs (4/10)

von: Manafonistas Abgelegt unter: Blog | TB | Tags:  Kommentare geschlossen

– Und wie entwickeln sich die „Shot Gun Love Songs“ weiter?

– Ich komme kaum zum Lesen. Es gibt, seit wir zuletzt drüber geredet haben, kein weiteres Lagerfeuer hinzugekommen. Jetzt tritt auch noch eine Hollywoodschönheit auf, und bis jetzt staune ich, wie der Autor an all dem Kitsch, der da droht, elegant vorbeischrammt … Bis Seite 72 jedenfalls …

– Der Gitarrist, wir wollten über den Gitarristen reden.

– Das ist Matt Kinsey, und er überragt keinen auf „Dream River“, weil diese Band lebendig und homogen klingt, aber er ist so gut, er kann einen Text von Bill Callahan „lautmalen“, er kann ihn kommentieren, die dunkle Seite eines ambivalenten Gefühls verstärken, und er macht es so sparsam wie Bill singt.

– Zum Beispiel in diesem Frühlingslied …

– Genau. Lieblingszeile: „Die Berge brauchen nicht meinen Ritterschlag.“  In „Spring“ wittert der Sänger und Murmler überall im Frühling Tod und Verfall, und ausgerechnet in diesem Szenario sehnt er sich nach Sex und „dem wahren Frühling“ in seiner Liebespartnerin (lacht). Soviel zur Ambivalenz …

– Und Matt Kinsey kommentiert …

– Jedes Mal anders, er hat keine Masche. Ben Radcliffe schreibt über ihn:
„Using echo and delay pedals and a tremolo bar, Mr. Kinsey keeps creeping in, bursting like a pink sky, and slipping away. His work on this record feels like one continuous performance, and one of the best by anyone I have heard this year.“

–  Du hast mir das Tape deiner „Klanghorizonte“ vom  kommenden Samstag gegeben, und ich musste einmal so lachen, als du beschrieben hast, wie du dich auf das Mammutwerk „November“ von Dennis Johnson vorbereitet hast. Brauchst du bei „Dream River“ auch so einige Zutaten.

– Nein,  meine Opiumvorräte greife ich nur selten an (lacht), die Zeit vergeht im Fluge, ich muss nur die Schallplatte umdrehen, was ich über zehn Jahre nicht mehr gemacht habe, und ein ziemlich gutes Gefühl vermittelt. Dennis Johnsons 5-Stunden-Opus ist da schon eine andere Welt. Schliesslich ist der gute Dennis auch Mathematiker und hat an den Robotern für den Mars mitgewerkelt.

– Hast du noch einen Jazztip?

–  Nur die Cds, die ich in den letzten JazzFacts vorgestellt habe, also Carla Bley etwa, oder Ralph Towner. Beide  Produktionen sind, in einem ganz aufregenden Sinn, unspektakulär.

 

Spring

The wind is pushing the clouds along out of sight
A power is putting them away
A power that moves things neurotically
Like a widow with a rosary

And everything is awing and tired of praise
And mountains don’t need my accolades
And spring looks bad lately anyway
Like death warmed over

And the bantam is preening madly
Waiting for the light of day
And all I want to do is to make love to you

With a careless mind
With a careless, careless mind
With a careless, careless mind
Who cares what’s mine?
With a careless, careless, careless mind

We call it spring though things are dying
Connected to the land like a severed hand
And I see our house on a hill on a clear blue morning
When I am out walking my eyes are still forming
The door I walk through and I see
The true spring is in you
The true spring is in you

My wide worlds collide
And mind wide words collide
And seasons kaleidoscoping

And all I want to do
All I want to do is to make love to you
In the fertile dirt, in the fertile dirt
With a careless mind
With a careless, careless, careless mind

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 25. September 2013 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

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