Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2013 19 Aug

Trumans Trauma

von: Jochen Siemer Filed under: Blog | TB | Tags:  | 7 Comments

Truman hatte Pech: ein Crash. Blaulicht. Schrille Töne. Eine Dysbalance mal wieder … Schnell ein Stoßgebet gen Himmel geschickt und dann: Spuren sichern, Scherben sammeln. Überdruß und Zorn überkamen Truman bisweilen, dann las er Existentialistisches und hörte tagelang nur düstere Musik. Doch nach dieser Schrecksekunde suchte er ein Lied mit einer sanften Gegenenergie. Aus seiner Erinnerung tauchte eine in schwungvollem Rhythmus gekleidet Verszeile auf: Drove my chevy to the levee, but the levee was dry. Eine im Uptempo-Beat erzählte Geschichte vom Tag, an dem die Musik starb. Damals in den Achtzigern hatte er das Lied oft im Radio gehört, wenn er mit seinem Käfer über Land fuhr und kleine Fluchten suchte – er fand es allerdings bedenklich, dass die apokalyptische Schwermut dieses Sängers ihn dermassen ansprach. War er selbst todessüchtig, gar todesgetrieben? Gab es den Todestrieb denn überhaupt? Den Song betreffend wollte Truman aber die Wahrheit wissen. Und die Songfakten belegen, dass auch ein amerikanischer Zeitungsjunge nicht seinen besten Tag erwischte an jenem Februarmorgen im Jahre 1959, als er die Nachricht auf der Treppenstufe las: „Buddy Holly, Ritchie Valens and The Big Bopper – killed in a plane crash after a concert!“ Wen wunderts, wenn dann dem genialen Wurf, aus dem Moment heraus den grossen Hit zu landen, oft die Tragödie folgt, dass man mit dem Ruhm nicht fertig wird oder bestenfalls als Crooner eigene Lieder bis ans Ende seiner Tage singt. Truman zumindest wunderte das nicht.

This entry was posted on Montag, 19. August 2013 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. Both comments and pings are currently closed.

7 Comments

  1. Jochen:

    According to McLean (as posted on his website), this song was originally inspired by the death of Buddy Holly. „The Day The Music Died“ is February 3, 1959, when Holly, Ritchie Valens, and The Big Bopper were killed in a plane crash after a concert. McLean wrote the song from his memories of the event. The Beatles Sgt. Pepper album was a huge influence, and McLean has said in numerous interviews that the song represented the turn from innocence of the ’50s to the darker, more volatile times of the ’60s – both in music and politics. (songfacts)

  2. R3c.Kid:

    ….Wer sich fuer eine komplette Analyse von Don McLeans Song interessiert, der wird bei understandingamericanpie.com fuendig!

  3. Jochen:

    @R3c.Kid
    Vielen Dank für den Link. Interessante Geschichte, der Song.

    @Michael
    Alles gut gegangen, nichts passiert. Wer wenig Thriller liest, darf wenigstens mal anfangen, einen zu schreiben – auch wenns im vertrackten Crash endet … ;)

  4. Michael Engelbrecht:

    Aber, wie sage ich immer, es sind die kleinen Stories, die zählen, Radfahrgeschehnisse, Cafehausbesuche, Strassenfotografien, Theater-AG-Geschichten, Fussballerinnerungen mit den Saints oder Borussen, Tanzlokale im Hinterland. Uns lesen nicht so viele, Truman, das sind alles, in der Welt der Zufälle, Schicksale, die sich kreuzen, und zum Glück auch angehaltene Momente.

  5. Jochen:

    Heute beispielsweise das Gespräch mit Jeannie … Stell dir vor, mein Thrillerfreund, sie war Privatdetektivin auf den Philippinen – studierte Kriminologie. Werde sie überreden, ihre Geschichten als Interview festzuhalten.

  6. Michael Engelbrecht:

    Eine offensichtlich „bezaubernde Jeannie“ :) ich weiss nicht genau, welche Rolle diese Frau in deinem Leben spielt, aber sie scheint mir eine Fundgrube von Geschichten zu sein.

  7. Jochen:

    Auf alle Fälle mag ich sie.


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz